Jahr: 2014 (Seite 22 von 28)

AHA führt Radexkursion entlang von Schlackenbach, Lohbach, Schlenze und Saale durch

Der Arbeitskreis Hallesche Auenwälder zu Halle (Saale) e.V. (AHA) führt am Samstag, den 29.03.2014 eine ca. sechsstündige Fahrradexkursion mit folgender Route durch: Bahnhof Belleben ➟ Schlackenbach ➟ Gutspark Piesdorf mit Quellgebiet des Schlackenbaches➟ Lohbach➟ Mündungsbereich des Lohbaches in die Schlenze ➟ Schlenze ➟ Kornflaschen in Friedeburgerhütte ➟ Mündungsbereich des Fleischbaches in die Schlenze ➟ Einmündung des Mansfelder Schlüsselstollens in die Schlenze ➟ Mündungsbereich der Schlenze in die Saale ➟ Schleuseninsel bei Nelben gegenüber von Rothenburg ➟ Severin ➟ Bahnhof Könnern.

Im Rahmen dieser Fahrradexkursion ist vorgesehen die Bedeutung, Entwicklungsmöglichkeiten und die Schutzwürdigkeit der Gesamtlandschaft und der einzelnen Bereiche darzulegen. Ferner beabsichtigt der AHA Beeinträchtigungen bzw. Gefahren und deren Abwendung sowie eigene Vorstellungen zum Schutz, zur Entwicklung und zur Betreuung sowie Möglichkeiten der Mitwirkung Interessierter aufzuzeigen.

So hat der AHA zum Vorhaben „naturnahe Gewässerentwicklung Schlenze und Nebengräben, 1. BA Thaldorfer Bach von Einmündung Schlenze bis Thaldorf“ folgendermaßen Stellung bezogen:
Der Arbeitskreis Hallesche Auenwälder zu Halle (Saale) e.V. (AHA) begrüßt grundsätzlich und ausdrücklich Maßnahmen, welche zur Renaturierung von Fließgewässern beitragen. Fließgewässerbegradigungen, Sohl- und Uferbefestigungen, Abwassereinträge sowie eingeschränkte bis gar nicht vorhandene Gewässerschonstreifen haben auch im Bereich der Schlenze und ihrer Nebengewässer zu teilweisen Beeinträchtigungen beigetragen. Jedoch ist beispielsweise im gesamten Verlauf der Schlenze deutlich erkennbar, dass das Fließgewässer bemüht ist eigenständig Mäander auszubilden, um dem unnatürlichen, begradigtem Zustand zu begegnen. Nach unserer Auffassung gilt es vorrangig diesen Prozess zu unterstützen. Dazu ist es erforderlich mindestens 10 m breite Gewässerschonstreifen beidseitig der Uferoberkante von jeglicher landwirtschaftlichen und baulichen Nutzung freizuhalten. Eine derartige Prüfung ist auch in den Ortslagen vorzunehmen. In dem Zusammenhang sind ebenso die Sohl- und Uferbefestigungen zu beseitigen, um a) diese naturnahe Mäandrierung zu ermöglichen und b) die hydrologische Anbindung an das Umland wiederherzustellen.
Die Mäandrierung kann a) durch Verbleib von Gehölzteilen, Steinen, Kies- und Sandflächen sowie b) durch gezielten Eintrag von Störsteinen und Störhölzern Unterstützung finden. Gerade die Schlenze und ihre Nebengewässer eignen sich dafür. Beim Lohbach zwischen Gerbstedt und Zabenstedt ist es jedoch dann erforderlich zu ermöglichen, dass das Wasser wieder im eigentlichen Gewässerbett fließen kann.

Die mindestens 10 m breiten Gewässerschonstreifen dienen dabei nicht nur der Minderung von Abdrift von Düngemitteln und Pestiziden, sondern als Entwicklungsraum des Fließgewässers und der sukzessiven Entwicklung. Nach unseren Erfahrungen sollte es den Fließgewässern überlassen sein, wo es den sukzessiven Gehölzaufwuchs „zulässt“ und wo nicht. Nur so kann das Fließgewässer ungehindert und ohne unnötige menschliche Eingriffe seine Mäandrierung gestalten. Von daher sollten Gehölzpflanzungen in den Uferzonen unterbleiben, um diesen Prozess nicht zu behindern bzw. gar zu gefährden. Das Umland lässt ohnehin eine standortgerechte, sukzessive Gehölzentwicklung zu, wie beispielsweise Schlenze, Lohbach, aber auch der Thaldorfer Bach aufzeigen. Andernfalls besteht die Gefahr einer „biologischen Kanalisierung“, wie sie bei der Schlenze in Zabenstedt, kurz vor der Einmündung des Lohbaches mit Trauerweiden geschehen ist. Von daher halten wir es für dringend geboten, das Vorhaben nochmals dahingehend zu überprüfen, wo auch obengenannte Prozesse möglich sein können. Das trägt nicht nur zur ökologischen Vielfalt und Stabilität, sondern garantiert auch zur Kostensenkung bei. Ggf. eingesparte Gelder könnten dann womöglich zu notwendigen Flächenaufkäufen zur Verfügung stehen.

