Kategorie: Presseerklärungen (Seite 3 von 66)

AHA hält Überprüfung der Wohnungspolitik in Deutschland für dringend geboten

Im Blickpunkt des Zustroms von Flüchtlingen nach Europa, insbesondere nach Österreich, Deutschland und den skandinavischen Ländern, verstärkt sich momentan der Ruf nach Wohnungsneubau.

Der Arbeitskreis Hallesche Auenwälder zu Halle (Saale) e.V. (AHA) folgt dem grundsätzlichen Verständnis ebenfalls für asylrechtlich anerkannte Migranten ausreichend und umfassend angemessenen und bezahlbaren Wohnraum zur Verfügung zu stellen. Laut „Asylgeschäftsstatistik für den Monat Februar 2016“ des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge haben alleine im bisherigen Berichtsjahr 2016 insgesamt 120.642 Personen einen Asylantrag gestellt, davon 117.392 als Erstantrag und 3.250 Folgeanträge. Davon traf man bisher im Jahr 2016 für 100.977 Personen eine Entscheidung, wovon 64.670 eine Rechtsstellung als Flüchtling, 465 Personen nach § 4 Asylgesetz (AsylG) Subsidiären Schutz und 555 Personen Abschiebungsverbot erhalten haben.

Dagegen steht laut vom Statistischem Bundesamt für Statistik zusammengetragener Daten in „Gebäude und Wohnungen Bestand an Wohnungen und Wohngebäuden Bauabgang von Wohnungen und Wohngebäuden Lange Reihen ab 1969 – 2014“ ausschnittsweise im Zeitraum der Jahre 1993 bis 2014 deutschlandweit ein Abgang 190.994 ganzer Wohngebäude. Allein im Jahr 2014 ist die Zahl mit 6 421 Wohngebäuden beziffert.

Im Rahmen einer jüngst abgehaltenen Konferenz in Gotha bekräftigen laut „Süddeutscher Zeitung“ (SZ) vom 11.03.2016 und „Neues Deutschland“ vom 12.03.2016 ostdeutsche Oberbürgermeister, dass der Wohnungsabriss weitergehen muss. Die weiteren Angaben in der SZ beinhalten weiter, dass der Leerstand im Osten bis 2030 nahezu flächendeckend deutlich über zehn Prozent, vielerorts sogar über 20 Prozent liegen soll. Daraus leitet man einen Bedarf an Rückbau mit rund 624 000 Wohnungen im Osten und 60 000 Wohnungen im Westen ab. In den Zahlen sei die Nachfrage nach Wohnungen für Flüchtlinge allerdings noch nicht berücksichtigt. Die SZ sei weiter folgendermaßen zitiert,

„Nach Angaben des Deutschen Städtetages flossen in beide Programme 2015 jeweils 105 Millionen Euro, für dieses Jahr seien jeweils rund 98 Millionen vorgesehen. Anders als im Westen wird das Programm Ost ausschließlich von Bund und Land finanziert – die Kommunen brauchen keinen Eigenanteil zu leisten.“, Zitat Ende

Nach Auffassung des AHA gilt es vorrangig diesen Prozess zu stoppen, um den Sozialwohnungsbestand auf diesem Weg zu erweitern. Weiter gibt der AHA zu bedenken, dass laut Statistischem Bundesamt eine „Zunahme der Siedlungs- und Verkehrsfläche um 73 ha pro Tag von 2010 bis 2013“ erfolgte. Ein sehr besorgniserregender Prozess, was den zunehmenden Ruf nach vermehrtem Wohnungsneubau in einem sehr umstrittenen Bild erscheinen lässt.

In dem Blickfeld betrachtet ist nach Auffassung des AHA beispielsweise einer erneuten Forcierung von Bebauungen auf dem 280 ha großen Gelände des einstigen Berliner Flughafen Tempelhof eine Abfuhr zu erteilen. Pläne in einem Gesetzentwurf des Senates verpackt am Rand des Gebietes auf 30 ha 4.700 Wohnungen und Bürokomplexe zu errichten, erhielten im Mai 2014 per Volksentscheid eine deutliche Absage. Dieses Votum zu respektieren gebietet schon alleine die Achtung demokratisch zu Stande gekommener Entscheidungen. Ferner vertritt der AHA die Auffassung, dass wir nicht weniger, sondern mehr Grüngebiete aller Größen benötigen, welche es gilt in Biotop- und Grünverbünde zusammenzufassen. Derartige Schutz- und Entwicklungsmaßnahmen dienen der Verbesserung des Stadtklimas und –bildes, einer hohen Wohn- und Lebensqualität, einer umfassenden
Naherholung und Entspannung der Bevölkerung sowie nicht zuletzt als Lebens- und Rückzugsraum von zahlreichen Tier- und Pflanzenarten.

Daher begrüßt der AHA auch Verhandlungen zwischen den Ländern Berlin und Brandenburg zur Unterbringung von Flüchtlingen. Fragen von sozial verträglichen Wohnen sowie Erhalt, Schutz und Weiterentwicklung von Umwelt, Natur und Landschaft dürfen keine weitere Zuspitzung erfahren. Daher sind bundesweite sowie länder- und kommunalübergreifende Lösung mehr denn je erforderlich und dringend geboten.

