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Initiative „Pro Baum“ und AHA fordern sofortigen Stopp aller Abholzungs- und Bauarbeiten zwischen Halle-Saale-Schleife und Gimritzer Damm!

Mit Entsetzen, Empörung und Unverständnis hatten die Initiative „Pro Baum“ und der Arbeitskreis Hallesche Auenwälder zu Halle (Saale) e.V. (AHA) aufgenommen, dass der Oberbürgermeister der Stadt Halle (Saale) Dr. Bernd Wiegand am Freitag, den 12.07.2013 an die Firma Papenburg einen Auftrag zur Errichtung eines 1.500 m langen, drei Meter hohen und 30 m breiten Deiches im Bereich des Sandangers und der Halle-Saale-Schleife in unmittelbarer Nähe der Saale gegeben hat. Das offenbar nur mit dem Landesbetrieb für Hochwasserschutz und Wasserwirtschaft Sachsen-Anhalt abgestimmte Vorhaben ist ein Ausdruck von mangelnden demokratischen Verständnis und fehlender fachlich-inhaltlicher Kompetenz im Umgang mit Hochwasser und dessen Folgen. Darüber hinaus stellen die bereits erfolgten Massenabholzungen und die Ausmaße der Baumaßnahmen einen unverantwortlichen und ungerechtfertigten Eingriff in Natur, Umwelt und Landschaft dar.
Die erste Frage steht aber, ist es nun wirklich eine vernünftige Hochwasserschutzmaßnahme?
Nach Auffassung des AHA und der Initiative „Pro Baum“ erfolgt eine unzulässige und durch nichts zu rechtfertigende Einschränkung des Hochwasserüberflutungsraumes im Umfang von ca. 200 m x ca. 200 m = 40.000 m² sowie ca. 600 m x ca. 15 m =ca. 9.000 m² . Somit gehen der Saale in dem Raum gesamt etwa 49.000 m² = etwa 4,9 ha an Retentionsfläche verloren. Die von der Stadt Halle (Saale) beauftragte Planungsgesellschaft Scholz + Lewis mbh hat in seinem Bericht zur Wasserspiegelberechnung sogar einen Verlust von Retentionsfläche im Umfang von 78.354 m² = ca. 7,85 ha angegeben.
Daraufhin gilt es die zweite Frage zu stellen: Was geschieht nun mit anströmendem Hochwasser?
Aller Voraussicht nach ist davon auszugehen, dass das
Hochwasser zum einen in dem eingeengten Raum zurückgestaut und zum anderen in andere Bereiche hinübergedrängt wird. Der AHA und die Initiative „Pro Baum“ gehen davon aus, dass insbesondere verstärkt die hallesche Altstadt, die Peißnitzinsel, Giebichenstein, aber auch Kröllwitz mit der Talstraße davon betroffen sein könnten.
Nunmehr haben zuerst das Landesverwaltungsamt und jüngst ebenfalls das Verwaltungsgericht Halle die illegalen Baumaßnahmen gestoppt. Ebenfalls fand nach Auffassung von Initiative „Pro Baum“ und des AHA keine ausreichende Beachtung, dass mit umfassenden Qualm- bzw. Druckwasser zu rechnen ist, welche dann auf Grund des davor stehenden Deiches nicht von selbst abfließen können und somit ggf. über den Deich zu pumpen wären. Dies wäre mit weiterem unkalkulierbaren technischem und finanziellem Aufwand verbunden. Der AHA hat bereits seit dem Aprilhochwasser im Jahre 1994 immer wieder ein nachhaltiges, umfassendes und zukunftsfähiges Hochwasserschutzkonzept für die Stadt Halle (Saale) eingefordert. Das nun der nunmehrige hallesche Oberbürgermeister in einem Eilverfahren diesen zugegeben 4,9 Millionen Euro teuren Umwelt- und Naturfrevel mit absolut fragwürdigen Nutzen durchziehen möchte, zeugt daher von vorgeschobenen Gründen, um eine umfassende sinn- und zielführende Erstellung obengenannter Hochwasserschutzkonzeption zu umgehen. Stattdessen versucht der Oberbürgermeister Halles mit undemokratischen Mitteln die Meinungen, Vorschläge, Bedenken und Anregungen der halleschen Bevölkerung ihrer Vereine, Initiativen und Verbände sowie aber auch des Stadtrates auszuklammern.
aber auch des Stadtrates auszuklammern. Es ist unverständlich, warum man z.B. nicht endlich die Verlegung des Standortes der Eissporthalle in Erwägung zieht.

