Der Arbeitskreis Hallesche Auenwälder zu Halle (Saale) e.V. – AHA – verfolgt mit Sorge die Entwicklung der Dölauer Heide bis hin zum Naturschutzgebiet „Lindbusch“. Dazu zählen Trockenheit, Hitze und Windbruch in Folge vermehrter Stürme sowie Massenabholzungen und zum Beispiel die Nutzung als Austragungsort für Feuerwehrübungen während der Brut- und Setzzeit. Besorgniserregend ist ebenfalls das zunehmende Umbauen mit Wohngebieten und das skandalöse Voranschreiten des Neubaus der Bundesautobahn 143 und anderer damit verbundener Straßenbauvorhaben, welche neben dem Flächenverbrauch, Mehrung von Verkehrsbelastungen wie Lärm, Abgas- und Feinstaub zur weiteren Verinselung beider Schutzgebiete führt. Einhergehend mit diesen Vorgängen sind Verluste von Biotop- und Grünverbünden sowie der Austausch von Frisch- und Kaltluft mit dem Umland.

Der Arbeitskreis Hallesche Auenwälder zu Halle (Saale) e.V. – AHA – weist immer wieder und mit Nachdruck darauf hin, dass das 740,00 ha große Landschaftsschutzgebiet „Dölauer Heide“ eines der größten zusammenhängenden Waldgebiete in der näheren Umgebung der Stadt Halle (Saale) bildet. Zusammen mit der Saaleaue stellt die Dölauer Heide ein wichtiges Vernetzungswerk für die Entwicklung von Biotop-Verbundsystemen dar. Sie erfüllt vielfältige ökologische Funktionen, zum Beispiel die Lufthygiene, und schafft günstige Lebensräume für Pflanzen, Tiere und Pilze.
Dies drückt sich u.a. auch in der Existenz der in dem Landschaftsschutzgebiet „Dölauer Heide“ liegenden Naturschutzgebiete „Bischofswiese (NSG0117)“; Größe: 52,04 ha und „Lindbusch“; Größe: ca. 20,60 ha aus.

https://lau.sachsen-anhalt.de/naturschutz/schutzgebiete-nach-landesrecht/landschaftsschutzgebiet-lsg/lsg37

https://halle.de/fileadmin/Binaries/Verwaltung/Stadtpolitik_und_Ortsrecht/Satzungen_und_Verordnungen/GB_II_Stadtentwicklung_Umwelt/FB_Umwelt/SR_925-0_Doelauer_Heide.pdf

https://www.natura2000-lsa.de/schutzgebiete/naturschutzgebiete/bischofswiese.html

https://lvwa.sachsen-anhalt.de/das-lvwa/landwirtschaft-umwelt/naturschutz-landschaftspflege-bildung-fuer-nachhaltige-entwicklung/naturschutzgebiete-in-sachsen-anhalt/lindbusch

Ferner ist die Dölauer Heide ein sehr bedeutsames Naherholungsgebiet für die Menschen der Region.
Nach Auffassung des Arbeitskreises Hallesche Auenwälder zu Halle (Saale) e.V. – AHA – sollte die Vegetation der Dölauer Heide eine naturnahere Entwicklung in Richtung eines standorttypischen winterlindenreichen Traubeneichen-Hainbuchenwaldes erfahren. Dies ist möglich, wenn die Dölauer Heide immer mehr einer sukzessiven Entwicklung überlässt und Bewirtschaftungsmaßnahmen sich immer mehr auf die Freihaltung von Wegen und Plätzen sowie der damit verbundenen Gefahrenabwehr beschränken.