AHA fordert umweltverträgliche Nutzung der Seen und Fließgewässer in Sachsen, Sachsen – Anhalt und Thüringen

Im Dezember 2014 erfolgte die Vorlage eines Tourismuswirtschaftlichen Gesamtkonzeptes für die Gewässerlandschaft im Mitteldeutschen Raum. Das hauptsächlich auf die Gebiete des Freistaates Sachsen und Land Sachsen-Anhalt bezogene Konzept umfasst den Großraum zwischen den großen und mittleren Städten Leipzig, Halle (Saale), Dessau-Rosslau, Naumburg, Weißenfels, Köthen und Wittenberg. Betroffen sind davon die Fluss- und Seenlandschaften an Elbe, Mulde, Saale, Weißer Elster, Unstrut, Pleiße, Parthe und Floßgraben sowie des Geiseltalsees, der Neuseenlandschaft bei Leipzig, Goitzsche und der Seen im Dübener Park. Es erstreckt sich aber auch bis zum Altenburger Land im Freistaat Thüringen.

Das Konzept ist nach Auffassung des Arbeitskreises Hallesche Auenwälder zu Halle (Saale) e.V. (AHA) vorrangig von einer umfassenden und intensiven Nutzung der Gewässer des Planungsgebietes geprägt. Dazu zählen die Beförderung des motorisierten Bootsverkehrs, die Errichtung von baulichen Anlagen an und in den Gewässern sowie der gezielte Aus- und Neubau von Kanalbauten aller Art. Es fehlt komplett die Berücksichtigung der Bedeutsamkeit des Planungsraumes als vielfältiger Natur- und Landschaftsraum, welcher Lebens- und Rückzugsraum für zahlreiche Tier- und Pflanzenarten bietet. Der AHA sieht in dem Planungspapier die klare und deutliche Zielrichtung, Umwelt, Landschaft und Natur den Bedürfnissen des Tourismus unterzuordnen. Derweil ist es erforderlich den Tourismus in die Schutzbedürfnisse dieser sehr bedeutsamen, arten- und strukturreichen Natur- und Landschaftsräume einzuordnen. Für den AHA haben jahrhundertlanger Bergbau sowie jahrzehntelange Verschmutzungen von Umwelt, Natur und Landschaft genug Schaden angerichtet. Von daher ist ein rasantes und sofortiges Umdenken dringend geboten.

Mit großer Sorge beobachtet der Arbeitskreis Hallesche Auenwälder zu Halle (Saale) e.V. (AHA) dabei beispielsweise das fortgesetzte und intensive Bestreben insbesondere des Freistaates Sachsen und des Landes Sachsen-Anhalt, des Landkreises Saalkreises sowie der Städte Leipzig und Halle (Saale) auf Kosten des Steuerzahlers Wassertourismus zu nutzen, um massiv den Motorbootverkehr zu befördern. Ein entscheidender Schritt dahin ist das Bestreben der sächsischen Staatsregierung im Rahmen der Änderung des Sächsischen Wassergesetzes eine massive Motorisierung der Fließ- und Standgewässer im Freistaat Sachsen zuzulassen, sich massiv für den Ausbau des Floßgrabens in Leipzig einzusetzen und zusammen mit Sachsen-Anhalt die Fortführung des in der Potenzialanalyse Elster-Saale-Kanal aus dem Jahr 2011 mit 106.004.035 Euro veranschlagten Elster-Saale-Kanals zu befördern. In dem Rahmen ist zudem besorgniserregend, dass das mit 37.867.500 Euro veranschlagte Schiffhebewerk für Schiffe mit einer Länge von 45 m ausgelegt sein soll.

Die Frage stellt sich schon nach dem Sinn des Vorhabens, welches auf einer Länge von 12 km ab Hafen Leipzig-Lindenau in den Jahren 1933 bis 1943 gebaut wurde und insgesamt 20 km betragen soll. Einst für 1.000 Tonnen-Schiffe konzipiert, wäre das Vorhaben womöglich zuerst ein teueres, steuerfinanziertes Vorhaben, wobei schon auf der Saale zwischen Halle – Trotha und der Elbe kein derartiges Wasserfahrzeug fährt. Auch die Gefahr des weiteren Ausbaus der Saale zwischen Merseburg und Halle nähme erheblich zu. Das hätte massive Eingriffe in weitgehend unverbaute und somit arten- und strukturreiche Abschnitte der Saale in dem Bereich zur Folge.

In dem Blickfeld betrachtet, ist der AHA der Auffassung dieses Vorhaben aus ökologischen und ökonomischen Gesichtspunkten sehr skeptisch zu beurteilen. Die nunmehr 90.000,00 Euro teure, aus Steuermitteln finanzierte Machbarkeitsstudie geht bewusst von einer sehr vielfältig zu betrachtenden sehr hohen Erwartung aus, wenn man 500.000 Touristen im Jahr zu Grunde legt. Das wären 1.369,87 Touristen pro Tag. Dies gilt es jedoch mit großer Skepsis zu betrachten. Entweder es tritt nicht ein und die Steuermittel wären verpulvert oder es tritt ein und es entstehen zahlreiche zusätzliche Straßen, Parkplätze und Gebäude in einem geplanten bzw. kalkulierten Kostenumfang in Höhe von 10.868.875 Millionen Euro. Verheerend, wenn man an beide Vorstellungen denkt.