Beide Organisationen fordern zudem endlich die Erstellung einer nachhaltigen und zukunftsfähigen Hochwasserschutzkonzeption ein, welche u.a. die Erweiterung von Retentionsflächen und die Verringerung von Versiegelungsflächen beinhalten sollten und es auf breiter Basis öffentlich zu diskutieren gilt.

Nunmehr rufen AHA und die Initiative „Pro Baum“ zu einer Protestexkursion am Dienstag, den 22.10.2013 in Halle (Saale) in die Saaleaue im Bereich Halle-Saale-Schleife auf, um den Forderungen für einen nachhaltigen Umgang mit Hochwasser Nachdruck zu verleihen sowie dabei eigene Vorstellungen darzulegen und zu diskutieren.

Die Protestexkursion beginnt 17:00 Uhr Ecke Halle-Saale-Schleife/An der Wilden Saale.

Darüber hinaus rufen Initiative „Pro Baum“ und AHA zur aktiven Mitwirkung interessierter Bürgerinnen und Bürger in der Stadt Halle (Saale) auf, sich mit einzubringen. Interessenten können folgendermaßen zum AHA Kontakt aufnehmen:

Arbeitskreis Hallesche Auenwälder zu Halle (Saale) e.V. – (AHA)
Große Klausstraße 11
06108 Halle (Saale)
E-Mail AHA: aha_halle@yahoo.de
Tel.:: 0345 – 2002746

Andreas Liste
Vorsitzender

AHA und Initiative „Pro Baum“ fordern Schutz für die Klausberge

Bekanntlich gehören die ca. 4,9 ha großen, zwischen 15 bis 20 m über dem Niveau der Saale liegenden und vom Oberen Halleschen Porphyr geprägten Klausberge zu den ökologisch und landschaftlich bedeutsamsten Standorten im Stadtgebiet von Halle (Saale). Das einst von Einsiedlern, den Klausnern, besiedelte Gebiet, welche hier einst ein kleines Kloster betrieben, zeichnet sich durch Trocken- und Halbtrockenrasengesellschaften, durch sukzessiv entstandene Wald- und Gehölzstrukturen sowie einst vom Halleschen Verschönerungsverein Anfang des 20. Jahrhunderts gepflanzte Fliederbestände aus. Sie dienen somit zum einem als sehr wichtiger Lebens- und Rückzugsraum für zahlreiche Tier- und Pflanzenarten sowie zum anderen als Erholungsraum für die Bevölkerung. Bereits der große Lyriker Joseph Karl Benedikt Freiherr von Eichendorff, welcher sich in den Jahren 1805, 1840/41 und 1855 in Halle aufhielt, liebte diesen Ort. Seine Empfindungen sind in einem 1897 an der heutigen Eichendorffbank errichtetem Obelisk festgehalten.
