Autor: aha-dietmar (Seite 337 von 365)

Initiative „Pro Baum“ trifft sich

Am Montag, den 19.12.2016 findet mit dem 141., das zwölfte und letzte Treffen der Initiative „Pro Baum“ im Jahr 2016 statt. Bei dem Treffen gilt es über Maßnahmen und Aktivitäten zum Schutz und Erhalt der Gehölze zu beraten.

Bei dem Treffen steht weiterhin thematisch mit an erster Stelle die beabsichtigte Umge-staltung der Thomasiusstraße mit Pflanzung von 61 Bäumen nach dem voraussichtli-chen Ende der Bauarbeiten im Juni 2018.

Ebenfalls zählt ganz akut dazu, die vom Oberbürgermeister der Stadt Halle (Saale) Dr. Bernd Wiegand am 12.07.2013 veranlassten, vom Landesverwaltungsamt Sachsen-An-halt, genehmigten und nunmehr im Eilverfahren erst einmal vom Oberverwaltungsge-richt des Landes Sachsen-Anhalt in Magdeburg gestoppten Abholzungs- und Baumaß-nahmen für einen neuen Deich zwischen Gimritzer Damm und Wilder Saale zu thema-tisieren. Dabei gilt es mit Sorge die vom Landesbetrieb für Hochwasserschutz und Was-serwirtschaft Sachsen-Anhalt vorangetriebenen Planungen für den obengenannten Deich zu betrachten.

Ferner ist vorgesehen, in Anknüpfung an die gemeinsamen Protestexkursionen von Ini-tiative „Pro Baum“ und Arbeitskreis Hallesche Auenwälder zu Halle (Saale) e.V. (AHA) am 29.09.2015 zum Hufeisensee sowie am 21.10.2015 und 31.10.2016 zum Gimritzer Damm und der Heideallee weitere Aktivitäten auszuloten.

Ebenso zählt die angedachte, überdimensionale Wohnbebauung der GWG im Bereich des Geländes des nunmehr beseitigten Heideschlösschens in Halle – Dölau und der massiven Bedrohung des Gehölzbestandes vor Ort sowie des Biotop- und Grünverbun-des zwischen Dölauer Heide, Hechtgrabenaue und Umland. Hier gilt es mit der Bürger-initiative zusammen zu wirken.

Darüber hinaus stellt einen weiteren Beratungsschwerpunkt die Entwicklung und Ge-staltung der Landsberger Straße nach ökologischen sowie kulturell-künstlerischen As-pekten dar. In dem Blickwinkel betrachtet trifft das auch auf das angrenzende Gelände des früheren Schlachthofes zu.
Die Initiative „Pro Baum“ und der Arbeitskreis Hallesche Auenwälder zu Halle (Saale) e.V. (AHA) hatten bereits ihre sehr großer Sorge bezüglich der aktuellen Pläne zum Umbau des Gimritzer Dammes zwischen Rennbahnkreuz und Heideallee, des Abschnit-tes der Heideallee bis zur Kreuzung mit der Walter-Hülse-Straße und dem Weinbergweg sowie deren Umbau zum Kreisel ausgedrückt. Mit den der Öffentlichkeit vorliegenden großzügigen Verkehrsplanungen, gehen im Falle der Umsetzung, massive Zerstörungen und Beschädigungen von sehr wichtigen Gehölz- und Wiesenbeständen einher. So beabsichtigt man den Gehölzbestand südlich bzw. südwestlich des gesamten Gimritzer Dammes, insbesondere zwischen Zur Saaleaue und Übergang zur Heideallee, komplett zu zerstören. Der Gehölzbestand nördlich bzw. nordöstlich des Gimritzer Damm im Übergangsbereich zur Heideallee und im Bereich der Einmündung der Halle-Saale- Schleife ist ebenfalls massiv von der Säge bedroht. Der weitere Knackpunkt bildet der geplante Kreisel im Kreuzungsbereich von Heideallee, Walter-Hülse-Straße und dem Weinbergweg. Hier sehen die Planungen alleine für den Umbau und im direkten Anschlussbereich in Heideallee und Brandbergweg die Vernichtung von mindestens 27 Bäumen vor. Hierzu gilt es unbedingt zu beraten und das künftige Vorgehen abzustimmen. Ebenso akut ist das Thema der flächendeckenden, massiven Massenabholzungen im Gesamtgebiet der Stadt Halle (Saale), z.B. in den Klausbergen, am Steintor, in Halle – Neustadt und im Bereich der Freiimfelder Straße.

Weitere Themenschwerpunkte bilden u.a. die laufenden Abholzungen und Bauarbeiten am Steintor und im Böllberger Weg sowie die Entwicklungen in der Gartenstadt Gesundbrunnen, die Aktivitäten zum Solbad und Park Wittekind, Aktivitäten im Medizinerviertel, in der Landsberger Straße und im Gelände des früheren Schlachthofes, Möglichkeiten der Optimierung der Öffentlichkeits- und Bildungsarbeit, die weitere Erfassung von möglichen Standorten von Straßenbäumen sowie die allgemeine Entwicklung des Gehölzschutzes in der Stadt Halle (Saale). Ebenso steht die Vertiefung der Veranstaltungsplanung für das Jahr 2017 auf der Tagesordnung.

Dazu zählen auf jeden Fall gemeinsame Aktionen mit dem AHA, wozu folgende Veranstaltungen gehören:

Karfreitag, den 14.04.2017, um 10.00 Uhr
„Bäume pflanzen statt abholzen“ – eine gemeinsame Aktion mit Arbeitskreis Hallesche Auenwälder zu Halle (Saale) e.V. (AHA)
Treffpunkt: Ochsenbrücke zwischen Riveufer und Ziegelwiese in Halle (Saale)

Tag des Baumes:
Dienstag, den 25.04.2017, um 16.30 Uhr
Exkursion ab Peißnitzinsel durch das NSG Peißnitznordspitze, entlang von Teilen des Gimritzer Dammes und der Heideallee sowie des Saugrabens bis zum Landschaftsschutzgebiet „Dölauer Heide“ in Halle (Saale)
Treffpunkt: Peißnitzhaus (ehem. Pionierhaus)
Dauer: ca. 5 Stunden

In dem Zusammenhang gilt es fortgesetzt die gemeinsame Protestexkursion von Initiative „Pro Baum“ und Arbeitskreis Hallesche Auenwälder zu Halle (Saale) e.V. (AHA) zum Gimritzer Damm und der Heideallee am Montag, den 31.10.2016 auszuwerten. Das Treffen der Initiative „Pro Baum“ am 19.12.2016 beginnt 19.00 Uhr und der Veranstaltungsort ist der Versammlungsraum des Reformhauses Halle in der Großen Klausstraße 11 in 06108 Halle (Saale).