Wie die „Mitteldeutsche Zeitung“ am 08.03.2016 auf Seite 13 berichtete, beabsichtigen nun offenbar die eifrigen Befürworter dieses ökonomischen und ökologisch unsinnigen Vorhabens Saale-Elster-Kanal, auch noch einen Planfeststellungsbeschluss aus dem Jahr 1934 auf Gültigkeit zu überprüfen. Neben der unfassbaren und vollkommen inakzeptablen Instinkt- und Geschmacklosigkeit in einer Zeit zunehmender rassistischer und faschistischer Aktivitäten im heutigen Deutschland, Nazidokumente heranzuziehen, ist davon auszugehen, dass dieses Machwerk ökologische Aspekte gar nicht berücksichtigt hat und die heutigen Aufwendungen überhaupt nicht darstellen kann. Hier fordert der AHA die öffentlichen und privaten Kanaleiferer auf, sich unverzüglich sowie unmissverständlich klipp und klar von solchen braunen Dokumenten zu distanzieren.

Neben der massiven Störung des natur- und umweltverträglichen Wassertourismus in Form von Bedrängung der Paddler und Ruderer, ist mit der Zunahme von Verlärmung und Luftverschmutzung zu rechnen. Zudem sieht der AHA die Gefahr in einem motorbootgerechten Ausbau der Infrastruktur, welche sich u.a. in vermehrten Baumaßnahmen wie Fließgewässerbegradigungen, Uferbefestigungen und der Errichtung von großen Steganlagen manifestieren könnte. Insbesondere Elbe, Saale, Mulde, Unstrut, Weiße Elster und Pleiße sowie ihre Nebengewässer sind von massiven Ausbau-maßnahmen, Verlärmung und Abgasbelastungen von Motorbooten bedroht. Eng damit verbunden sind die Belastungen und Bedrohungen der gesamten Planungsregion verbunden. In der Neuseenlandschaft –ebenso wie in den Fließgewässern-, bedeutet zudem eine Änderung des Sächsischen Wassergesetzes, dass die gegenwärtigen Einschränkungen und Verbote in Sachen Motorbootverkehr aufgehoben wären. Damit ist eine echte Beeinträchtigung des touristischen Wertes des Gebietes verbunden. Darüber hinaus würde das nach den ursprünglichen massiven bergbaulichen Eingriffen in die Siedlungsstruktur, in die natürliche Umwelt und in das Landschaftsbild, zu einer erneuten umfassenden, durch nichts zu rechtfertigten Beeinträchtigung von Lebens-, Erholungs- und Wohnraum der Menschen, in Natur, Landschaft und Umwelt führen.
Ähnlich sieht der AHA die Gefahren für den Geiseltalsee in Sachsen-Anhalt, wo man mit einer Allgemeinverfügung des Landkreises Saalekreises vom 10.08.2012 u.a. das von Motorbooten mit 10 m Länge und 20 PS-Motoren zugelassen hat. Auch hier ist mit zunehmender Verlärmung und Luftverschmutzung, aber ebenso mit verstärktem Wellenschlag zu rechnen, was zur Störung bzw. Zerstörung ganzer Uferzonen führen kann.

Im Interesse einer sauberen Umwelt, Landschaft und Natur sowie eines umwelt- und naturverträglichen Tourismus fordert der AHA den Landtag und die Staatsregierung Sachsens auf, diese Änderung des Wassergesetzes wieder aufzuheben. Ferner appelliert der AHA an den Freistaat Sachsen, an das Land Sachsen-Anhalt und den Landkreis Saalekreis und die Stadt Halle (Saale) die Neuseenlandschaft und den Geiseltalsee sowie die Weiße Elster und die Pleiße von jeglicher Motorisierung freizuhalten.

Stattdessen sollten der Freistaat Sachsen und das Land Sachsen-Anhalt alles tun, Umwelt, Natur und Landschaft eine weitere und nachhaltigere gesunde Entwicklung zu ermöglichen und in dem Zusammenhang den Tourismus einzuordnen.
Ferner ist es unverständlich, dass u.a. das Land Sachsen-Anhalt im Rahmen des Doppelhaushaltes 2015/2016 an der Einstellung der Zugstrecken Klostermansfeld – Wippra (Wipperliese), Wittenberg – Bad Schmiedeberg sowie Merseburg – Schafstädt festhält. Diese drei Bahnstrecken gehören zu touristisch bedeutsamsten Strecken, welche zum Südharz führt, die Wiege der Reformation der Kirche, den Kuranlagen in Bad Schmiedeberg und zur Dübener Heide verknüpft sowie die historische Stadt Merseburg mit den Historischen Kuranlagen & Goethe-Theater Bad Lauchstädt verbindet. Die Erhaltung der Bahnstrecken bildet ein Bindeglied zwischen landesspezifischen Tourismus und Beitrag zur Umsetzung notwendiger Ziele im Umwelt-, Landschafts- und Naturschutz. Dazu ist es erforderlich alles zu unternehmen, um Touristen von der Straße auf die Schiene zu bringen. Dazu gehören z.B. Koppelung von Eintrittskarten zu Stätten und Veranstaltungen mit den Fahrkarten, die Einrichtung von Rabattsystemen, die Verbesserung von Kapazitäten zur Mitnahme von Fahrrädern sowie verstärkte Werbung für diese Strecken.

