Autor: aha-dietmar (Seite 323 von 365)

Die Dölauer Heide ist ein zu schützender Erholungswald!

Dölauer Heide (17) Hallweg, Gruppe der TeilnehmerInnen

Dölauer Heide (17) Hallweg, Gruppe der TeilnehmerInnen

An einem typischen Apriltag mit abwechselnden klaren Sonnenschein, stärkerem Wind und Schneeschauern am 19.04.2017 fanden sich mehrere Mitglieder und Freunde der Bürgerinitiative Heideweg, des Arbeitskreises Hallesche Auenwälder zu Halle (Saale) e.V. (AHA) und der Initiative „Pro Baum“ zusammen. Folgende Ausgangssituation war der Anlass der Frühjahrsexkursion durch die Dölauer Heide ab der früheren „Knolls Hütte“ bis zum Heideweg, Zitat:„Bekanntlich ist das 740 große Landschaftsschutzgebiet „Dölauer Heide“ eines der größten zusammenhängenden Waldgebiete in der näheren Umgebung der Stadt Halle (Saale). Zusammen mit der Saaleaue stellt die Dölauer Heide ein wichtiges Vernetzungswerk für die Entwicklung von Biotop-Verbundsystemen dar. Sie erfüllt vielfältige ökologische Funktionen, zum Beispiel für die Lufthygiene, und schafft günstige Lebensräume für Pflanzen und Tiere. Dies drückt sich u.a. auch in dem 62 ha großen Naturschutzgebiet Bischofswiese und in dem an die Dölauer Heide angrenzenden 16 ha großen Naturschutzgebiet Lintbusch aus. Ferner ist die Dölauer Heide ein sehr bedeutsames Naherholungsgebiet für die Menschen der Region.
Jedoch finden immer wieder massive Abholzungen in der Dölauer Heide statt, welche sich u.a. in dem Waldgebiet zwischen Waldkater und Kolkturmberg manifestieren und selbst zu umfassenden Eingriffen in das 62 ha große Naturschutzgebiet Bischofswiese geführt haben. Nicht nur der Verlust von Gehölzen wie Eichen und Waldkiefern sowie die Zerstörung von Gehölzstrukturen beeinträchtigen das Naturschutzgebiet, sondern auch der Einsatz schwerer Räumtechnik.
Mit dem Bebauungsplan Nr. 162 „Dölau, Wohngebiet am Heideweg“, bei dem auf einer Fläche von ca. 0,8 ha in 6 Mehrfamilienhäusern 39 Mietwohnungen und eine Arztpraxis sowie eine Tiefgarage entstehen sollen, besteht außerdem die dringende Gefahr, dass ein weiterer Verbindungskorridor der Dölauer Heide nach „außen“, ganz konkret zum Hechtgraben, verloren geht. Neben der Einschränkung des Austausches von Kalt- und Frischluft, verliert der Hechtgraben Aue, welche als Überflutungs- und Entwicklungsraum für Fauna und Flora dienen sollte.
Abgesehen davon, dass eine derartige Wohnbebauung keinesfalls dem Ortsbild von Halle-Dölau entspricht und zudem den Ziel- und Quellverkehr mit Motorisiertem Individualverkehr verstärkten dürfte.“
Zitat Ende
Nach der Begrüßung und Einführung zum Thema begaben sich die Exkursionsteilnehmerinnen und Exkursionsteilnehmer entlang des Hallweges in die Dölauer Heide. Bereits hier waren deutliche Folgen der punktuellen bis flächendeckenden Abholzungen zu erkennen. Dies manifestierte sich durch große, übermannsgroße und kleinere Holzstapel entlang der Wege, deutlich erkennbare Fahrspuren eines Harvesters im Wald und angrenzenden Wanderwegen sowie mehr oder minder stark beschädigte Gehölze im Bestand. Die Exkursionsteilnehmerinnen und Exkursionsteilnehmer ermittelten, dass zwar vorrangig die Waldkiefer den Fällungen zum Opfer fielen, aber auch Hainbuche, Birke, Traubeneiche, Winterlinde, Robinie und Roteiche von den Fällungen betroffen waren. Exkursionsteilnehmer und Exkursionsteilnehmer berichteten, dass man bereits umfassend Holzstämme abtransportiert hatte.