Im Zusammenhang mit der ökologischen, landschaftlichen, historischen und lyrischen Bedeutung der Klausberge seien zudem die durch Verwitterungsprozesse und Sickerwasserwirkung entlang von Gesteinsklüften entstandene Jahnhöhle erwähnt, wo sich der Turnvater Friedrich Ludwig Jahn in den Jahren 1796 bis 1799 vor dem Zorn einiger konservativer Studentenverbindungen versteckt hielt. Ferner sind am Fuße der Klausberge noch die Reste des Weges der Treidler erkennbar, welche noch bis zur vorletzten Jahrhundertwende Lastkähne flussaufwärts zogen. Alles im allem erfordert nach Auffassung des Arbeitskreises Hallesche Auenwälder zu Halle (Saale) e.V. (AHA) und der Initiative „Pro Baum“ das im Jahre 1995 zum flächenhaften Naturdenkmal erklärte Felsengebiet, einen besonderen Schutz. Das bedeutet nach Meinung beider Organisationen u.a. die Umsetzung einer ordnungsgemäßen Ausschilderung, Verhinderung des Betretens der Felsenhänge sowie ganz besonders die Unterbindung des Missbrauches des Plateaus im Nordteil des Felsenmassivs für Spontanpartys und für größere und kleinere Feuerstellen. Hierzu sind zudem entsprechende Kontrollen dringend nötig.
Ebenso könnten sich AHA und Initiative „Pro Baum“ die Errichtung eines Naturerkenntnispfades vorstellen, welcher sich in einen wiederzubelebenden Saalenaturerkenntnispfades, einfügen ließe. Jedoch sehen AHA und Initiative „Pro Baum“ in den in der Mitteldeutschen Zeitung vom 25.09.2013 – „Klausberge werden aufgehübscht“ – dargelegten Planungen zur Gestaltung und Entwicklung des flächenhaften Naturdenkmals Klausberge große Gefahren und somit Bedenken für das Felsgebiet am Rande der Saale. Während man im gewissen Umfang Verbesserungen an den Absperrungen bzw. Geländern sowie Ausbesserungen an Wegen und Treppen noch nachvollziehen kann, rufen angedachte Ab- und Ausholzungen kein bzw. kaum Verständnis hervor. Wer Eschen und Ahorn, neben der seit dem 17. Jahrhundert in Europa angepflanzten und aus dem atlantischen Nordamerika stammenden Robinie, als nicht heimisch bezeichnet, lässt mangelnde Fachund Sachkompetenz erkennen und Schlimmes für den stabilen und sehr vielfältigen Gehölzbestand erahnen.
Nach Auffassung beider Organisationen sollten maximal zum Schutz und Erhalt der Trocken- und Halbtrockenrasengesellschaften konzipierte Maßnahmen Umsetzung finden. Dazu zählen stark begrenzte Ausholzungs- und Mahdarbeiten genauso, wie das Unterbinden des Betretens der Hänge. Ansonsten sind jegliche Ab- und Ausholzungsarbeiten an den Gehölzbestanden nicht zuzulassen.
Neben die an die Verantwortlichen der Stadt Halle (Saale) gerichteten Hinweise und Aufforderungen, rufen AHA und Initiative „Pro Baum“ die interessierte Bevölkerung auf, sich ebenfalls für den Schutz und Erhalt der Klausberge einzusetzen. Wer Interesse hat ehrenamtlich in einer gemeinsamen Arbeitsgruppe von AHA und Initiative „Pro Baum“ mitzuwirken, wende sich bitte an folgende Anschrift:

Arbeitskreis Hallesche Auenwälder zu Halle (Saale) e.V. – (AHA)
Große Klausstraße 11
06108 Halle (Saale)
Tel.: 0345 – 2002746
Fax.: 01805-684 308 363
E-Mail: aha_halle@yahoo.de

Andreas Liste
Vorsitzender

Konzeption zur naturnahen Gestaltung und Entwicklung der Laweke im Mündungsbereich in die Salza in der Gemeinde Salzatal, Ortsteil Zappendorf (Landkreis Saalekreis)

Laweke im Mündungsbereich in die Salza

Laweke im Mündungsbereich in die Salza

 

Inhalt

  1. Anliegen
  2.  Lage, Länge und Verantwortlichkeiten
    • 2.1. Salza
    • 2.2. Laweke

  3. Gegenwärtiger Zustand und Bedeutung
    • 3.1 Gegenwärtiger Zustand
      • 3.1.1 Salza
      • 3.1.2 Laweke
    • 3.2 Bedeutung
  4. Praktische Umsetzung des Anliegens
  5. Zusammenfassung

 

1. Anliegen

Fließgewässer und ihre Auenlandschaften haben eine umfassende ökologische (z.B. als Lebens- und Rückzugsraum für Fauna und Flora), aber auch touristische Bedeutung. Nicht zuletzt darf der Wert als Wohn- und Lebensraum für die dort lebenden Menschen keinesfalls unberücksichtigt bleiben.
Die Fließgewässer Salza, Laweke und Würdebach durchfließen ein großes Gebiet. Dabei spielen sie neben ihrer eigenen ökologischen Bedeutung eine große Rolle im Verbund zwischen dem Raum Süßen und Salzigen See zur Saale. Neben naturnaheren bzw. arten- und strukturreichen Räumen bestehen aber auch Gewässerabschnitte, welche teilweise oder ganz ausgebaut worden sind. Zudem tun Abwassereinleitungen ihr Übriges.
Der mit am 08.04.2002 vom Arbeitskreis Hallesche Auenwälder zu Halle (Saale) beschlossene Rahmenplan zur Erstellung einer Pflege- und Entwicklungskonzeption für die Fließgewässer Salza, Laweke und Würdebach muss daher die Aufgabe haben Ursachen zu analysieren und auszuwerten sowie daraus Vorschläge zu entwickeln, um die ökologische Situation zu sichern bzw. zu verbessern und damit das mögliche entsprechende Potenzial von Salza, Laweke und Würdebach optimal nutzen zu können. Die zu erwartende bessere Wohn- und Lebensqualität der Anwohner in den jeweiligen Gemeinden und Städten sowie der dann mögliche sanfte Tourismus erhöhen die öffentliche Bedeutung einer derartigen Konzeption.
Auf Grund der großen Bedeutung im regionalen und überregionalen Maßstab ist eine Erarbeitung durch Studenten und Wissenschaftler wissenschaftlicher Einrichtungen, wie z.B. der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg und der Fachhochschule Anhalt in Bernburg sehr zu empfehlen und damit wünschenswert. Dabei ist eine Einbeziehung interessierter Anwohner und Schulen mit in Erwägung zu ziehen.
Nunmehr beabsichtigt der Arbeitskreis Hallesche Auenwälder zu Halle (Saale) e.V. (AHA) für das Fließgewässer Laweke im Mündungsbereich in die Salza in Zappendorf die Entwicklung einer naturnaheren Struktur anzuregen und deren Umsetzung anzugehen. Meliorationsarbeiten haben zu einer Trapezform des Ufers und schrittweisen Vertiefung durch Aushub gesorgt. Nunmehr gilt es in der Laweke auf ihren letzten ca. 20 m bis zur Einmündung in die Salza die standort- und gewässertypische Mäandrierung zu befördern, indem man Altholzbarrieren und vereinzelte Steine einbringt, um die Strömungsrichtungen und –geschwindigkeiten zu verändern und somit mit Vielfalt zu versehen.
Mit der Konzeption möchte der Arbeitskreis Hallesche Auenwälder zu Halle (Saale) e.V. (AHA) den Grundstein für eine weitere Bestärkung in Richtung einer naturnahen Entwicklung des unteren Lawekelaufes im besagten Abschnitt legen. Somit wäre a) eine Fortsetzung der naturnaheren Entwicklung der Laweke und ihrer Aue westlich von Schochwitz bis Müllerdorf und b) ein weiterer Schritt zur Umsetzung der Europäischen Wasserrahmenrichtlinie gegeben.

2. Lage, Länge und Verantwortlichkeiten

2.1.Salza

Die Salza hat vom Anfangspunkt an der Straße von Wansleben zur Straße Seeburg-Langenbogen bis zur Mündung in die Saale in Salzmünde eine Gesamtlänge von 10,8 km. Laut Wassergesetz gehört die Salza zu den Gewässern 1. Ordnung und liegt somit in der Verantwortung des Landesbetriebes für Hochwasserschutz und Wasserwirtschaft des Landes Sachsen-Anhalt. Die Salza durchfließt folgende Ortschaften:
Langenbogen, Zappendorf und Salzmünde. Zwischen Höhnstedt und Salzmünde quert die Salza das ca. 852 ha große Landschaftsschutzgebiet (LSG) „Salzatal“ und zwischen Langenbogen und Zappendorf das ca. 109 ha große Naturschutzgebiet (NSG) „Salzatal bei Langenbogen“. Somit berührt die Salza die Landkreise Mansfeld-Südharz und Saalekreis.

2.2.Laweke

Die Laweke hat vom Quellbereich bei Hedersleben bis zur Mündung in die Salza in Zappendorf eine Gesamtlänge von 14,48 km.. Als Gewässer 2. Ordnung liegt das Fließgewässer in folgender Verantwortung:

Unterhaltungsverband „Untere Saale“
Brachwitzer Straße 17
06118 Halle (Saale)

Nachfolgende Ortschaften durchquert die Laweke:
Hedersleben, Dederstedt, Schochwitz und Zappendorf.
Somit berührt die Laweke die Landkreise Mansfeld-Südharz und Saalekreis
Desweiteren durchfließt die Laweke das 1.357 ha große LSG „Laweketal“.