Um diesen Forderungen Nachdruck zu verleihen, beabsichtigt der AHA eine ehrenamtliche Arbeitsgruppe zur Beförderung eines umwelt- und naturverträglichen Wassertourismus zu bilden.

Wer Interesse hat für einen nachhaltigen Schutz und Erhalt sowie an einer naturnahen Entwicklung der Auenlandschaften an Elbe, Saale, Mulde, Unstrut, Weißer Elster, Luppe, Nahle, Pleiße und Parthe sowie der Seenlandschaft Mitteldeutschlands mitwirken möchte, wende sich bitte an folgende Kontakte:

Arbeitskreis Hallesche Auenwälder
zu Halle (Saale) e.V. – (AHA)

Große Klausstraße 11
06108 Halle (Saale)
Tel.: 0345 – 2002746
Fax.: 01805-684 308 363
E-Mail AHA: aha_halle@yahoo.de
E-Mail UBM: ubh2004@yahoo.de
Internet: http://www.aha-halle.de

Arbeitskreis Hallesche Auenwälder
zu Halle (Saale) e.V. – (AHA)

Regionalgruppe Merseburg-Leuna-Bad Dürrenberg
/Umweltbibliothek Merseburg „Jürgen Bernt-Bärtl“
Weiße Mauer 33
06217 Merseburg
Tel.: 0176 – 52562945
Fax.: 0180-5684 308 363 (deutschlandweit zum Ortstarif)
E-Mail AHA: aha_halle@yahoo.de
E-Mail UBM: ubh2004@yahoo.de

Arbeitskreis Hallesche Auenwälder
zu Halle (Saale) e.V. – (AHA)

Regionalgruppe Leipzig und Umland
Otto-Adam-Straße 14
04157 Leipzig
Tel.: 0176/84001924
Fax.:01805-684 308 363
E-Mail: aha_halle@yahoo.de
Internet: http://www.aha-halle.de

Arbeitskreis Hallesche Auenwälder
zu Halle (Saale) e.V. – (AHA)

Ortsgruppe Dessau-Roßlau
Donnerstag von 19.00 bis 20.00 Uhr
im Schwabehaus
in der Johannisstraße 18
06844 Dessau-Roßlau
Tel.: 0340 – 66158320
Fax.: 0180 – 573 737 6961
(beide Verbindungen deutschlandweit zum Ortstarif)

Arbeitskreis Hallesche Auenwälder
zu Halle (Saale) e.V. – (AHA)

Regionalgruppe Wettin-Könnern-Bernburg
Dienstag: von 18.00 bis 19.00 Uhr
attac-Villa Könnern
Bahnhofstraße 06
06420 Könnern (Saale)
Tel.: 034691/52435
Fax.: 01805-684 308 363 (deutschlandweit zum Ortstarif)

AHA hält Schutz der Saaleaue zwischen den halleschen Naturschutzgebieten „Nordspitze Peißnitz“ und ”Forstwerder“ für dringend geboten

Der Arbeitskreis Hallesche Auenwälder zu Halle (Saale) e.V. (AHA) sieht es für dringend erforderlich an, die Saaleaue zwischen den Naturschutzgebieten „Nordspitze Peißnitz“ und ”Forstwerder“ wieder verstärkt naturnaher entwickeln zu lassen. Dieser Teil der Saaleaue, welches einst weitgehend unverbaut geblieben war sowie in enger Korrelation mit dem Naturschutzgebieten „Nordspitze Peißnitz“ und ”Forstwerder“, welche zusammen das FFH-Gebiet „Nordspitze der Peißnitz und Forstwerder in Halle“ ergeben, dem geschützten Landschaftsbestandteil Amselgrund und Kreuzer Teichen, dem geschützten Landschaftsbestandteil Amtsgarten und dem flächenhaften Naturdenkmal Klausberge steht, gehört zu den wichtigsten Biotop- und Grünverbundräumen im halleschen Saaletal. Ferner bilden diese Saaleauenlandschaften ein zentrales Element des 2.314 ha großen Landschaftsschutzgebiets „Saaletal in der kreisfreien Stadt Halle (Saale)“.

Gegenwärtig muss der AHA jedoch feststellen, dass die Aufforderung vom 16.01.2016 sämtliche baulichen Eingriffe im Nordteil der Peißnitzinsel, wozu auch das ca. 10 ha großen Naturschutzgebiet „Nordspitze Peißnitz“ gehört, endlich einzustellen, keine Reaktion seitens der zuständigen Stadt Halle (Saale) zur Folge hatte. Stattdessen mussten AHA-Mitglieder am Freitag, den 04.03.2016 beobachten, dass umfassende Wegebauarbeiten bis an das Naturschutzgebiet heran erfolgen. Diese aus dem Fluthilfefond vom Steuerzahler finanzierten und der Querfurter Bauhütte GmbH ausgeführten Bauarbeiten haben zu massiven Eingriffen in Umwelt, Landschaft und Natur geführt. Ungehindert der Tatsache, dass im März die Brutzeit voranschreitet, Säugetierarten -wie Igel- sich noch im Winterschlaf befinden, realisierte man erhebliche Boden-, Fäll- und Ausholzungsarbeiten.