AHA begrüßt Streichung der Finanzierung der Ostrandstraße aus dem Haushalt der Stadt Dessau-Roßlau

Der Arbeitskreis Hallesche Auenwälder zu Halle (Saale) e.V. (AHA) begrüßt die Streichung der Finanzierung der Ostrandstraße aus dem Haushalt der Stadt Dessau-Roßlau als sehr wichtigen Schritt in die richtige Richtung. Es ist zudem erfreulich, dass die Verwaltung der Stadt Dessau-Roßlau im Rahmen der Fortschreibung des Verkehrsentwicklungsplans erkannt hat, dass „der Bedarf dieser Straße nicht mehr nachweisbar“ ist.

Neben der Tatsache, dass fortgesetzten Bevölkerungsrückganges und damit verbundener überzogener Verkehrsprognosen, drohte mit dem geplanten Neubau einer derartige Trasse die Zerschneidung eines UNESCO-Weltkulturerbes und der Muldeaue u.a. im Bereich des Naturschutzgebietes „Untere Mulde“, welches auch den Richtlinien der europäischen Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie (FFH) entspricht, von Lebensräumen von Rote-Liste-Arten wie Hirschkäfer und Heldbock sowie nicht zuletzt sehr wichtige Hochwassereinzugsräume der Mulde.

Gerade das Januar- und Februarhochwasser 2011 sowie das Sommerhochwasser im Jahr 2013 hatten wieder ganz deutlich aufgezeigt, dass Baumaßnahmen aller Art in und an Hochwassereinzugsgebieten konsequent zu unterlassen sind. In dem Blickfeld betrachtet, hält es der AHA sogar für dringend geboten an einer schnellen und öffentlich transparenten Entwicklung bzw. Aktualisierung von Hochwasserkonzeptionen der Stadt Dessau-Roßlau zu arbeiten. Dazu gehören die Wiederausweitung von Auenlandschaften sowie deren Durchgängigkeiten zu ermöglichen.

Eine Nordostumgehung in Dessau-Roßlau steht dem aber eindeutig entgegen. Daher ist das notwendige Ende der Finanzierung der Ostrandstraße auch unbedingt aus Gründen des Umwelt-, Natur- und Landschaftsschutzes sowie eines ordnungsgemäßen Umgangs mit Hochwasser zu sehen.
An der Stelle hebt der AHA das langjährige, umfassende, fachlich fundierte und vielfältige bürgerschaftliche Engagement hervor, deren Ergebnisse nun offenbar und endlich Eingang in die Planungen der Stadt Dessau-Roßlau gefunden haben. Hier sei insbesondere das Wirken der Bürgerinitiative Dessau – natürlich mobil genannt und gewürdigt.

Der AHA hält jedoch eine weitere Verstärkung seiner Aktivitäten für den Schutz, Erhalt und Entwicklung der Umwelt, Natur und Landschaft im Raum Dessau-Roßlau für dringend geboten. Dazu gehören u.a. Planungen zur Ausrichtung der Landesgartenschau und Umgestaltungen in der Stadt an Elbe und Mulde.

Wer Interesse hat noch mehr zu den diesbezüglichen Aktivitäten des AHA zu erfahren, wende sich bitte an folgende Anschrift:

Arbeitskreis Hallesche Auenwälder zu Halle (Saale) e.V. (AHA)
Ortsgruppe Dessau-Roßlau

Schwabehaus
Johannisstraße 18
06844 Dessau
Internet: https://www.aha-halle.de
E-mail: aha_halle@yahoo.de

AHA hält anderen Umgang mit Wildtieren für dringend geboten

Mit einer Mischung aus Verwunderung und Entsetzen hat der Arbeitskreis Hallesche Auenwälder zu Halle (Saale) e.V. (AHA) den in den Medien ausgetragenen Umgang mit Wildtieren aufgenommen. So berichtet Silvia Bürkmann in der „Mitteldeutsche Zeitung“ vom 06.12.2016 mit großer Euphorie von der gezielten Tötung von „250 Stück Schwarzwild, über 50 Stück Rehwild und 15 Exemplaren Rotwild“. Schon die Art und Weise der Auflistung zeugt davon, dass man meint nicht von Lebewesen zu berichten, sondern von Werkstücken oder Ähnlichem. Es ist erschreckend was bei einer Kumpanei des steuerfinanzierten Bundesforstbetriebes und 96 Jägern herauskommt. Dann auch noch solche Massentötungen in den besonders schützenswerten „Kühnauer Heide“ und in der Roßlauer Elbauenlandschaft durchzuführen, zeugt davon das diese Leute mit Unterstützung vereinzelter Medien, selbst vor sehr wichtigen Bestandteilen in Natur und Landschaft nicht haltmachen. Als Begründung führt man nicht zum ersten Mal „überbordende Wildschweinpopulationen“ an. Beweise für diese krude Theorie liefern weder Bundesforstbetrieb und Jäger, noch die „Mitteldeutsche Zeitung“. Woher sollen doch konkrete Angaben zu den Wildbeständen auch kommen, wenn man den Aufwand scheut, wissenschaftlich fundiert Zählungen vorzunehmen. Unbewiesene Behauptungen reichen doch aus, um selbst erfundene „Plagen“ zu bekämpfen und dafür in der „Mitteldeutschen Zeitung“ Beifall zu bekommen.