3. Gegenwärtiger Zustand und Bedeutung

3.1. Gegenwärtiger Zustand

3.1.1. Salza

Die Salza stellt sich dar als vielfältiges Fließgewässer, welches einerseits mit Mäandern –wie im NSG „Salzatal bei Langenbogen“-, aber ansonsten stark begradigt durch die Landschaft fließt. Dadurch sind an zahlreichen Stellen starke Gewässereintiefungen zu erkennen. Von landschaftlicher sowie ökologisch-struktureller Bedeutung sind insbesondere das NSG „Salzatal bei Langenbogen“, der Gewässerabschnitt zwischen Zappendorf und Salzmünde, die z.B. mit Echten Eibisch (Althaea officinalis) bewachsene Salzawiese in Salzmünde und der Resthartholzauenwald mit seinen großen Beständen aus Feldulme (Ulmus minor Mill.) und Flatterulme (Ulmus laevis Pall.). Andrerseits haben vereinzelte Vermüllungen, Ufer- und Sohlverbauungen (z.B. in Salzmünde an der L159) und die Anlage gut gemeinter, aber nicht arten- und standortgerechter Parkanlagen wie in Salzmünde geschehen. Desweiteren gilt es als Störfaktor die zunehmende Angeltätigkeit mit einhergehendem Autoverkehr und Zerstörung der Uferstrukturen zu nennen, welche vorrangig im NSG „Salzatal bei Langenbogen“ und im Mündungsbereich in die Saale in Salzmünde stattfindet. Aber auch die Aktivitäten des Reitervereins in Salzmünde haben zu nachhaltigen Schäden durch Fraß an den Stieleichenbeständen und Trittschäden im o.g. Hartholzauenwald im Mündungsbereich in die Saale geführt. Diesbezügliche Anzeigen bei der Gemeinde Salzmünde und der unteren Naturschutzbehörde des Landkreises Saalekreis im Jahre 1996 haben leider bisher noch nicht zur Änderung des unerträglichen Zustandes beigetragen.
Die biologische Gewässergüteklasse reicht von II-III (kritisch belastet) bis IV (ökologisch zerstört) im Mündungsbereich. Letzterer Gewässerzustand liegt in den stark chlorid- und sulfathaltigen Salzeinleitungen der UGS Teutschenthal begründet. Einträge von Abwässern und Nährstoffen aus der teilweise bis an das Ufer heranarbeitenden Landwirtschaft tun ihr übriges.
Das Salzatal ist von Feuchtgebieten, Gehölzbeständen, Streuobstwiesen, Hochstaudenflächen, Wiesenbeständen und Ackerflächen geprägt.

3.1.2. Laweke

Die Laweke, welche sich tief in die Schichten des Muschelkalkes und Buntsandsteines der Mansfelder eingeschnitten und seine Fließrichtung in nordwest-südost ausgerichtet hat ist durch ein nahezu durchgängiges Gehölzband gekennzeichnet. Neben durchaus naturnahen Gewässerabschnitten und Wiesen existieren auch begradigte Bereiche.
Die biologische Gewässergüteklasse weist eine Spanne von IV (ökologisch zerstört) im Abschnitt zwischen Hedersleben und Dederstedt bis II-III (kritisch belastet) im Mündungsbereich in die Salza in Zappendorf.