Die gegenwärtigen massiven zerstörerischen Eingriffe im Überflutungsgebiet der Saale, als „Hochwasserschadensbeseitigung“ deklarierten Arbeiten sind nach Auffassung des AHA vollkommen inakzeptabel, zeugen erneut deutlich und unübersehbar von einem weiteren Beispiel schwerster Missachtungen naturschutzfachlicher und –rechtlicher Mindestnormen durch die Verantwortlichen der Stadt Halle (Saale).
Der AHA fordert daher erneut und mit Nachdruck die Stadt Halle (Saale) als zuständige untere Naturschutzbehörde auf, die Arbeiten unverzüglich zu stoppen. An die Verantwortlichen im Bund und im Land Sachsen-Anhalt appelliert der AHA die zur Zerstörung von Umwelt, Natur und Landschaft missbrauchten Steuergelder zurückzufordern. Ferner hält der AHA die Prüfung der strafrechtlichen Relevanz durch die Staatsanwaltschaft für dringend geboten. Ggf. ist eine Beschwerde bei der EU-Kommissionen zu prüfen, da die fortgesetzten massiven Eingriffe und Schäden an dem Schutzgebiet, hinsichtlich Häufigkeit und Heftigkeit zunehmen.

Derartige Vorkommnisse und Ereignisse führen nach Auffassung des AHA dazu, dass sein seit dem Jahr 1980 bestehendes Engagement zum Schutz, Erhalt, Betreuung und Entwicklung der Saaleaue zwischen den Naturschutzgebieten „Nordspitze Peißnitz“ und ”Forstwerder“ dringend geboten ist und sogar eher einer umfassenden Verstärkung bedarf.

Wer sich dazu ebenso ehrenamtlich mit einbringen möchte, wende sich bitte an folgende Anschrift:

Arbeitskreis Hallesche Auenwälder zu Halle (Saale) e.V. – (AHA)
Große Klausstraße 11
06108 Halle (Saale)
E-Mail AHA: aha_halle@yahoo.de
Internet: http://www.aha-halle.de
Tel.:: 0345 – 2002746

Fotos Andreas Liste

AHA fordert Stopp des forstwirtschaftlichen Raubbaus

Mit großem Interesse hat der Arbeitskreis Hallesche Auenwälder zu Halle (Saale) e.V. (AHA) in der „Mitteldeutschen Zeitung“ vom 12.02.2016 auf Seite 3 den sehr euphorischen Artikel „Eichen aus Sachsen-Anhalt begehrt“ aufgenommen, welcher sehr detailliert die Grundlagen der gnadenlosen Abholzungen in Sachsen-Anhalts Wäldern darstellt. So fällt man zum Beispiel ökologisch wertvolle 200 bis 300 Jahre alte Eichen für ein Furnierhersteller aus Bayern, damit die Einrichtung eines gehobenen Restaurants erfolgen kann. Der hier angegebene Preis von 6.448,78 Euro lässt dabei deutlich erkennen, dass die bei der jüngsten Versteigerung am 11.02.2016 eingenommenen 686.004,01 Euro vorrangig von Firmen, Organisationen und Personen kann, welche über ein recht gutes Einkommen verfügen müssen.

Also verkauft Sachsen-Anhalt seine Bäume an den meistbietenden Gutbetuchten? Nach Auffassung des AHA sieht das genau danach aus. Bereits seit dem Jahr 1980 mahnt der heutige AHA immer wieder den Schutz und Erhalt unserer Wälder an. Nur seit dem Jahr 2003 muss der ehrenamtliche und gemeinnützige Umwelt- und Naturschutzverein eine Zunahme von Holzeinschlägen feststellen. Dabei verstärken sich auch die Abholzungen u.a. im Plötzkauer Auenwald, im Dröbelschen Busch, in der Sprohne, im Hakel, im Zeitzer Forst und im Salegaster Forst. Die genannten Waldgebiete gehören entweder zu Naturschutzgebieten, zum europäischen Schutzgebietssystems NATURA 2000 und zu einem EU-Vogelschutzgebiet – Special Protected Area (SPA) oder grenzen unmittelbar an sie heran.

Die Abholzungen, welche zumeist arten- und strukturzerstörende Ausmaße angenommen haben, finden häufig mit den Begründungen statt, Eichen in ihrem Bestand zu befördern. Es ist schon dreist, derartige Unwahrheiten zu verkünden, wenn die praktischen Taten ganz andere Bilder vermitteln. Dabei haben viele derartige Wälder mit direkten bzw. indirekten Eingriffen für Verkehrs-, Gewerbe- und Siedlungsbauten sowie Störungen in Folge dieser Maßnahmen zu kämpfen. Da seien die vergangenen Flussbegradigungen der Saale im Bereich des Plötzkauer Auenwaldes und der Sprohne, die Zerschneidung des FFH-Gebietes Nr. 103 – „Nienburger Auenwald Mosaik zwischen Dröbelschen Holz und Sprohne mit der B6n sowie der Flugplatz Cochstedt unweit des Hakels zu nennen.
Die Frage stellt sich nun, welche Gutachter und Naturschützer derartige Abholzungen, welche selbst besonders sensible Schutzgebiete nicht verschonen, absegnen und legitimieren?