Berichte darüber, dass es der Mensch war und ist, welcher immer mehr durch Flächenversiegelungen sowie intensive Land-, Forst- und Fischereiwirtschaft in die Natur vordrangen bzw. vordringen und dabei immer mehr Lebens- und Rückzugsräume von Tier- und Pflanzenarten eingeschränkt hat bzw. einschränkt, liest und hört man verdächtig wenig. Hinzu kommt, dass die intensive Nutzung der bisher unverbauten Landschaft und Natur für übermäßigen Tourismus den Druck auf Fauna und Flora erhöhen. Freiherumlaufende und wildernde Hunde und Katzen verschärfen die Situation. Andrerseits erhöht sich für diese Haustiere auch die Infektionsgefahr.

Eine Zunahme von Bundesautobahnen und Straßen engen zusätzlich den Bewegungsraum der Wildtiere ein und erhalten ihre öffentliche Resonanz bei Berichten über zunehmende Wildunfälle. Laut Umweltbundesamt und Statistischen Bundesamt schlägt die tagtägliche bundesweite Flächenversiegelung mit etwa 80 ha zu Buche.

Mit dieser Entwicklung verbunden sind vermehrte Kontakte mit Wildtieren aller Art. Unqualifiziert schüren zudem Vertreter der Jägerschaft Ängste und Hass gegenüber Raubtieren wie z.B. Fuchs und Marder sowie der zurückkehrenden Luchse und Wölfe. Ihre bedeutsame Rolle als natürliche Regulierer in der Tierwelt bleibt zumeist unerwähnt.

Die schrittweise Wiedereinstellung einer naturnaheren bis natürlichen Nahrungspyramide entspricht eher dem Ansinnen eines nachhaltigen Naturschutzes, als eine „Regulierung“ von Wild in die ausschließliche Hand des Menschen zu legen bzw. zu belassen. Für den AHA gehört es eher zur gesamtgesellschaftlichen Aufgabe arten- und strukturreiche Natur- und Lebensräume zu erhalten und zu schützen sowie Raum zur sukzessiven Ausdehnung zu geben. Ferner gilt es Biotop- und Grünverbundräume zu schützen, zu erhalten, zu stabilisieren und räumlich auszuweiten. Dazu können die Randstreifen von bestehenden und wiederherzustellenden Wegen sowie nicht zuletzt mindestens 10 m breite Gewässerschonstreifen entlang von Fließgewässern aller Größen und Längen dienen.

In den Medien führen die falschen Ursachenbestimmungen und –bewertungen zu verheerenden Schlussfolgerungen. Anstatt endlich außerdem eine Wiedererhöhung der Artenvielfalt der Agrarlandschaft mit der Wiedererhöhung der Anzahl der Anbaukulturen sowie einer umfassenden Flurholzbegrünung, was übrigens bereits die Volkskammer der DDR sowie die Räte der Bezirke im Frühsommer 1989 in Form von Flurholzprogrammen verabschiedeten, in Gang zu setzen, setzt man die bisherige Praxis der Kulturund Landschaftsarmut fort. Diese Maßnahmen lassen sich sehr gut mit der Schaffung von mindestens beidseitig 10 m breiten Gewässerschonstreifen entlang von Gewässern verbinden, welche im Komplex mit den vorgenannten Maßnahmen zur Verbesserung von Biotop- und Grünverbünden, zur Verringerung von Wind- und Wassererosion sowie als Lebensraum für verschiedene Tier- und Pflanzenarten beitragen können. Nach Ansicht des AHA müssen ungehemmter Flächenfrass sowie ausgeräumte, monokulturell genutzte Agrarlandschaften schnellstmöglich der Vergangenheit angehören. Daran mitzuwirken sollte Auftrag an die Bevölkerung sowie politische Gremien und Behörden sein. Dazu haben aber auch Medien einen verantwortungsvollen Beitrag zu leisten und nicht noch derartige abscheuliche, offenbar vom Blutrausch beherrschte Jagdaktionen als Erfolg und Segen zu feiern. Übrigens eine Handlungsweise, welche Raubtieren vollkommen fremd sind. Der ehrenamtliche und gemeinnützige AHA ruft daher auf, sich verstärkt für den Schutz, Erhalt und Entwicklung von Umwelt, Natur sowie Landschaft einzusetzen und bietet dahingehend Interessenten Raum u.a. im Rahmen seiner Ortsgruppe Dessau-Roßlau an.

Wer noch mehr zu den diesbezüglichen Aktivitäten des AHA erfahren möchte, wende sich bitte an folgende Anschrift:

Arbeitskreis Hallesche Auenwälder zu Halle (Saale) e.V. – (AHA)
Ortsgruppe Dessau-Roßlau

im Schwabehaus
in der Johannisstraße 18
06844 Dessau-Roßlau
Tel.: 0340 – 66158320
E-Mail AHA: aha_halle@yahoo.de
Internet: https://www.aha-halle.de

AHA fordert umweltverträgliche Nutzung der Seen und Fließgewässer in Sachsen, Sachsen – Anhalt und Thüringen

Im Dezember 2014 erfolgte die Vorlage eines Tourismuswirtschaftlichen Gesamtkonzeptes für die Gewässerlandschaft im Mitteldeutschen Raum. Das hauptsächlich auf die Gebiete des Freistaates Sachsen und Land Sachsen-Anhalt bezogene Konzept umfasst den Großraum zwischen den großen und mittleren Städten Leipzig, Halle (Saale), Dessau-Rosslau, Naumburg, Weißenfels, Köthen und Wittenberg. Betroffen sind davon die Fluss- und Seenlandschaften an Elbe, Mulde, Saale, Weißer Elster, Unstrut, Pleiße, Parthe und Floßgraben sowie des Geiseltalsees, der Neuseenlandschaft bei Leipzig, Goitzsche und der Seen im Dübener Park. Es erstreckt sich aber auch bis zum Altenburger Land im Freistaat Thüringen.