Wie die Exkursionsteilnehmerinnen und Exkursionsteilnehmer mit großem Entsetzen feststellen mussten, hat nicht nur der Wald massiven Schaden genommen, sondern womöglich auch ein Steinkistengrab an der Ecke Sandbergweg/Schwedenweg. Hier hatte man eine Rückegasse eingerichtet und mit schwerer Räumtechnik das archäologische Denkmal überfahren.
Im Rahmen der Exkursion erläuterten die anwesenden Exkursionsteilnehmerinnen und Exkursionsteilnehmer auch die Ausgangssituation, dass vor den menschlichen Eingriffen die Dölauer Heide von einen winterlindenreichen Traubeneichen-Hainbuchenwald-Bestand geprägt war, welcher typisch ist für einen Standort auf wasserdurchlässigem Lockergestein mit vereinzelten tonigen, wasserundurchlässigen Schichten (z.B. Herthateich und Rehteich) im Regenschatten des Harzes. Davon sind jedoch nur noch Restbestände erhalten. Heute überwiegen zu 60 Prozent Kiefern und Eichen (28 Prozent). Auf Buche, Birke, Linde, Ahorn und Esche verteilt sich der Rest. Zwei Drittel des Baumbestands sind älter als 80 Jahre. Diese Entwicklung war einer jahrzehntelangen intensiven, schnellen und umfassenden Holzgewinnung seit etwa 1850 geschuldet. Dieser Prozess scheint erneut Oberhand zu gewinnen. Im Rahmen von zahlreichen Diskussionen wogen die Exkursionsteilnehmerinnen und Exkursionsteilnehmer das Für und Wider forstwirtschaftlicher Eingriffe miteinander ab.
Letztendlich vertraten der weitüberwiegende Teil der Exkursionsteilnehmerinnen und Exkursionsteilnehmer die Auffassung, dass die Vegetation der Dölauer Heide eine naturnahere Entwicklung in Richtung eines standorttypischen winterlindenreichen Traubeneichen-Hainbuchenwaldes erfahren sollte. Dies ist möglich, wenn die Dölauer Heide immer mehr einer sukzessiven Entwicklung überlassen wird und Bewirtschaftungsmaßnahmen sich immer mehr auf die Freihaltung von Wegen und Plätzen sowie der damit verbundenen Gefahrenabwehr beschränken.
Daher halten die Exkursionsteilnehmerinnen und Exkursionsteilnehmer weiterhin die fortgesetzten und massiven flächendeckenden und punktuell größeren Abholzungen in der Dölauer Heide für vollkommen ungeeignet, um eine Umwandlung des Waldes herbeizuführen. So haben beispielsweise Abholzungen im Bereich des Harzklubstiegs sowie südwestlich des Kellerberges zu massiven Störungen des Gehölzbestandes, Beeinträchtigungen der Wege sowie zu Vernichtungen wichtiger Lebensräume von Tieren geführt. In diesem Bereich kommt noch u.a. hinzu, dass hier der nach Anhang II und IV der europäischen Fauna-Flora-Habitat (FFH)-Richtlinie besonders geschützte Eremit (Osmoderma eremita) – auch Juchtenkäfer genannt – siedelt. Wegen der geringen Ausbreitungsfähigkeit des Käfers ist ein ständiges Angebot weiterer nachwachsender Brutbäume unterschiedlichen Alters in der Umgebung für eine nachhaltige Sicherung des Vorkommens zwingend notwendig. Diese Notwendigkeit scheint offensichtlich im Gebiet zwischen dem Südrand der Dölauer Heide und dem Harzklubstieg nicht die ausreichende und erforderliche Beachtung zu finden.