Im Rahmen seiner zahlreichen Exkursionen und Begehungen stellt der AHA eine besorgniserregende Negativveränderung in den jeweiligen Waldgebieten fest. Dazu zählen das Einbüßen von Arten- sowie Strukturvielfalten sowie die Zunahme von Monostrukturen durch Reih- und Gliednachpflanzungen mit wenigen Gehölzarten. Auf Grund der zunehmend besorgniserregenden Entwicklung fordert der AHA mit Nachdruck die Schutzgebiete aller Art von derartigen Abholzungen zu verschonen, ein nachhaltiges Waldkonzept für das Land Sachsen-Anhalt zu entwickeln, eine arten- und strukturreichere Landwirtschaft zu befördern, Flächenversiegelungen stark herunterzufahren, Biotop- und Grünverbindungen auszuweiten bzw. neu zu ermöglichen sowie insbesondere in den Schutzgebieten eine ausschließlich sukzessive Weiter-, Wieder- und Neuentwicklung zuzulassen.

Der AHA verweist noch einmal mit Nachdruck auf die allseits bekannten Funktionen arten- und strukturreicher Wälder als Lebens- und Rückzugsraum zahlreicher Tier- und Pflanzenarten, als sehr wichtiger Bestandteil des Klimaschutzes und der Klimaverbesserung, als Ort der Gesundheit, Naherholung, Wissenschaft. Lehre, Kultur und Bildung sowie der Verbesserung der Wohn- und Lebensqualitäten hinzuweisen. Diese Funktionen zu sichern, besser noch zu optimieren muss sich endlich auch zu einem zentralen Bestandteil der Politik im Land Sachsen-Anhalt entwickeln. Daher ruft der AHA die Wählerinnen und Wähler in Sachsen-Anhalt auf, den Umgang mit Umwelt, Natur und Landschaft als eine sehr wichtige Entscheidungsgrundlage für die Abgabe der Stimme zur Landtagswahl am 13.03.2016 zu verwenden.

DRK-Trainings- und Ausbildungszentrum verstärkt Zerstörung von Natur, Landschaft und Umwelt an Halles Hufeisensee

Wie bereits mehrfach vom Arbeitskreis Hallesche Auenwälder zu Halle (Saale) e.V. (AHA) festgestellt und dargelegt, bedarf es im Interesse der Allgemeinheit eines wissenschaftlichen Gesamtkonzeptes für den Schutz und der Entwicklung des Hufeisensees im Osten der Stadt Halle (Saale), welches die Belange des Umwelt-, Natur- und Landschaftsschutzes, des Tourismus und der Naherholung, des Sportes sowie der Land- und Forstwirtschaft untersucht und zueinander abwägt.
Der am 25.03.2015 mehrheitlich vom Stadtrat der Stadt Halle (Saale) beschlossene Bebauungsplan 158 „Freizeit- und Erholungsraum Hufeisensee“ erfüllt dieses Anliegen in keiner Weise. Dazu zählen das nunmehr begonnene Vorhaben zur Errichtung eines 27-Loch-Golfplatzes sowie die unverantwortliche Ausweitung der Wassersportanlagen sowie die Errichtung eines Campingplatzes im Süden des Hufeisensees.

Ganz besonders zählen aber auch die baulichen Einrichtungen von Badestränden im Norden und Nordwesten des Hufeisensees sowie eines asphaltierten 6 km langen und mindestens 3 m breiten Rundweges um den See herum.

Die vorgesehenen Standorte der Badestrände mit ihren Schilfbereichen und Gehölzhecken – welche zudem einen Schutz nach § 22 Absatz 1 Nummer 8 Naturschutzgesetz des Landes Sachsen-Anhalt genießen – bilden einen sehr wichtigen Lebens- und Rückzugsraum für zahlreiche Tier- und Pflanzenarten. Gerade die Entwicklung in den letzten 33 Jahren hat zu einer umfassenden ökologischen Aufwertung geführt. So nutzen z.B. zahlreiche Wasservögel, Lurche und Insekten diese angedachten Strandbereiche. Im Falle der Umsetzung der Pläne ist mit einer massiven Zerstörung einer jahrzehntelangen sukzessiven Entwicklung zu rechnen.