Das Konzept ist nach Auffassung des Arbeitskreises Hallesche Auenwälder zu Halle (Saale) e.V. (AHA) vorrangig von einer umfassenden und intensiven Nutzung der Gewässer des Planungsgebietes geprägt. Dazu zählen die Beförderung des motorisierten Bootsverkehrs, die Errichtung von baulichen Anlagen an und in den Gewässern sowie der gezielte Aus- und Neubau von Kanalbauten aller Art. Es fehlt komplett die Berücksichtigung der Bedeutsamkeit des Planungsraumes als vielfältiger Natur- und Landschaftsraum, welcher Lebens- und Rückzugsraum für zahlreiche Tier- und Pflanzenarten bietet. Der AHA sieht in dem Planungspapier die klare und deutliche Zielrichtung, Umwelt, Landschaft und Natur den Bedürfnissen des Tourismus unterzuordnen. Derweil ist es erforderlich den Tourismus in die Schutzbedürfnisse dieser sehr bedeutsamen, arten- und strukturreichen Natur- und Landschaftsräume einzuordnen. Für den AHA haben jahrhundertlanger Bergbau sowie jahrzehntelange Verschmutzungen von Umwelt, Natur und Landschaft genug Schaden angerichtet. Von daher ist ein rasantes und sofortiges Umdenken hin zu einem verantwortungsvollen Denken dringend geboten.

Mit großer Sorge beobachtet der Arbeitskreis Hallesche Auenwälder zu Halle (Saale) e.V. (AHA) dabei beispielsweise das fortgesetzte und intensive Bestreben insbesondere des Freistaates Sachsen und des Landes Sachsen-Anhalt, der Landkreise Nordsachsen, Leipzig und Saalekreis sowie der Städte Leipzig, Halle (Saale), Merseburg und Leuna auf Kosten des Steuerzahlers Wassertourismus zu nutzen, um massiv den Motorbootverkehr zu befördern. Ein entscheidender Schritt dahin ist das Bestreben der sächsischen Staatsregierung im Rahmen der Änderung des Sächsischen Wassergesetzes eine massive Motorisierung der Fließ- und Standgewässer im Freistaat Sachsen zuzulassen, sich massiv für den Ausbau des Floßgrabens in Leipzig einzusetzen und zusammen mit Sachsen-Anhalt die Fortführung des in der Potenzialanalyse Elster-Saale-Kanal aus dem Jahr 2011 mit 106.004.035 Euro veranschlagten Elster-Saale-Kanals zu befördern. In dem Rahmen ist zudem besorgniserregend, dass das mit 37.867.500 Euro veranschlagte Schiffhebewerk für Schiffe mit einer Länge von 45 m ausgelegt sein soll.

Die Frage stellt sich schon nach dem Sinn des Vorhabens, welches auf einer Länge von 12 km ab Hafen Leipzig-Lindenau in den Jahren 1933 bis 1943 gebaut wurde und insgesamt 20 km betragen soll. Einst für 1.000 Tonnen-Schiffe konzipiert, wäre das Vorhaben womöglich zuerst ein teueres, steuerfinanziertes Vorhaben, wobei schon auf der Saale zwischen Halle – Trotha und der Elbe kein derartiges Wasserfahrzeug fährt. Auch die Gefahr des weiteren Ausbaus der Saale zwischen Merseburg und Halle nähme erheblich zu. Das hätte massive Eingriffe in weitgehend unverbaute und somit arten- und strukturreiche Abschnitte der Saale in dem Bereich zur Folge.

In dem Blickfeld betrachtet, ist der AHA der Auffassung dieses Vorhaben aus ökologischen und ökonomischen Gesichtspunkten sehr skeptisch zu beurteilen. Die nunmehr 90.000,00 Euro teure, aus Steuermitteln finanzierte Machbarkeitsstudie geht bewusst von einer sehr vielfältig zu betrachtenden sehr hohen Erwartung aus, wenn man 500.000 Touristen im Jahr zu Grunde legt. Das wären 1.369,87 Touristen pro Tag. Dies gilt es jedoch mit großer Skepsis zu betrachten. Entweder es tritt nicht ein und die Steuermittel wären verpulvert oder es tritt ein und es entstehen zahlreiche zusätzliche Straßen, Parkplätze und Gebäude in einem geplanten bzw. kalkulierten Kostenumfang in Höhe von 10.868.875 Millionen Euro. Verheerend, wenn man an beide Vorstellungen denkt.

Wie die „Mitteldeutsche Zeitung“ am 08.03.2016 auf Seite 13 berichtete, beabsichtigen nun offenbar die eifrigen Befürworter dieses ökonomischen und ökologisch unsinnigen Vorhabens Saale-Elster-Kanal, auch noch einen Planfeststellungsbeschluss aus dem Jahr 1934 auf Gültigkeit zu überprüfen. Neben der unfassbaren und vollkommen inakzeptablen Instinkt- und Geschmacklosigkeit in einer Zeit zunehmender rassistischer und faschistischer Aktivitäten im heutigen Deutschland, Nazidokumente heranzuziehen, ist davon auszugehen, dass dieses Machwerk ökologische Aspekte gar nicht berücksichtigt hat und die heutigen Aufwendungen überhaupt nicht darstellen kann. Hier fordert der AHA die öffentlichen und privaten Kanaleiferer auf, sich unverzüglich sowie unmissverständlich klipp und klar von solchen braunen Dokumenten zu distanzieren.
Neben der massiven Störung des natur- und umweltverträglichen Wassertourismus in Form von Bedrängung der Paddler und Ruderer, ist mit der Zunahme von Verlärmung und Luftverschmutzung zu rechnen. Zudem sieht der AHA die Gefahr in einem motorbootgerechten Ausbau der Infrastruktur, welche sich u.a. in vermehrten Baumaßnahmen wie Fließgewässerbegradigungen, Uferbefestigungen und der Errichtung von großen Steganlagen manifestieren könnte. Insbesondere Elbe, Saale, Mulde, Unstrut, Weiße Elster und Pleiße sowie ihre Nebengewässer sind von massiven Ausbaumaßnahmen, Verlärmung und Abgasbelastungen von Motorbooten bedroht.

Eng damit verbunden sind die Belastungen und Bedrohungen der gesamten Planungsregion verbunden.