Darüber hinaus stellten die Exkursionsteilnehmerinnen und Exkursionsteilnehmer fest, dass u.a. zahlreiche Stämme in aufgestapelten Holzhaufen Hohlräume aufweisen, welche nunmehr als Lebens- und Rückzugsraum für zahlreiche Tierarten verlorengegangen sind. Mit großer Sorge betrachtet der AHA nunmehr u.a. umfassende Vorbereitungen zu offenbar flächendeckenden und massiven Abholzungen im Bereich ab Südwesten in Angrenzung an das Naturschutz- und FFH-Gebiet Lintbusch stattfinden. Neben der Vernichtung von wertvollem Lebens- und Rückzugsraum sowie umfassenden Störungen der Waldstrukturen, behindern diese Arbeiten den sukzessiven standortgerechten Jungaufwuchs. Gerade unter dem Dach größerer lichter Gehölze, wie der Waldkiefer und der Pappel, ist oft eine Junggehölzentwicklung sehr gut möglich. Insbesondere Stiel- und Traubeneichen mögen im Jungstadium einen derartigen halbschattigen Zustand.
Die Exkursionsteilnehmerinnen und Exkursionsteilnehmer hatten in dem Zusammenhang mit großem Unverständnis die gegen massiven Abholzungen in der Dölauer Heide wahrgenommen, welche sich u.a. in dem Waldgebiet zwischen Waldkater und Kolkturmberg manifestieren und selbst zu umfassenden Eingriffen in das 62 ha große Naturschutzgebiet Bischofswiese geführt haben. Hier führt offenkundig die Zellstoff Stendal Holz GmbH Massenabholzungen durch. Nicht nur der Verlust von Gehölzen wie Eichen und Waldkiefern sowie die Zerstörung von Gehölzstrukturen beeinträchtigen das Naturschutzgebiet, sondern auch der Einsatz schwerer Räumtechnik. Dieser Einsatz der schweren Räumtechnik hat zu gewaltigen Bodenverdichtungen und bis zu 60 cm tiefen Fahrrinnen geführt. Ähnliche Bilder stellen sich auch in anderen Abholzungsgebieten in der Dölauer Heide. Zudem beeinträchtigen diese Abholzungen die Widerstandsfähigkeit des verbliebenen Waldbestandes gegenüber Stürmen und befördern die Entstehung weiterer Trampelpfade.
Die meisten Exkursionsteilnehmerinnen und Exkursionsteilnehmer fordern daher den sofortigen Stopp der Massenabholzungen und Bestrafung der Verantwortlichen für diese Umweltvergehen.
Ferner bekräftigen die Exkursionsteilnehmerinnen und Exkursionsteilnehmer eine vom der AHA seine mehrfach vorgetragene Forderung, dass die Dölauer Heide endlich als Gebiet des Landschafts- und Naturschutzes, einer darauf abgestimmten Naherholung sowie Ort der Bildung zu Natur, Umwelt, Archäologie und Geschichte, als Schutzgebiet zu betrachten ist und sämtliche intensiv betriebene Waldwirtschaft mit Beteiligung an Holzauktionen und Verkäufen zu beenden sind !