Der Arbeitskreis Hallesche Auenwälder zu Halle (Saale) e.V. – AHA – weist in dem Zusammenhang ferner darauf hin, dass Lindbusch und Dölauer Heide zum ca. 705,00 ha großen Schutzgebiet nach der europäischen Fauna-Flora-Habitat (FFH)-Richtlinie Dölauer Heide und Lindbusch bei Halle ((EU-Code: DE 4437-308, Landescode: FFH0122)) gehören. Im § 1 Absatz 4 ANLAGE NR. 3.128 GEBIETSBEZOGENE ANLAGE FÜR DAS FFH-GEBIET “DÖLAUER HEIDE UND LINDBUSCH BEI HALLE“ (EU-CODE: DE 4437-308, LANDESCODE: FFH0122) ist dazu folgendes vermerkt, Zitat:

„Das Gebiet umfasst die Naturschutzgebiete „Bischofswiese“ (NSG0117) und „Lindbusch“ (NSG0116) sowie das Landschaftsschutzgebiet „Dölauer Heide“ (LSG0037SK), überschneidet sich mit dem Landschaftsschutzgebiet „Dölauer Heide“ (LSG0037HAL), ist eingeschlossen von dem Naturpark „Unteres Saaletal“ (NUP0006LSA), umfasst die Flächennaturdenkmale „Waldohreulenschlafplatz Dölauer Heide“ (FND0002HAL) und „Diptamstandort Dölauer Heide“ (FND0003HAL).“, Zitat Ende

https://www.natura2000-lsa.de/schutzgebiete/natura2000-gebiete/doelauer-heide-und-lindbusch-bei-halle-.html

https://www.bfn.de/natura-2000-gebiet/doelauer-heide-und-lindbusch-bei-halle

Damit ist deutlich erkennbar, welche Schutzbedeutung die Dölauer Heide besitzt und sich daraus ein entsprechender Umgang ableiten muss.

Der Arbeitskreis Hallesche Auenwälder zu Halle (Saale) e.V. – AHA – fordert daher nun schon seit mehreren Jahrzehnten alle Verantwortlichen in Politik und Verwaltung des Landes Sachsen-Anhalt, des Landkreises Saalkreises, der Stadt Halle (Saale) und der Gemeinde Salzatal auf alles zu tun, um den Schutz und den Erhalt von Dölauer Heide und Lindbusch zu gewährleisten. Dazu gehört der Stopp aller Massenabholzungen und die Beförderung der sukzessiven Entwicklung beider Schutzgebiete.

Der Arbeitskreis Hallesche Auenwälder zu Halle (Saale) e.V. – AHA – und die Fachgruppe „Mykologie“ des Naturschutzbundes Deutschland (NABU), Regionalverband Halle/Saalkreis e.V. führten am Samstag, dem 10.10.2026, eine ca. dreistündige gemeinsame mykologische Exkursion in den westlichen Teil der Dölauer Heide durch.
Treff war 10.00 Uhr am Heidebahnhof in der Salzmünder Straße
Bereits zu Beginn der Exkursion verschafften sich die Exkursionsteilnehmerinnen und Exkursionsteilnehmer einen entsprechenden Grobüberblick zur Entwicklung, zum Schutz und zum Erhalt der Dölauer Heide. Im Anschluss daran verdeutlichten die anwesenden Mitglieder des Naturschutzbundes Deutschland, Regionalverband Halle-Saalkreis e.V., Fachgruppe Mykologie bei der Suche und Auswertung der Funde von 74,00 verschiedenen Pilzarten, welche ökologische Bedeutung Pilze im Stoffkreislauf der Natur, als Symbiosepartner für verschiedene Gehölzarten sowie Nahrungsgrundlage für Mensch und Tier besitzen. Die Exkursionsteilnehmerinnen und Exkursionsteilnehmer waren sich schnell einig, dass es dringend erforderlich ist Pilze massiv zu schützen. Dazu ist es erforderlich Alt- und Trockenholz in Natur und Landschaft zu belassen.
Trotz der momentanen oberflächlichen, niederschlagsbedingten hydrologischen Entspannung, diskutierten mit Besorgnis die Exkursionsteilnehmerinnen und Exkursionsteilnehmer darüber, dass Hitze und Trockenheit auch Spuren in der Pilzwelt hinterlassen haben. Es ist davon auszugehen, dass dadurch auch das Pilzmyzel Schaden genommen hat. Dies beeinträchtigt nicht nur die Pilzwelt im engeren Sinn, sondern auch ihre besonderen Symbiosen mit Eichen, Birken, Kiefern u.a. Baumarten sowie ihrer Bedeutung im gesamten Waldorganismus, wozu auch eine artübergreifende Kommunikation gehört.
In dem Zusammenhang gilt es auf die besondere Bedeutung und Einordnung des Schutzes der Funga hinzuweisen.
Der Wissenschaftliche Dienste des Deutschen Bundestages hat dazu eine Dokumentation unter der Überschrift „Schutz der Funga neben Fauna und Flora Naturschutzrechtliche Regelungen auf nationaler, europäischer und internationaler Ebene“, mit Abschluss der Arbeit: 31. Mai 2022, Aktenzeichen: WD 8 – 3000 – 019/22 erarbeitet und sich dabei u.a. auf Veröffentlichungen der Deutschen Gesellschaft für Mykologie e.V. bezogen.