In der Neuseenlandschaft –ebenso wie in den Fließgewässern-, bedeutet zudem eine Änderung des Sächsischen Wassergesetzes, dass die gegenwärtigen Einschränkungen und Verbote in Sachen Motorbootverkehr aufgehoben wären. Damit ist eine echte Beeinträchtigung des touristischen Wertes des Gebietes verbunden. Darüber hinaus würde das nach den ursprünglichen massiven bergbaulichen Eingriffen in die Siedlungsstruktur, in die natürliche Umwelt und in das Landschaftsbild, zu einer erneuten umfassenden, durch nichts zu rechtfertigten Beeinträchtigung von Lebens-, Erholungs- und Wohnraum der Menschen, in Natur, Landschaft und Umwelt führen.

Ähnlich sieht der AHA die Gefahren für den Geiseltalsee in Sachsen-Anhalt, wo man mit einer Allgemeinverfügung des Landkreises Saalekreises vom 10.08.2012 u.a. das von Motorbooten mit 10 m Länge und 20 PS-Motoren zugelassen hat. Auch hier ist mit zunehmender Verlärmung und Luftverschmutzung, aber ebenso mit verstärktem Wellenschlag zu rechnen, was zur Störung bzw. Zerstörung ganzer Uferzonen führen kann. Es ist unverständlich, warum nicht endlich die dringend notwendige Zeit aufbringen kann, um der Natur die Möglichkeit einer stabilisierenden Entwicklung aufbringen zu lassen. Innerhalb eines Zeitraums von ca. 300 Jahre hat der Mensch diesem Gebiet gewaltige Schäden zugefügt. Nun gilt es der Natur wenigstens 100 Jahre Zeit zu lassen, um eine Neuentwicklung zu ermöglichen. Was kann die Natur dafür, wenn der Mensch nicht in der Lage ist die Kommunen ordnungsgemäß finanziell und materiell auszustatten ? Abgesehen davon, was der Bund der Steuerzahler erst jüngst Ungereimtheiten bei „Investitionen“ für „Marinas“ zu Tage förderte.

Der AHA fordert daher die Lausitzer- und Mitteldeutsche Bergbauverwaltungsgesellschaft (LMBV) als zuständiger „Bergbausanierer“, den Landkreis Saalekreis, als zuständige untere Behörde, sowie die Anrainerkommunen auf, endlich die voranschreitende, zumeist umwelt- und naturfeindliche Entwicklung im Geiseltalseengebiet zu stoppen. Ferner gilt es im Naturschutzgebiet alle Bauarbeiten zu unterlassen und schon alle diesbezüglichen Planungen zu stoppen. Ferner fordert der AHA die Medien auf, verantwortungsvoll zu handeln und nicht ständig auf eine verstärkte touristische Nutzung zu drängen und diese als Allheilmittel für kommunale Probleme darzustellen.

Im Interesse einer sauberen Umwelt, Landschaft und Natur sowie eines umwelt- und naturverträglichen Tourismus fordert der AHA den Landtag und die Staatsregierung Sachsens auf, diese Änderung des Wassergesetzes wieder aufzuheben. Ferner appelliert der AHA an den Freistaat Sachsen, an das Land Sachsen-Anhalt und den Landkreis Saalekreis und die Stadt Halle (Saale) die Neuseenlandschaft und den Geiseltalsee sowie die Weiße Elster und die Pleiße von jeglicher Motorisierung freizuhalten.

Stattdessen sollten der Freistaat Sachsen und das Land Sachsen-Anhalt alles tun, Umwelt, Natur und Landschaft eine weitere und nachhaltigere gesunde Entwicklung zu ermöglichen und in dem Zusammenhang den Tourismus einzuordnen.

Ferner ist es unverständlich, dass u.a. das Land Sachsen-Anhalt im Rahmen des Doppelhaushaltes 2015/2016 an der Einstellung der Zugstrecken Klostermansfeld – Wippra (Wipperliese), Wittenberg – Bad Schmiedeberg sowie Merseburg – Schafstädt festhält. Diese drei Bahnstrecken gehören zu touristisch bedeutsamsten Strecken, welche zum Südharz führt, die Wiege der Reformation der Kirche, den Kuranlagen in Bad Schmiedeberg und zur Dübener Heide verknüpft sowie die historische Stadt Merseburg mit den Historischen Kuranlagen & Goethe-Theater Bad Lauchstädt verbindet. Die Erhaltung der Bahnstrecken bildet ein Bindeglied zwischen landesspezifischen Tourismus und Beitrag zur Umsetzung notwendiger Ziele im Umwelt-, Landschafts- und Naturschutz. Dazu ist es erforderlich alles zu unternehmen, um Touristen von der Straße auf die Schiene zu bringen. Dazu gehören z.B. Koppelung von Eintrittskarten zu Stätten und Veranstaltungen mit den Fahrkarten, die Einrichtung von Rabattsystemen, die Verbesserung von Kapazitäten zur Mitnahme von Fahrrädern sowie verstärkte Werbung für diese Strecken.

Nach Auffassung des AHA bedarf es endlich einer wissenschaftlich fundierten Schutz- und Entwicklungskonzeption für die mitteldeutsche Seen- und Flusslandschaft. Dabei ist es dringend notwendig, den dringenden Erfordernissen der globalen, regionalen und örtlichen Entwicklung von Umwelt, Natur, Landschaft und Klima Rechnung zu tragen und darauf entsprechende Antworten zu suchen und zu finden.

Hierzu gilt es nach Meinung des AHA unverzüglich die wissenschaftlichen Potenziale u.a. an den Universitäten und Hochschulen in Leipzig, Halle (Saale), Erfurt, Jena, Dessau-Roßlau, Merseburg und Bernburg zu nutzen.

Um diesen umfassenden Forderungen Nachdruck zu verleihen, beabsichtigt der AHA eine ehrenamtliche Arbeitsgruppe zur Beförderung eines umwelt- und naturverträglichen Wassertourismus zu bilden.