3.2. Bedeutung

Salza und Laweke besitzen flächendeckend Räume, welche ökologisch wertvoll sind. An der Salza gilt das insbesondere für das NSG „Salzatal bei Langenbogen“, Gewässerabschnitte zwischen Zappendorf und im Mündungsbereich in die Saale. Letzteres Gebiet findet jedoch Schmälerung auf Grund der erwähnten schlechten Wasserqualität. Die Laweke zeugt z.B. mit nahezu durchgängigem Gehölzband sowie teilweise naturnaheren Gewässerabschnitten und Wiesen von einem bedeutsamen ökologischen Entwicklungspotenzial. Andrerseits sind beide Gewässer mehr oder minder mit teilweise sehr schlechter Wasserqualität, bedingt durch die kommunale Abwasserbelastung, jahrelange stark chlorid- und sulfathaltige Salzeinleitungen der UGS Teutschenthal in die Salza und Nährstoffeinträge der Landwirtschaft konfrontiert. Insbesondere die Salza im Mündungsbereich in die Saale sind davon schwer betroffen. Zudem ist insbesondere an einzelnen Abschnitten bedingt durch begradigte, verbaute und damit vegetationsarme Gewässerbereiche der ökomorphologische Zustand des Gewässers bedenklich.
Trotz alledem besitzen beide Fließgewässer ein hohes Entwicklungspotenzial, wenn die Störungen beseitigt werden und keine neuen Beeinträchtigungen hinzukommen. Auf Grund ihre weiten Einzugsräume besitzen sie das Potenzial eines flächendeckenden Rückgrates für einen gewässerbezogenen Biotopverbund und darüber hinaus als Verbundraum zwischen dem Raum um Salzigen und Süßen See und der Saale. Dazu tragen besagte gewässerbegleitende auentypische Gehölzstrukturen, Wiesen- und Hochstaudenbestände, Feuchtgebiete und nicht zuletzt die zahlreichen Streuobstwiesen bei. Insbesondere eine zunehmende verbindende Funktion der Salza ist mit dem wiederentstehenden Salzigen See zu erwarten, wovon auch Laweke, Würdebach und Saale profitieren dürften.
Beide Gewässer haben auf jeden Fall eine wichtige landschaftsprägende Funktion und sind als realer und potenzieller Lebens- und Rückzugsraum für Tiere und Pflanzen regional und überregional bedeutsam. Das Gleiche trifft auf die Funktion als Raum für sanften, landschafts-, natur- und umweltschonenden Tourismus zu.

4. Praktische Umsetzung des Anliegens

An aller erster Stelle gilt es die Länge des zu mäandrierenden Bereiches der Laweke konkret durch Vermessung festzustellen. Ferner sind die genauen Eigentumsverhältnisse auf den angrenzenden Flächen zu ermitteln.
Die ersten praktischen Arbeiten sollten die Beseitigung von möglichem Müll und Unrat beinhalten. Um den Mäandrierungsprozess zu befördern ist eine entsprechende Sicherung vor mechanischen Eingriffen aller Art vorzunehmen, welche eine Vertiefung und Beräumung von natürlich angeschwemmten Holz und Steinen zur Folge haben könnte. Das Altholz und die vorhandenen Steine sind auf keinen Fall aus dem Gewässer zu räumen, sondern vor Ort zu belassen.
In dem gerade verlaufenden Gewässerabschnitt wäre es sehr sinnvoll Altholz mit Zweig- und Reisigmaterial so in den Lauf einzubringen, dass das Wasser auf das eine oder andere Ufer auftrifft. Diese Maßnahme ist mit teilweise verteilten Steinen zu ergänzen, welche nicht kleiner als 50 cm sein sollten, um ein Wegspülen zu verhindern und eine nachhaltige Wirkung entfalten zu lassen. Neben diesen Maßnahmen erscheint es sehr sinnvoll Stangenholz im Gewässerboden zu verankern, was zu einem leichten Anstau führt und mit dem Überlaufen einen kleinen Wasserfall erzeugt, dabei für kleinere Gewässervertiefungen und Auskiesungen im Auftreffbereich des Wassers sorgt sowie zu einer vermehrten Sauerstoffversorgung des Gewässers beiträgt.
Darüber hinaus trägt ein beidseitiger Gewässerschutzstreifen von jeweils 10 m ab jeweiliger oberer Uferkante zu einer nachhaltigen Entwicklung des Fließgewässers bei, indem genug Entwicklungsraum zur Verfügung steht.
Die Arbeiten sollten entweder im zeitigen Frühjahr (Anfang bis Mitte März) oder im Herbst (September/Oktober) erfolgen.
Nach Auffassung des AHA erscheint es aus umweltbildenden Gründen sinnvoll zu sein, die Durchführung der Arbeiten gemeinsam mit interessierten Menschen vorzubereiten und umzusetzen. Am wünschenswertesten wäre natürlich eine Einbeziehung und Beteiligung interessierter Bewohner der Ortschaften Zappendorf, Müllerdorf und Köllme. Neben der praktischen Ausführung und späteren Weiterbetreuung sind umweltbildende Aspekte nicht zu unterschätzen und entsprechend zu nutzen. Denkbar wären deshalb Arbeitseinsätze an Samstagen, welche der AHA als Träger organisieren würde.
Wichtig für die Durchführung der Arbeitseinsätze wären die Bereitstellung von Arbeitsgeräten, wozu auf jeden Fall Schubkarren, Spaten, Schippen, Harken, Äxte, Beile, Handsägen und Großhammer gehören. Steine sollten unter Beachtung des Natur- und Denkmalschutzes aus dem näheren Umfeld geborgen werden und dürfen keinesfalls mit Giften und Schadstoffen aller Art verseucht sein. Die gleichen Maßstäbe gilt es für das Totholz anzulegen.
An der Stelle wären noch einmal einige folgende Angaben zur Eignung des Standortes des Vorhabens erforderlich:

  • Die Laweke hat bereits eindrucksvoll westlich von Schochwitz bis Müllerdorf eine verhältnismäßig naturnahere Struktur erhalten bzw. geschaffen, welche es unbedingt nicht nur zu erhalten, sondern auch im Mündungsbereich weiter zu entwickeln gilt.
  • Die Laweke durchfließt im Mündungsbereich ein weiträumig offenes Gelände, welches glücklicherweise nicht verbaut ist und was somit keine Gefahr für Mensch und Eigentum darstellt.
  • Eine Hochwassergefahr durch das Einbringen von Störsteinen und –hölzern sowie Schwellen ist nicht zu erwarten, da umfassende Retentionsflächen vorhanden sind.
  • Eine Durchführung an dieser Stelle den arten- und strukturreichen Charakter vor Ort garantiert verbessert.
  • Eine Akzeptanz und Mitwirkung der Bewohner von Müllerdorf und Zappendorf besser erreichbar ist
  • Dies dem Anliegen der Europäischen Wasserrahmenrichtlinie entspricht.

Die Konzeption und die darin geschilderten Arbeiten bedürfen selbstverständlich einer wünschenswerten positiven Abstimmung mit dem Land Sachsen-Anhalt, dem Landkreis Saalekreis, der Gemeinde Salzatal, den angrenzenden Flächeneigentümern sowie mit dem zuständigen Unterhaltungsverband „Untere Saale“. Eine anschließende öffentliche Vorstellung des Vorhabens (z.B. in Form einer Exkursion) soll zur Akzeptanz und Mitwirkung der Bevölkerung beitragen.

5. Zusammenfassung

Die Salza und die Laweke durchfließen ein großes Gebiet im mitteldeutschen Raum. Trotz bzw. auf Grund vielfältiger menschlicher Eingriffe haben alle drei Fließgewässer ihre landschaftsstrukturelle und ökologische Funktion behalten, aber auch viel ihrer Natürlichkeit verloren. Jedoch besitzen alle drei Gewässer potenziell die Grundlage zur langfristigen Entwicklung zu einem ökologischen Rückgrat ihrer Region. Ihre vorhandenen klimatologischen und landschaftsprägenden Funktionen sowie der vorhandene Bestand an Fauna und Flora bilden neben dem generellen Entwicklungspotenzial dafür eine gute Ausgangsbasis. Neben der sofortigen Einstellung der Belastung mit Abwässern und Nährstoffeinträgen aus der Landwirtschaft ist jedoch die Erstellung einer wissenschaftlich fundierten Pflege- und Entwicklungskonzeption für die Fließgewässer Salza, Laweke und Würdebach unerlässlich. Der ehrenamtlich wirkende AHA möchte eine derartige Erstellung im Rahmen seiner Möglichkeit begleiten und sich für eine umfassende praktische Umsetzung einsetzen, was strukturell u.a. in der Gründung einer entsprechenden Arbeitsgruppe sein Ausdruck finden soll.
Die nunmehr vorliegende Konzeption und deren praktische Umsetzung soll einen Beitrag zur Verbesserung der Struktur der Laweke und zur Umweltbildung leisten. Mit dem Einbringen der Störsteine und –hölzer sowie der Schwellen ist erst der praktische Beginn dieses Prozesses zu sehen. Nachfolgende Beobachtungen, Datenerfassungen und eventuell notwendige Korrekturarbeiten lassen daraus ein dauerhaftes Projekt entstehen, welches anderswo ebenfalls Umsetzung finden könnte. Der AHA beabsichtigt in dem Rahmen der obengenannten Arbeitsgruppe aus interessierten Personen, einen Pflegschaftsvertrag mit dem Unterhaltungsverband abzuschließen, welcher aber keinesfalls zum Personalabbau in der Einrichtung führen darf.

Als PDF: Konzeption Mäandrierung Laweke

Andreas Liste
Vorsitzender

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