https://www.bundestag.de/resource/blob/902754/48ea629418c1555d9bf092db4fa66bc2/WD-8-019-22-pdf-data.pdf

https://www.dgfm-ev.de/infothek/was-ist-ein-pilz

https://www.dgfm-ev.de/infothek/lebensweisen-der-pilze

Daher gilt es den Pilzen endlich einen eigenständigen Schutzanspruch und damit eine entsprechende Erwähnung einzuräumen.

In dem Zusammenhang mit der Beobachtung und Feststellung zahlreicher Aktivitäten von Schwarzwild im Exkursionsgebiet, bekräftigt der Arbeitskreis Hallesche Auenwälder zu Halle (Saale) e.V. – AHA – die große Bedeutung und die Funktionen von Wildschweinen in Wald und Feld. Das Aufbrechen von Böden führt zur Auflockerung, zur Bodenumwälzung und lässt neue kleinere Biotope entstehen. Die Auflockerungen und Bodenumwälzungen befördern die Wasseraufnahme, die Bodendurchlüftung, die Zersetzung von organischer Substanz, die Aufnahme von Saat- und Pflanzgut und deren Keimung und Wurzeln, mit den Rüsseln verbreiten sie Pflanzenteile, Saatgut und Pilzmyzel und -sporen, regulieren Bestände von Kleinsäugern und Insekten, vertilgen Aas. Somit haben diese Tiere eine sehr wichtige Bedeutung zur Entwicklung von Umwelt, Natur und Landschaften mit ihrer Fauna, Flora, Funga und den dazugehörigen Böden.
Als natürliche Feinde von Wildschweinen gilt in Mitteleuropa vorrangig der Wolf, welcher durchaus im Rudel auch erwachsene und wehrhafte Tiere jagt, während Luchs, Fuchs, Wildkatze und Uhu gelegentlich Jagd auf Jungtiere machen.
Für einen ausgeglichenen Bestand an Fauna ist es daher sehr wichtig die Prädatoren zu schützen und zu befördern.
Auf keinen Fall nachvollziehbar sind die ständig medial verbreiteten Angst- und Horrorszenarien, welche häufig eng mit Tötungsfantasien verbunden sind. So zum Beispiel im Bereich der Dölauer Heide und dem angrenzenden 12,5 ha großen Heidesee, wo der derzeitige Betreiber genau dies verbreiten lässt.

https://lvwa.sachsen-anhalt.de/projekte/geocaching/heidesee-tour

Dabei ist es verständlich und logisch, dass auf Grund der räumlichen Nähe zwischen Dölauer Heide und Heidesee auch Wildschweine das Gesamtareal aufsuchen.
Hier fordert der Arbeitskreis Hallesche Auenwälder zu Halle (Saale) e.V. – AHA – mehr Fachlich- und Sachlichkeit ein.