Wer Interesse hat für einen nachhaltigen Schutz und Erhalt sowie an einer naturnahen Entwicklung der Auenlandschaften an Elbe, Saale, Mulde, Unstrut, Weißer Elster, Luppe, Nahle, Pleiße und Parthe sowie der Seenlandschaft Mitteldeutschlands mitwirken möchte, wende sich bitte an folgende Kontakte:

Arbeitskreis Hallesche Auenwälder
zu Halle (Saale) e.V. – (AHA)

Große Klausstraße 11
06108 Halle (Saale)
Tel.: 0345 – 2002746
Fax.: 01805-684 308 363
E-Mail AHA: aha_halle@yahoo.de
E-Mail UBM: ubh2004@yahoo.de
Internet: https://www.aha-halle.de

Arbeitskreis Hallesche Auenwälder
zu Halle (Saale) e.V. – (AHA
)
Regionalgruppe Merseburg-Leuna-Bad Dürrenberg
/Umweltbibliothek Merseburg „Jürgen Bernt-Bärtl“
Weiße Mauer 33
06217 Merseburg
Tel.: 0176 – 52562945
Fax.: 0180-5684 308 363 (deutschlandweit zum Ortstarif)
E-Mail AHA: aha_halle@yahoo.de
E-Mail UBM: ubh2004@yahoo.de

Arbeitskreis Hallesche Auenwälder
zu Halle (Saale) e.V. – (AHA)

Regionalgruppe Leipzig und Umland
Otto-Adam-Straße 14
04157 Leipzig
Tel.: 0176/84001924
Fax.:01805-684 308 363
E-Mail: aha_halle@yahoo.de
Internet: https://www.aha-halle.de

Arbeitskreis Hallesche Auenwälder
zu Halle (Saale) e.V. – (AHA)

Ortsgruppe Dessau-Roßlau
Donnerstag von 19.00 bis 20.00 Uhr
im Schwabehaus
in der Johannisstraße 18
06844 Dessau-Roßlau
Tel.: 0340 – 66158320
Fax.: 0180 – 573 737 6961
(beide Verbindungen deutschlandweit zum Ortstarif)

Arbeitskreis Hallesche Auenwälder
zu Halle (Saale) e.V. – (AHA)

Regionalgruppe Wettin-Könnern-Bernburg
Dienstag: von 18.00 bis 19.00 Uhr
attac-Villa Könnern
Bahnhofstraße 06
06420 Könnern (Saale)
Tel.: 034691/52435Fax.: 01805-684 308 363 (deutschlandweit zum Ortstarif)

AHA sieht mit Sorge die schonungslose Nutzung der halleschen Ziegelwiese als Partymeile

Bekanntlich gehören Auenlandschaften zu den arten- und strukturreichsten Natur- und Landschaftsräumen der gemäßigten Zonen. Sie bieten zahlreichen Tier- und Pflanzenarten Lebens- und Rückzugsräume, Hochwasser der Flüsse und Bäche den notwendigen Ausbreitungsraum, tragen zur Steuerung des Wasserhaushaltes bei sowie ermöglichen den Menschen Erholung und Entspannung.

Diese vielfältigen Funktionen von Auen entlang von Flüssen und Bächen bedürfen nach Auffassung des Arbeitskreises Hallesche Auenwälder zu Halle (Saale) e.V. (AHA) besonderer und umfassender Maßnahmen zum Schutz und Erhalt sowie zur Betreuung und Entwicklung. Dafür sich einsetzen sieht der ehrenamtliche und gemeinnützige AHA als seine vorrangige Aufgabe an.

1-halle-blick-von-ochsenbruecke-nach-suedwesten-auf-nordwestteil-ziegelwiese-2

1-halle-blick-von-ochsenbruecke-nach-suedwesten-auf-nordwestteil-ziegelwiese-2

Aus dem Grund verfolgt der AHA mit großer Sorge, wie sich das einstige Erholungsgebiet Ziegelwiese in Halles Saaleaue immer mehr in eine Partymeile mit Grill, Alkohol und Unmengen Müll verwandelt. Diese Nutzung ist offensichtlich Teil des gewässertouristischen Konzeptes der Stadt Halle (Saale). Anders kann sich der AHA nicht erklären, warum die Verantwortlichen der Stadt Halle (Saale) ihrer Verantwortung für Umwelt, Natur und Landschaft nicht nachkommt und diesem Treiben ein Ende setzt.

In diesem Blickwinkel betrachtet, kritisiert der AHA den von der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen im halleschen Stadtrat im Oktober 2016 gestellten „Antrag zur Realisierung weiterer Strandbereiche an der Saale“. Dieser Antrag beinhaltet das Anliegen, dass die hallesche Stadtverwaltung prüft, „ob und unter welchen Voraussetzungen weitere Uferbereiche der Saale im Stadtgebiet als Strandbereiche für die Badesaison 2017 eingerichtet werden können.“ Ferner beinhaltet dieser Antrag das Anliegen, „ob ggf. Steganlagen in die Strandbereiche integriert werden können.“

2-halle-blick-von-nordwestteil-ziegelwiese-nach-nordwesten-auf-nsg-peissnitzsaaleriveufer-3

2-halle-blick-von-nordwestteil-ziegelwiese-nach-nordwesten-auf-nsg-peissnitzsaaleriveufer-3

Offenbar haben die grünen Stadträtinnen und Stadträte in Halle (Saale) bedauerlicherweise nicht erkannt, dass diese gegenwärtige Entwicklung, hauptsächlich von jüngeren Leuten verantwortet, bei vermuteter Verschärfung dieser Nutzungsformen, unweigerlich zu massiven weiteren Schäden an Umwelt, Natur und Landschaft führt. Dieses Treiben hat nichts mit feiern und erholen, sondern eher mit um sich greifender Verantwortungslosigkeit und voranschreitendem Egoismus zu tun. In dem Zusammenhang eine Forcierung dieser Zustände und einen weiteren Verbau von Saaleabschnitten in Halle (Saale) zu fordern, hält der AHA für unverantwortlich, da neben der bisherigen Vermüllung und Verlärmung sowie Schädigung von Grün, eine Beeinträchtigung des Landschaftsbildes mit weiteren Steganlagen dazu käme. Wenn die grünen Politikerinnen und Politiker Anleger für Boote meinen, dann sei u.a. auf bestehende Anlagen an der Peißnitzbrücke und am Riveufer verwiesen.