24-Halle-Büschdorf Hufeisensee Westufer Blick Nach Nordosten

24-Halle-Büschdorf Hufeisensee Westufer Blick Nach Nordosten

In dem Blickwinkel betrachtet ist es unverantwortlich und skandalös am Nordwestufer des Hufeisensees ein Trainings- und Ausbildungszentrum der DRK-Wasserwacht Halle zu errichten. Eigentlich müsste es für eine Einrichtung des DRK, welche sich dem Schutz und Erhalt des menschlichen Lebens widmet, selbstverständlich sein, auch Verständnis für den Schutz, Erhalt und Entwicklung von Umwelt, Natur und Landschaft aufzubringen. Leider ist das offensichtlich bei der DRK-Wasserwacht Halle nicht in dem notwendigen Umfang vorhanden, so dass sie sich an dem von den politisch Verantwortlichen der Stadt Halle (Saale) im Verbund mit den Betreibern des Golfplatzes initiierten flächendeckenden Zerstörung und Vernichtung von Umwelt, Landschaft und Natur am Hufeisensee beteiligen möchte. Offenbar haben sich die Verantwortlichen der DRK-Wasserwacht Halle wenig bzw. gar keine Mühe gegeben sich über Alternativstandorte Gedanken zu machen. Insofern wäre es skandalös und unverantwortlich, wenn der Steuerzahler den ca. 400.000,00 Euro teuren Neubau in bzw. an nach § 22 Absatz 1 Nummer 8 Naturschutzgesetz des Landes Sachsen-Anhalt zu schützenden Schilfbereichen und Gehölzhecken finanziell mitträgt und die Beitragszahler der Krankenkassen den laufenden Betrieb an dem Standort weiter finanzieren.
Der AHA ruft daher die rund 500 Mitglieder des Vereins auf, sich ebenso für den Schutz, Erhalt und sukzessive Entwicklung des halleschen Hufeisensees einzusetzen und den Neubau eines Trainings- und Ausbildungszentrum der DRK-Wasserwacht an dem Standort zu unterbinden!

25-Halle-Büschdorf Hufeisensee Westufer Blick Nach Nordosten

25-Halle-Büschdorf Hufeisensee Westufer Blick Nach Nordosten

Im Zusammenhang mit den mehrfach obengenannten Aspekten fordert der AHA erneut und verstärkt den unverzüglichen Stopp sämtlicher Aktivitäten auf der Basis des Bebauungsplanes 158 „Freizeit- und Erholungsraum Hufeisensee“. Alternativ gilt es stattdessen endlich eine ordnungsgemäße und fachübergreifende wissenschaftliche Planung vorzunehmen.
Eine Basis könnte dazu, der vom AHA dem Fachbereich Geografie der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg vorgelegte, am 11.06.2001 erstellte „Rahmenplan zur Erstellung einer Nutzungs- und Entwicklungskonzeption für den Hufeisensee in Halle (Saale)“ bilden. Die Erstellung ließe sich ggf. im Rahmen einer Diplom-, Beleg- oder Praktikumsarbeit realisieren.

Im Interesse einer verstärkten ökologischen Begleitung der Entwicklung des Hufeisensees, bietet der AHA eine Mitwirkung in seiner ehrenamtlichen „Arbeitsgruppe Hufeisensee“ an. Wer in dieser Arbeitsgruppe mitarbeiten möchte, wende sich bitte an folgende Anschrift:

Arbeitskreis Hallesche Auenwälder zu Halle (Saale) e.V.
Große Klausstraße 11
06108 Halle (Saale)
Tel.: 0345/2002746
Fax.: 01805-684 308 363
Internet: http://www.aha-halle.de
E-mail: aha_halle@yahoo.de

Fotos vom 29.09.2015: Christine Fröhlich

AHA hält besonnenes und nachhaltiges Handeln im Umgang mit dem Asiatischen Laubholzbockkäfer für erforderlich

Der weltweite Klimawandel bietet beste Voraussetzungen für die Einwanderung bisher nicht heimischer Tier- und Pflanzenarten. Dazu zählen auch der Asiatische Laubholzbockkäfer (ALB) und sein enger Verwandter der Citrusbockkäfer (CLB). Während die Verschleppung des ALB vorwiegend durch Holz erfolgt, gelangt der CLB durch Handel mit lebenden Pflanzen in Umlauf. Nach weiteren Ausführungen von Dr. Thomas Schröder von Institut Pflanzengesundheit des Julius-Kühn-Institutes in Braunschweig im Jahrbuch der Baumpflege 2013 stellte man im Jahr 1996 erstmals in New York den ALB außerhalb seiner Heimat China fest. Dabei sind vor allem die Arten der Baumgattungen Pappel, Birke, Ahorn, Weide und Rosskastanie bei dem Käfer mit den auffällig langen Fühlern besonders beliebt.

Nunmehr liegen bei der EU-Kommission Meldungen zu Aufkommen in Deutschland, Frankreich, Italien, den Niederlanden, Österreich und dem Vereinigten Königreich vor. Diese Mitteilungen zum Vorkommen des ALB bildete eine Grundlage für den Durchführungsbeschluss (EU) 2015/893 der Kommission vom 9. Juni 2015 über Maßnahmen zum Schutz der Union gegen die Einschleppung und Ausbreitung von Anoplophora glabripennis (Motschulsky), bekanntgegeben unter Aktenzeichen C(2015) 3772), welche u.a. die Erfassung und Meldepflicht enthält. Gegenwärtig gehen die meisten Darlegungen zur Eindämmung und Bekämpfung des ALB u.a. von kreisförmigen Quarantänezone im Umfang von 2.000 m, einem räumlichen Untersuchungsradius im Umfang von 500 bis 800 m, Fällungen von Bäumen im Umfeld von 100 m um die befallenen Bäumen ausgehen sowie von fehlenden Fraßfeinden aus.