Der AHA erklärt sich bereit das Vorhaben mit seinen Erfahrungen zu begleiten. Im dem Zusammenhang möchte der AHA seine ehrenamtliche Regionalgruppe Wettin-Könnern-Bernburg vorstellen und für eine Mitwirkung werben.Die Exkursion beginnt um 10.00 Uhr am Bahnhof Belleben u nd endet am Bahnhof Könnern. Wer Interesse hat noch mehr über die Arbeit des AHA und die Exkursion zu erfahren, wende sich bitte an folgende Anschrift:

Arbeitskreis Hallesche Auenwälder
zu Halle (Saale) e.V. – (AHA)
Regionalgruppe Wettin-Könnern-Bernburg
in attac-Villa Könnern
Bahnhofstraße 06
06420 Könnern (Saale)
Tel.: 034691/52435
Fax.: 01805-684 308 363 (deutschlandweit zum Ortstarif)
E-Mail AHA: aha_halle@yahoo.de

Bilder – Fällungen von Bäumen im Naturschutzgebiet „Auewald bei Plötzkau“

Fotos: Lutz Hülskath
52 Bilder

AHA fordert sofortiges Ende der großflächigen Fällungen von Bäumen im Naturschutzgebiet „Auewald bei Plötzkau“

Seit dem Jahre 2003 beobachtete der Arbeitskreis Hallesche Auenwälder zu Halle (Saale) e.V. (AHA) massive Fällungen im 252,5 ha großen Naturschutzgebiet „Auewald bei Plötzkau“ im nunmehrigen Landkreis Salzlandkreis. In dem Zusammenhang schrieb der AHA bereits am 16.06.2003 eine Anzeige an die obere Naturschutzbehörde. Mit Schreiben vom 09.08.2003 an die obere Naturschutzbehörde bekräftigte der AHA seine Ablehnung der massiven Fällungen. Auf dieses und ein Schreiben an den damaligen Präsidenten des Landesverwaltungsamtes Herrn Leimbach vom 25.04.2004 erhielt der AHA leider keine Antwort mehr.

Stattdessen muss der AHA feststellen, dass die Abholzungen im Naturschutzgebiet „Auewald bei Plötzkau“ unvermindert ihre Fortsetzung finden. Bereits in einem Schreiben vom 13.05.2005 an die Mitglieder des Landtages und den damaligen Ministerpräsidenten des Landes Sachsen-Anhalt Professor Wolfgang Böhmer, wies der AHA, in dem Dokument beiliegenden Auszählungen nach, dass bereits damals vereinzelte Fällungen bis 36,8 {742476d910061147bacb9f2d1e63afebae5c969212eff52eb4ea03554537fa31} des ursprünglichen Gehölzbestandes vorangeschritten waren. Das übertraf bereits zu dem Zeitpunkt widerrechtlich die in den Behandlungsgrundsätzen festgelegten Ausnahmeregelungen, welche im forstwirtschaftlichen Teil besagt, Zitat: „Pflegehiebe sind nur bis zu 10 {742476d910061147bacb9f2d1e63afebae5c969212eff52eb4ea03554537fa31} des Vorrates im Jahrzehnt zulässig. Die Eichen sind zu begünstigen.“ Es ist also zu betonen, dass selbst diese Festlegungen eine Ausnahmeregelung darstellt. Ein derartiges Vorgehen widerspricht ferner eindeutig den beiden folgenden hauptsächlichen Schutzzielen im vollem Umfang:

  • Erhaltung eines naturnahen Auwaldkomplexes im Bereich der Saaleniederung
  • Erhaltung einer Graureiher-Kolonie in der waldarmen Agrarlandschaft sowie von Brutplätzen für verschiedene Greifvogelarten

Beide Schutzziele lassen sich nicht voneinander trennen und bedingen einander. Bereits beobachten Ornithologen mit großer Sorge einen auffälligen Rückgang der Brutpaare des Rotmilans. Dabei ist das Naturschutzgebiet (NSG) immerhin als Europäisches Vogelschutzgebiet ausgewiesen, um eben die Bedeutung des Auenwaldes in dieser Hinsicht zu bestätigen. Darüber hinaus erfolgte die Meldung dieser Saaleauenwälder bis Calbe als FFH-Gebiete an die Europäische Union (EU). Dazu gehören als besondere Schutzgebiete Nr. 164 – „Auenwälder bei Plötzkau“ und Nr. 103 – „Nienburger Auenwald Mosaik sowie das NSG „Sprohne“. Somit sind diese Flächen Bestandteil des europäischen Schutzgebietssystems NATURA 2000 und unterliegen einem Verschlechterungsverbot und es ist ein günstiger Erhaltungszustand zu gewährleisten.