3-halle-blick-von-nordwestteil-ziegelwiese-nach-suedwesten-auf-ziegelwiesesaalepeissnitzinsel-1

3-halle-blick-von-nordwestteil-ziegelwiese-nach-suedwesten-auf-ziegelwiesesaalepeissnitzinsel-1

Der AHA fordert daher erneut und mit Nachdruck die Verantwortlichen der Stadt Halle (Saale) auf, den Schutz von Umwelt, Natur und Landschaft endlich ernst zu nehmen, ihren gesetzlichen Verpflichtungen und Aufgaben nachzukommen sowie unverzüglich diese Zustände zu beenden.

Ferner gilt es mehr für die Umweltbildung zu tun. So wäre es sinnvoll zu prüfen, inwieweit die Möglichkeit besteht Umweltsünder, zu Umweltschulungen zu verpflichten.

Darüber hinaus ruft der AHA die Bevölkerung auf, mehr auf den Schutz von Umwelt, Natur und Landschaft zu achten.

Initiative „Pro Baum“ und AHA fordert strengen Schutz des Naturschutzgebietes „Nordspitze Peißnitz“

Der Arbeitskreis Hallesche Auenwälder zu Halle (Saale) e.V. (AHA) und die Initiative „Pro Baum“ sehen es für dringend erforderlich an, die hallesche Saaleaue zwischen den Naturschutzgebieten „Nordspitze Peißnitz“ und ”Forstwerder“ wieder verstärkt naturnaher entwickeln zu lassen. Dieser Teil der Saaleaue, welches einst weitgehend unverbaut geblieben war sowie in enger Korrelation mit dem Naturschutzgebieten „Nordspitze Peißnitz“ und ”Forstwerder“, welche zusammen das FFH-Gebiet „Nordspitze der Peißnitz und Forstwerder in Halle“ ergeben, dem geschützten Landschaftsbestandteil Amselgrund und Kreuzer Teichen, dem geschützten Landschaftsbestandteil Amtsgarten und dem flächenhaften Naturdenkmal Klausberge steht, gehört zu den wichtigsten Biotop- und Grünverbundräumen im halleschen Saaletal. Ferner bilden diese Saaleauenlandschaften ein zentrales Element des 2.314 ha großen Landschaftsschutzgebiets „Saaletal in der kreisfreien Stadt Halle (Saale)“.

Seit mehreren Jahren müssen AHA und die Initiative „Pro Baum“ vermehrt feststellen, dass immer wieder massive Fällungen von Gehölzen u.a. auf der ca. 60 ha großen Peißnitzinsel stattfinden.

Alle seitens des AHA gegebenen zahlreichen Bedenken und Hinweise blieben bisher unbeantwortet und unberücksichtigt. Stattdessen mussten AHA-Mitglieder am Freitag, den 04.03.2016 beobachten, dass umfassende Wegebauarbeiten bis an das Naturschutzgebiet „Nordspitze Peißnitz“ heran erfolgen. Diese aus dem Fluthilfefond vom Steuerzahler finanzierten und der Querfurter Bauhütte GmbH ausgeführten Bauarbeiten haben zu massiven Eingriffen in Umwelt, Landschaft und Natur geführt. Ungehindert der Tatsache, dass im März die Brutzeit voranschreitet, Säugetierarten -wie Igel- sich noch im Winterschlaf befinden, realisierte man erhebliche Boden-, Fäll- und Ausholzungsarbeiten.

Die gegenwärtigen massiven zerstörerischen Eingriffe im Überflutungsgebiet der Saale, als „Hochwasserschadensbeseitigung“ deklarierten Arbeiten sind nach Auffassung des AHA und der Initiative „Pro Baum“ vollkommen inakzeptabel, zeugen erneut deutlich und unübersehbar von einem weiteren Beispiel schwerster Missachtungen naturschutzfachlicher und –rechtlicher Mindestnormen durch die Verantwortlichen der Stadt Halle (Saale).

Nunmehr möchte die Stadt Halle (Saale) Pläne umsetzen, den Weg im Naturschutzgebiet „Nordspitze Peißnitz“ komplett neu auszubauen und zu schottern. Abgesehen davon, dass das unzulässige und unnötige bauliche Eingriffe darstellen, ist mit massiven Schädigungen der Wurzelbereiche der Altbäume zu rechnen. Bereits Probegrabungen können nachhaltige Schädigungen z.B. an den ca. 200 bis 300 Jahre alten Stieleichen und Platanen hervorrufen. Neben der Beschädigung der Wurzeln, welche dann Pilzen als Eintrittspforten dienen, ist mit Einschränkungen in der Nahrungsaufnahme und der Standfestigkeit zu rechnen.

Zu keinem bisher durchgeführten bzw. geplanten Eingriff am bzw. im Naturschutzgebiet „Nordspitze Peißnitz“ sowie FFH-Gebiet „Nordspitze der Peißnitz und Forstwerder in Halle“ fand eine ordnungsgemäße Beteiligung gemäß § 29 des Naturschutzgesetzes des Landes Sachsen-Anhalt (NatSchG LSA) statt.

Der AHA und die Initiative „Pro Baum“ forderten bzw. fordern daher immer wieder mit Nachdruck die Stadt Halle (Saale) als zuständige untere Naturschutzbehörde auf, die Arbeiten unverzüglich zu stoppen. An die Verantwortlichen im Bund und im Land Sachsen-Anhalt appellierten bzw. appellieren beide Organisationen die zur Zerstörung von Umwelt, Natur und Landschaft missbrauchten Steuergelder zurückzufordern.

Derartige Vorkommnisse und Ereignisse führen nach Auffassung des AHA dazu, dass sein seit dem Jahr 1980 bestehendes Engagement zum Schutz, Erhalt, Betreuung und Entwicklung der Saaleaue zwischen den Naturschutzgebieten „Nordspitze Peißnitz“ und ”Forstwerder“ dringend geboten ist und sogar eher einer umfassenden Verstärkung bedarf.