Im Rahmen der Exkursion erläuterte der AHA, dass er u.a. der Stadt Halle (Saale) umfassende Vorschläge für eine Neustrukturierung des 1932 entstandenen Naturlehrpfades vorgelegt und zudem angeregt ein neues Wegekonzept zu entwickeln. Der AHA fordert, endlich gemeinsam mit der Bevölkerung der Stadt Halle (Saale) sowie der direkt angrenzenden Saalekreisgemeinde Salzatal und ihren Vereinen, Verbänden und Initiativen die Basis für eine Entwicklung eines naturnaheren, arten- und strukturreichen Wald mit einem natur- und umweltschonenden Tourismus zu schaffen. Dazu gehören zuerst der sofortige und unverzügliche Stopp aller Abholzungen sowie die Erstellung einer aktuellen, fachlich-wissenschaftlichen und zusammenfassenden Schutz- und Entwicklungskonzeption für die Dölauer Heide.
Auf Grund der eingangs geschilderten geologischen Eingangssituation haben auch der Schutz, der Erhalt und die Betreuung der in den tonigen, wasserundurchlässigen Schichten bestehenden Feuchtgebiete eine sehr wichtige Bedeutung. Während der in der Regel dauerfeuchte Rehteich seine Speisung durch den Langen Berg und den Kellerberg erhält, nimmt der Herthateich das Niederschlagswasser auf. Daher gilt es auf mindestens zwei Dinge zu achten: Erstens gilt es unbedingt alle Maßnahmen zu beenden bzw. zu unterlassen, welches das Wasser aus der Dölauer Heide abzieht und zweitens, welche eine Schädigung der Tonlinsen verursacht. Dazu gehören Bodenarbeiten aller Art.
Genau das ist offenbar mit Beginn im Januar 2016 mit dem Feuchtgebiet und Weiher am Harzklubstieg geschehen.
Zum Abschluss der Exkursion fanden sich die Exkursionsteilnehmerinnen und Exkursionsteilnehmer an der Ecke Heideweg/Am Waldrand ein. Die Exkursionsteilnehmerinnen und Exkursionsteilnehmer waren sich einig, dass die Dölauer Heide für einen nachhaltigen Schutz, ein umfassenden Biotop- und Grünverbund in das Umland benötigt, wozu zum Beispiel das Naturschutzgebiet Brandberge sowie die Auenlandschaften von Saale, Saugraben und Hechtgraben gehören. Somit können sich arten- und strukturreiche, zusammenhängende Landschafts- und Naturräume entwickeln, welche zahlreichen Tier-und Pflanzenarten als Lebensräume dienen können.
Daher halten die Exkursionsteilnehmerinnen und Exkursionsteilnehmer es für dringend geboten derartige Verbindungsräume, welche auch der Kalt- und Frischluftentstehung sowie deren Transportes dienen, nicht nur zu schützen und zu erhalten, sondern noch weiter zu entwickeln.
Mit dem Bebauungsplan Nr. 162 „Dölau, Wohngebiet am Heideweg“, bei dem auf einer Fläche von ca. 0,8 ha in 6 Mehrfamilienhäusern 39 Mietwohnungen und eine Arztpraxis sowie eine Tiefgarage entstehen sollen, besteht die dringende Gefahr, dass ein weiterer Verbindungskorridor der Dölauer Heide nach „außen“, ganz konkret zum Hechtgraben, verloren geht. Neben der Einschränkung des Austausches von Kalt- und Frischluft, verliert der Hechtgraben Aue, welche als Überflutungs- und Entwicklungsraum für Fauna und Flora dienen sollte. Mitglieder der Bürgerinitiative Heideweg erörterten zudem, dass angedachte Baumaßnahmen zur Tiefgarage mitten in den Zuflussbereichen zum Hechtgraben erfolgen sollen. Neben Rückstauwirkungen, ist dabei mit nicht einkalkulierbaren Veränderungen der Strömumgsverhältnissen zu rechnen. Somit besteht die Gefahr, dass bestehende Gebäude mit zusätzlich anströmenden Wasser zu rechnen haben.