Angesichts der umfassenden und vielfältigen Schutzbedürftigkeit, des bestehenden Schutzes sowie der massiven Bedrohung der bedeutsamen Landschafts- und Naturräume Dölauer Heide und Lindbusch ruft der Arbeitskreis Hallesche Auenwälder zu Halle (Saale) e.V. – AHA – Interessenten auf, sich selbst umfassend in den Schutz und die Entwicklung beider Landschafts- und Naturbestandteile einzubringen und in der vom Arbeitskreis Hallesche Auenwälder zu Halle (Saale) e.V. – AHA – in Aufbau befindlichen kreis- und ortsübergreifenden Arbeitsgruppe Dölauer Heide/Lindbusch mitzuwirken.
Wer Interesse hat in dieser ehrenamtlichen Arbeitsgruppe mitzuwirken, kann sich an folgende Anschrift wenden:

Arbeitskreis Hallesche Auenwälder
zu Halle (Saale) e.V. – AHA
Große Klausstraße 11

06108 Halle (Saale)

E-Mail: aha_halle@yahoo.de

Andreas Liste
Vorsitzender

Halle (Saale), den 25.10.2026

Fotos: Dietmar Hörner

Pilzwanderung westliche Dölauer Heide (MTB 4437,34)

10.10. 2026, 65 Teilnehmer, 74 Arten

  1. Fliegenpilz
  2. Grüner Knollenblätterpilz
  3. Gelber Knollenblätterpilz
  4. Flockenstieliger Hexenröhrling
  5. Samtfußkrempling
  6. Kahler Krempling
  7. Safranschirmpilz
  8. Keulenfußtrichterling
  9. Lästiger Ritterling
  10. Goldfellschüppling
  11. Kartoffelbovist
  12. Waldfreundrübling
  13. Rotfüßchen
  14. Goldmistpilz
  15. Knoblauchschwindling
  16. Bärtiger Ritterling
  17. Gezohnter Ohrlappenpilz
  18. Rehbrauner Dachpilz
  19. Kleiner Waldchampignon
  20. Karbolchampignon
  21. Riesenkrempentricherling
  22. Rißpilze
  23. Wasserfleckiger Trichterling
  24. Fuchsiger Rötel-Trichterling
  25. Anistrichterling
  26. Buckeltäubling
  27. Stachelbeertäubling (Säufernase)
  28. Rote Täublinge (nicht genau bestimmt)
  29. Hallimasch
  30. Buntstieliger Helmling
  31. Violettlicher Helmling
  32. Nebelkappe
  33. Kuhröhrling
  34. Stinkmorchel
  35. Kakao Fälbling
  36. Butterpilz
  37. Roßhaarschwindling
  38. Leberreischling
  39. Roter Pustelpilz
  40. Birkenporling
  41. Zaunblättling
  42. Pappelschüppling
  43. Parasolpilz
  44. Violetter Lacktrichterling
  45. Rotbrauner Milchling
  46. Glimmertintling
  47. Pantherpilz
  48. Semmelstoppelpilz
  49. Zottiger Birkenreizker
  50. Buckeltramete
  51. Kupferroter Gelbfuß
  52. Würziger Tellerling
  53. Rettichfälbling
  54. Dünnschaliger Kartoffelbovist
  55. Jungfernschirmpilz
  56. Grauer Lärchenröhrling
  57. Goldröhrling
  58. Holzritterling
  59. Klebriger Hörnling
  60. Graue Koralle
  61. Ziegelroter Schwefelkopf
  62. Grünblättriger Schwefelkopf
  63. Mehlräsling
  64. Zitronentäubling
  65. Hasenpfote
  66. Zinnoberrote Tramete
  67. Geflecktblättriger Flämmling
  68. Falscher Pfifferling
  69. Fleischfarbener oder gallert Fältling
  70. Laubholz-Harzporling
  71. Kugelsporiger Krüppelfuß
  72. Spitzschuppiger Schirmling
  73. Spaltblättling
  74. Cortinarius daulnoyae