Die bisher vorgenommenen Holzungsarbeiten widersprechen somit auch eindeutig europäischem Recht. Zudem scheinen diese Arbeiten eigenmächtig zu erfolgen, sonst würden obere und untere Naturschutzbehörde seit März 2004 nicht selbst von formeller Ordnungswidrigkeit sprechen, da zuvor keine Befreiung von Verboten im NSG bei der zuständigen oberen Naturschutzbehörde beantragt wurde.

Der AHA hält bereits die getätigten Holzungsarbeiten für massiv strukturgefährdend und sehen in einer Fortsetzung eines derartigen Vorgehens eine Gefahr für den Gesamtbestand des Auenwaldes mit seiner reichhaltigen Fauna, Flora und Struktur. Das ist nicht nur naturschutzfachlich verwerflich, sondern verstößt auch eindeutig gegen das Naturschutzrecht des Landes Sachsen-Anhalt und der EU.
Daher fordert der AHA erneut die Mitglieder des Landtages, die Landesregierung, das Landesverwaltungsamt Sachsen-Anhalt sowie den Landkreis Salzlandkreis ganz dringend auf, diesen zerstörerischen Eingriffen im NSG „Auewald bei Plötzkau“ sofort und unverzüglich Einhalt zu gebieten und dafür Sorge zu tragen, dass diese Holzungsarbeiten keine Fortsetzung finden.Der AHA weist darauf hin, dass bei Fortsetzung dieser unhaltbaren Zustände eine Beschwerde bei der Europäischen Kommission zu erwägen ist.Der AHA ruft zudem die interessierte Bevölkerung auf in der im Aufbau begriffenen ehrenamtlichen AHA-Regionalgruppe Bernburg-Könnern-Wettin mitzuwirken, um sich verstärkt für den Schutz dieser sehr arten- und strukturreichen Natur und Landschaft einsetzen zu können.
Wer Interesse hat wende sich bitte an folgende Anschrift:

Arbeitskreis Hallesche Auenwälder
zu Halle (Saale) e.V. – (AHA)
Regionalgruppe Wettin-Könnern-Bernburg
in attac-Villa Könnern
Bahnhofstraße 06
06420 Könnern (Saale)
Tel.: 034691/52435
Fax.: 01805-684 308 363 (deutschlandweit zum Ortstarif
E-Mail AHA: aha_halle@yahoo.de

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Bilder Exkursion Rieda-Burgstetten-Streuobstwiesen Brachstedt-Abatassinenberg

Fotos: Heiko Fiedler

Initiative „Pro Baum“ trifft sich am 24.03.2014

Am Montag, den 24.03.2014 findet mit dem 108. ,das dritte Treffen der Initiative „Pro Baum“ im Jahr 2014 statt. Bei dem Treffen gilt es über Maßnahmen und Aktivitäten zum Schutz und Erhalt der Gehölze zu beraten. Weiterhin ganz akut sind die vom Oberbürgermeister der Stadt Halle (Saale) Dr.Bernd Wiegand am 12.07.2013 veranlassten, vom Landesverwaltungsamt Sachsen-Anhalt sowie Verwaltungsgericht Halle und Oberverwaltungsgericht Sachsen-Anhalt gestoppten Abholzungs- und Baumaßnahmen für einen neuen Deich zwischen Gimritzer Damm und Wilder Saale zu thematisieren. Dabei gilt es mit Sorge die vom Landesbetrieb für Hochwasserschutz und Wasserwirtschaft Sachsen-Anhalt vorangetriebenen Planungen für den obengenannten Deich zu betrachten.