Abgesehen davon, dass eine derartige Wohnbebauung keinesfalls dem Ortsbild von Halle-Dölau entspricht und zudem den Ziel- und Quellverkehr mit Motorisiertem Individualverkehr verstärkten dürfte.
Es ist zudem für die Exkursionsteilnehmerinnen und Exkursionsteilnehmer vollkommen unverständlich, dass die GWG Wohnraum in Halle-Neustadt beseitigt hat und darauf orientiert weiteren Wohnraum abzubauen, aber hier neuen Wohnraum aus dem Boden stampfen möchte. Zudem sehen die Exkursionsteilnehmerinnen und Exkursionsteilnehmer unzulässige Verquickungen von Interessen zwischen dem Oberbürgermeister der Stadt Halle (Saale) sowie des halleschen Stadtrates und der GWG. Immerhin sitzen Stadträte und Dr. Bernd Wiegand im Aufsichtsrat der GWG.
Insofern ist eine erforderliche unparteiische Wahrnehmung der Funktion der Planungsbehörde durch Halles Stadtrat und Verwaltung ernsthaft zu bezweifeln.
Mit der Beseitigung des denkmalgeschützten Schlafplatzes Heideschlösschen für zahlreiche Fledermäuse begann man vollendete Tatsachen schaffen zu wollen.
Die Exkursionsteilnehmerinnen und Exkursionsteilnehmer halten es aus Gründen des Schutzes von Natur, Umwelt, Landschaft und Ortsbild für dringend geboten den Bebauungsplan Nr. 162 „Dölau, Wohngebiet am Heideweg“ einzustellen und diese Fläche als Entwicklungsraum der Aue des Hechtgrabens und Verbindungskorridor zur Dölauer Heide zu sichern und zu schützen sowie entwickeln zu lassen.
Der gegenwärtigen Bebauungsplan Nr. 162 „Dölau, Wohngebiet am Heideweg“ – Abwägungsbeschluss- vom 25.07.2016 Bebauungsplan Nr. 162 „Dölau, Wohngebiet am Heideweg“ – Satzungsbeschluss- vom 18.08.2016 ignorieren die in den meisten der 582 Stellungnahmen vorgetragenen Bedenken und Hinweise. Dabei beruft man sich u.a. auf eine Stellungnahme zur hydrogeologischen Situation am Standort Heideweg Nr. 2, Halle (Saale) vom 09.02.2016, welche man beispielsweise auf Seite 30 der Stadt Halle (Saale) Bebauungsplan Nr. 162 „Dölau, Wohngebiet am Heideweg“
Abwägung, Anlage 1 vom 21.06.2016 zu einer „gutachterlichen Stellungnahme“ hochstilisiert. Im Übrigen müssten schon allein die Ausführungen des Umweltberichtes des Landschaftsbüros Haselbach vom 27.05.2016 zum Verzicht des Vorhabens führen.
Nachdem der hallesche Oberbürgermeister Dr. Bernd Wiegand und seine Verwaltung undemokratisch sowie in bekannter ignoranter Herangehensweise gegen den Schutz, Erhalt und Entwicklung von Umwelt, Natur und Landschaftsschutz agieren sowie Interessenverquickung zwischen der GWG und ihrer 100{742476d910061147bacb9f2d1e63afebae5c969212eff52eb4ea03554537fa31}igen Gesellschafterin Stadt Halle (Saale) bestehen, fordern Exkursionsteilnehmerinnen und Exkursionsteilnehmer die Mitglieder von Halles Stadtrat auf die Planungen zu dem Vorhaben zu beenden. Die Exkursionsteilnehmerinnen und Exkursionsteilnehmer schlagen stattdessen vor das Gebiet als sukzessiven Biotop- und Grünverbundraum weiter entwickeln zu lassen.
Zum Abschluss der Protestexkursion vereinbarten die Exkursionsteilnehmerinnen und Exkursionsteilnehmer weitere Aktivitäten zum Schutz, Erhalt und Entwicklung des Gesamtgebietes der Dölauer Heide und der angrenzenden Gebiete fortzusetzen bzw. zu verstärken.