Auf Grund der fortgesetzten und geplanten Störungen und Zerstörungen am bzw. im Naturschutzgebiet „Nordspitze Peißnitz“ sowie FFH-Gebiet „Nordspitze der Peißnitz und Forstwerder in Halle“ hatten Initiative „Pro Baum“ und AHA Vertreter/-innen von Politik und Verwaltung des Landes Sachsen-Anhalt und der Stadt Halle (Saale) am 06.09.2016 und 07.10.2016 zu öffentlichen Begehungen eingeladen.

Offenbar haben diese Begehungen nicht dazu geführt, dass bei den politisch Verantwortlichen im Land Sachsen-Anhalt und in der Stadt Halle (Saale) wenigstens im Ansatz ein Umdenken im Umgang mit dem Naturschutzgebiet „Nordspitze Peißnitz“ sowie FFH-Gebiet „Nordspitze der Peißnitz und Forstwerder in Halle“ eingesetzt hat.

Neben der bereits umgesetzten Asphaltierung von Wegen im Nordteil der Peißnitzinsel und dabei auch am Südrand des Naturschutzgebietes „Nordspitze Peißnitz“ sowie FFH-Gebietes „Nordspitze der Peißnitz und Forstwerder in Halle“ sowie der geplanten Fortsetzung von baulichen Eingriffen im Auenwald selbst, beabsichtigt die Stadt Halle (Saale) auf der Basis einer sogenannten Machbarkeitsstudie die ca. 2,3 km langen Wilde Saale für den Paddelbootverkehr zu öffnen.

Die in den Medien veröffentlichten Angaben zur Unbedenklichkeit sind schon dahingehend ungeheuerlich, weil bisher offenbar nur ein kleiner ausgewählter Kreis den Autor und den Inhalt dieser Machbarkeitsstudie kennt. Hier fordern Initiative „Pro Baum“ und AHA die sofortige Veröffentlichung bzw. Offenlegung des steuerfinanzierten Dokumentes.

Des weiteren weisen Initiative „Pro Baum“ und AHA erneut mit Nachdruck darauf hin, dass ohne massive Umbaumaßnahmen eine wassertouristische Nutzung für Paddelboote nicht möglich ist. Dazu zählen die Beseitigung einer Kies- und Schotterinsel in der Höhe des Gimritzer Parks sowie umfassende Beseitigungen von Gehölzen im Ufer- und Wasserbereich. Dabei bilden gerade diese Gehölzbestände sehr wichtige Lebensräume für zahlreiche Tierarten wie den Biber, den Eisvogel und den Eremiten. Ebenso bieten sich die überhängenden Gehölze als Nistmöglichkeit für die Beutelmeise an. Das auf Betreiben des damaligen Arbeitskreis Umweltschutz Halle im Kulturbund der DDR im Jahr 1983 verhängte Befahrverbot hat nämlich zu einer naturnaheren Entwicklung des Teils der Saale beigetragen. Dazu zählt auch die Entwicklung einer ausgedehnten Weichholzaue im Bereich des Naturschutzgebietes „Nordspitze Peißnitz“ sowie FFH-Gebietes „Nordspitze der Peißnitz und Forstwerder in Halle“. Wenn die Vertreter der Stadt Halle (Saale) behaupten, dass der Eisvogel hier nicht brütet, dann ist das nicht korrekt. Es gab immer wieder erfolgreiche Bruten, was es eher gilt zu befördern, als durch Störungen zu verhindern.

Eine Zulassung des Paddelbootsverkehrs lässt wieder die Gefahr steigen, dass ein vermehrtes Betreten der Uferzonen erfolgt, was zur Störung bzw. Zerstörung der Fauna und Flora beiträgt.

Die Initiative „Pro Baum“ und der AHA sehen sich nunmehr gefordert das Land Sachsen-Anhalt und die Stadt Halle (Saale) bei der EU-Kommission anzuzeigen, da hier vorsätzlich gegen europäisches Naturschutzrecht verstoßen wird, diese Verstöße zu stoppen und zu ahnden sind. Ferner möchten beide Organisationen erreichen, dass keine weitere Bewilligung von weiteren Fördermitteln erfolgt und bisher ausgezahlte Zuwendungen wieder zurückzuzahlen sind.

Die Stadt Halle (Saale) zeigt seit zahlreichen Jahren eine deutliche Tendenz dahingehend, aus Steuermitteln finanziert, umfassend Umwelt, Natur und Landschaft flächendeckend bzw. punktuell zu stören bzw. zu zerstören. Alle bisher an das Land Sachsen-Anhalt gegebenen Hinweise bleiben unberücksichtigt und führten somit nicht zur Verbesserung dieser katastrophalen Zustände. Im Gegenteil, die gegenwärtig amtierende Ministerin für Umwelt, Landwirtschaft und Energie und 2. stellvertretende Ministerpräsidentin des Landes Sachsen-Anhalt Prof. Dr. Claudia Dalbert, unterstützt offen diese Vorgehensweisen.

Auf Grund der sehr besorgniserregenden Entwicklung in Sachen Umwelt-, Natur und Landschaftsschutz in der Stadt Halle (Saale) sind sich die Initiative „Pro Baum“ und der AHA einig, dass das bürgerschaftliche Engagement im Interesse von Schutz, Erhalt, Betreuung und Entwicklung Verstärkung erfahren muss. Ferner sehen sie die dringende Notwendigkeit grundlegender diesbezüglicher politischer, rechtlicher und gesellschaftlicher Veränderungen. Daher erfolgt der Aufruf zur Mitwirkung in der ehrenamtlichen AHA-Arbeitsgruppe Peißnitz.

Wer noch mehr zu den Aktivitäten beider Organisationen auf der Peißnitzinsel erfahren möchte, wende sich bitte an folgende Anschrift:

Arbeitskreis Hallesche Auenwälder zu Halle (Saale) e.V. – (AHA)
Große Klausstraße 11
06108 Halle (Saale)
E-Mail AHA: aha_halle@yahoo.de
Internet: https://www.aha-halle.de
Tel.:: 0345 – 2002746

« Ältere Beiträge Neuere Beiträge »