Ebenso ein weiter sehr wichtiges Thema bildet die nunmehr von der Stadt Halle (Saale) erteilte und nunmehr vom Oberverwaltungsgericht Sachsen-Anhalt in Magdeburg bestätigte Baugenehmigung für eine Wohnbebauung sowie die fortgesetzten Vorstöße der Bürgerinitiative „Pro Paulus Park“ das bestehende Freigelände im früheren Komplex des Landesverwaltungsamtes Sachsen-Anhalt zur Wiederbelebung des einstigen Paulusparks zu nutzen und den besonderen Gebietscharakter zu wahren. Ebenso zählt die angedachte, überdimensionale Wohnbebauung der GWG im Bereich des Geländes des nunmehr beseitigten Heideschlösschens in Halle – Dölau und der massiven Bedrohung des Gehölzbestandes vor Ort. Hier gilt es mit der Bürgerinitiative zusammen zu wirken. Darüber hinaus stellt einen weiteren Beratungsschwerpunkt die Entwicklung und Gestaltung der Landsberger Straße nach ökologischen sowie kulturell-künstlerischen Aspekten dar.

Ein neues, sehr wichtiges Thema ist mit der angedachten Errichtung eines Kreisverkehrs im Kreuzungsbereich Heideallee, Weinbergweg und Walter-Hülse-Straße, welche u.a. mit der Fällung von 9 Platanen einhergehen soll, entstanden. Ebenso akut ist das Thema der flächendeckenden, massiven Massenabholzungen im Gesamtgebiet der Stadt Halle (Saale), z.B. in den Klausbergen, in Halle – Neustadt und im Bereich der Freiimfelder Straße. Weitere Themenschwerpunkte bilden u.a. die Planungen zum Steintor und die angedachten Bau- und bereits erfolgten Fällmaßnahmen Paracelsusstraße / Ecke Wieland-Straße sowie die Entwicklungen in der Gartenstadt Gesundbrunnen, die Aktivitäten zum Solbad und Park Wittekind, Aktivitäten im Medizinerviertel, Möglichkeiten der Optimierung der Öffentlichkeits- und Bildungsarbeit, die weitere Erfassung von möglichen Standorten von Straßenbäumen, die allgemeine Entwicklung des Gehölzschutzes in der Stadt Halle (Saale) sowie Planungen für das Jahr 2014 genannt.

Im Zusammenhang mit den ebengenannten Planungen stehen zudem die ersten Vorbereitungen zu der gemeinsamen Aktion von Arbeitskreis Hallesche Auenwälder zu Halle (Saale) e.V. (AHA) und Initiative „Pro Baum“ mit der Überschrift „Bäume pflanzen statt abholzen“ auf der Tagesordnung, welche am Karfreitag, den 18.04.2014 vorgesehen ist. Das Treffen beginnt 19.00 Uhr und der Veranstaltungsort ist der Versammlungsraum des Reformhauses in der Großen Klausstraße 11 in 06108 Halle (Saale).

Schüler arbeiten als Gewässerökologen

Wasser ist auch im Saalekreis ein kostbares Gut, dessen Qualität es zu erhalten und zu verbessern gilt. Seit dem Jahr 2000 haben im Rahmen eines von der Stiftung Umwelt, Natur- und Klimaschutz des Landes Sachsen-Anhalt unterstütztem Projekt des Arbeitskreises Hallesche Auenwälder zu Halle (Saale) e.V. (AHA) Schülerinnen und Schüler aus Bad Dürrenberg den Ellerbach untersucht und Vorschläge für die Verbesserung der Wasserqualität unterbreitet. Die Schülerinnen und Schüler, unter Leitung des AHA-Mitglieds und langjährigen Naturschutzbeauftragten Horst Zeitz, ha-ben zusätzlich ihre Arbeit in 2 Filmen dokumentiert:

  • „Phyto- und Zooplankton aus einem heimischen Gewässer“ (Wassergütebestimmung)
  • „Plankton, Netz und Chemiekoffer“ (Arbeitsgruppe Gewässerökologen)

Der AHA lädt deshalb recht herzlich zu einer Informations- und Diskussionsveranstaltung am Mittwoch, den 16.04.2014, um 15:00 Uhr in die Hofstube, Landkreis Saalekreis, Dom-platz 9 in Merseburg ein.

Diese Veranstaltung wendet sich u.a. an die Mitglieder des Umwelt- und Bildungsausschuss des Kreistages, an die Sekundarschulen und Gymnasien sowie interessierte Bürgerinnen und Bürger. Es sollen Anregungen und Vorschläge für weitere Projekte und Arbeitsgruppen sowie die ehrenamtliche Arbeit zur Erhaltung und Verbesserung der Wasserqualität in Fließgewässern und Seen vermittelt und diskutiert werden.

Insbesondere wendet sich der AHA an Ganztagsschulen, in denen diese Arbeitsgemeinschaften das Ausbildungs- und Freizeitangebot bereichern könnten.

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