In seiner Bachelorarbeit zu ALB aus dem Jahr 2006 führt Markus Oeste führt u.a. aus, Zitat:

„Natürliche Gegenspieler: Es sind sowohl in seinem ursprünglichen Verbreitungsgebiet (Südostasien) als auch in Nordamerika eine Vielzahl von natürlichen Feinden vorhanden, die dem ALB in seinen verschiedenen Lebensphasen Schaden zufügen. Hierzu zählen zahlreiche Wirbeltierarten wie z.B. Vögel, Eidechsen, Frösche, Kröten und verschiedene kleine Säugetiere. Raubfliegen, Wespen, Käfer, Spinnen sowie Skorpione gehören zu den Insekten, die dem ALB gefährlich sind (I.:53). Der adulte Käfer kann außerdem von einer Vielzahl von Parasiten befallen werden. Auf Eiern des ALB sind bis heute noch keine Parasiten gefunden worden. Es wird allerdings vermutet, dass die Parasiten Aprostocetus fukutai (Eulophidae) und Ontsira anoplophorae (Braconidae) dem ALB im ersten Lebensstadium gefährlich werden können, da bereits mehrfach infizierte Eier der verwandten Arten A. Chinensis und A. Malasiaca gefunden wurden (I.:53). Zu den natürlichen Feinden der Larve zählen verschiedene Nematoden- und Pilzarten, sowie der zylinderförmige Rindenkäfer (Dastarcus longulus, SHARP, 1885) (I.:53) und einige andere Bockkäferarten. Untersuchungen in China haben ergeben, dass eine von D. Longulus befallene Larve innerhalb von 10 Tagen abstirbt. In Gebieten, in denen dieser Parasit in einer relativ großen Anzahl existiert, scheint der ALB unter Kontrolle zu sein. Ebenfalls können einige Nematoden- und Pilzarten zum Absterben der Larve führen (I.:32).“, Zitat Ende.

Ferner führt in der „Süddeutschen Zeitung“ vom 25. Mai 2015 der Insektenkundler Dr. Hannes Lemme von der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft u.a. folgendes auf Nachfrage aus, Zitat:

„Pflanzenschutzmittel gegen den Käfer sind in Deutschland nicht zugelassen. Kann der Krabbler mit natürlichen Mitteln bekämpft werden oder hat er natürliche Feinde?

Es gibt selbstverständlich natürliche Feinde. Der Specht zum Beispiel knackt gerne abgelegte Eier und holt sich die Junglarven. Deshalb sind trotz der 2600 Eiablagen auch nur relativ wenige Larven gefunden worden. Es gibt auch andere Tiere wie Schlupfwespen, die die Larven des Käfers parasitieren. Sie legen ihre Eier in den Larven ab, darin entwickelt sich dann das andere Insekt und die Larve wird von innen zerstört.“, Zitat Ende.

Das Landwirtschaftliche Technologiezentrum Augustenberg in Karlsruhe wirbt für die Suche nach dem ALB mit Spürhunden. Dabei führt die Einrichtung an, Zitat:

„In Baden-Württemberg gibt es inzwischen zwei Spürhundeteams. Sie haben sich auf die Suche nach dem Asiatischen Laubholzbock und dessen Verwandten dem Citrusbockkäfer spezialisiert. Die beiden Teams kontrollieren regelmäßig Verpackungsholz neuer und alter Steinlieferungen sowie stehende Bäume in dem Befallsgebiet und an anderen Orten in Baden-Württemberg mit hoher Einschleppungsgefahr.“, Zitat Ende

Die jüngsten Medienmeldungen zur erneuten Fällung von Hunderten Bäumen in Magdeburg ruft beim Arbeitskreis Hallesche Auenwälder zu Halle (Saale) e.V. (AHA) sehr große Besorgnis hervor. Trotz der immer wieder dargelegten Notwendigkeit derartiger Massenfällungen, hält es der AHA für sinnvoller und notwendiger die Bedingungen für Fraß feinde wie Spechte und Schlupfwespen zu schaffen. Darüber hinaus geht der AHA davon aus, dass sich auch andere Fraßfeinde wie andere Vögel und Käfer, Spinnen und Raubinsekten schnell auf ALB und CLB einstellen und somit zur Eindämmung derer Vorkommen beitragen können.

Eine Massenfällung von Bäumen führt jedoch neben der weiteren Anspannung ökologischer Gesamtbedingungen zu keiner Verbesserung der Lebensbedingungen der obengenannten Fraßfeinde. Von daher hält der AHA eine verstärkte wissenschaftliche Betrachtung, Forschung und Begleitung zur Verbreitung und Lebensweise von ALB und CLB sowie zur Wirksamkeit und Förderung von Fraßfeinden für sehr dringend geboten. Nur so lässt sich nach Auffassung des AHA ein besonnener und nachhaltiger Umgang mit ALB und CLB realisieren.

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