Fotos: Dietmar Hörner

AHA führt Fahrradexkursion entlang der Ilm durch

Der Arbeitskreis Hallesche Auenwälder zu Halle (Saale) e.V. (AHA) führt am Samstag, den 29.04.2017 eine ca. sechsstündige Fahrradexkursion entlang der Ilm bis zur Mündung in die Saale in die Saale in Großheringen durch.

Die Fahrradexkursion bildet die Fortsetzung des ehrenamtlichen Engagements des AHA für den Schutz, Erhalt und Entwicklung des 128,7 km langen Flusses Ilm, welcher nach Saale, Werra und Unstrut der viertlängste Fluss Thüringens und viertlängste Nebenfluss der Saale ist. Es gilt die Ilm und ihre Aue als Lebens- und Rückzugsraum für zahlreiche Tier- und Pflanzenarten, Überflutungsraum sowie Biotopverbund- und Naherholungsraum zu schützen, zu erhalten und womöglich umfassend zu erweitern. Dies erfordert einen umfassenden gesamtgesellschaftlichen Einsatz und eine Einbindung in die Schutzaktivitäten in der Saaleaue.

Im Rahmen der Fahrradexkursion beabsichtigt der AHA vor Ort seine ersten Vorstellungen und Gedanken darzulegen. Dazu zählen die Betrachtung der Bedeutung des Gewässerraumes der Ilm sowie des Überganges in die Saale und ihrer sehr bedeutsamen Aue. Darüber hinaus ist vorgesehen Möglichkeiten der Mitwirkung von Interessierten zu erläutern. Ebenso möchte der AHA in dem Zusammenhang die Überlegungen der Bildung einer ehrenamtlichen Arbeitsgruppe für die Ilm sowie von Ortsgruppen in Weimar, Apolda, Bad Sulza und Bad Kösen vorstellen.

Die Fahrradexkursion beginnt 10.00 Uhr am Bahnhof Apolda und endet am Bahnhof Großheringen.

Wer noch mehr zu der Radexkursion und den Aktivitäten des AHA erfahren möchte, wende sich bitte an folgende Anschrift:

Arbeitskreis Hallesche Auenwälder zu Halle (Saale) e.V. – (AHA)
Große Klausstraße 11
06108 Halle (Saale)
Tel.: 0345 – 2002746
E-Mail AHA: aha_halle@yahoo.de
Internet: https://www.aha-halle.de

AHA und Initiative „Pro Baum“ führen Exkursion zum Tag des Baumes durch

Zum Tages des Baumes führen der Arbeitskreis Hallesche Auenwälder zu Halle (Saale) e.V. und die Initiative „Pro Baum“ am Dienstag, den 25.04.2017 eine ca. fünfstündige Exkursion ab Peißnitzinsel durch das NSG Peißnitznordspitze, entlang von Teilen des Gimritzer Dammes und der Heideallee sowie des Saugrabens bis zum Landschaftsschutzgebiet „Dölauer Heide“ in Halle (Saale) durch.

Im Rahmen der Exkursion ist angedacht die Bedeutung und Schutzwürdigkeit der gehölzreichsten Regionen in der Stadt Halle (Saale) darzulegen. Ferner ist vorgesehen die Folgen der Holzungen an der Halle-Saale-Schleife im Zusammenhang des inakzeptablen Plans zur Errichtung eines neuen Hochwasserdeiches in Augenschein zu nehmen und zu werten. Dabei erläutern beide Organisationen ihre Position zu diesem angedachten Vorhaben und den damit verbundenen Umgang mit Hochwasser und Gehölzen.
Ebenfalls gilt es auf die Überlegungen einzugehen, im Zuge von Umbauten an der Heideallee wieder Bäume fällen zu wollen.

Darüber hinaus möchten die Veranstalter den Zustand der Gehölzbestände analysieren und Möglichkeiten zu ihrem Erhalt, Pflege und Schutz zu erörtern. Dies angesichts der zerstörerischen Fällpraxis der Stadt Halle eine notwendige Angelegenheit.

Andrerseits beabsichtigen die Veranstalter Möglichkeiten aufzuzeigen, in welcher Form ehrenamtlich Interessierte mitwirken können, um die Gehölzbestände zu erhalten, zu sichern, zu schützen und zu erweitern.

Treff: 10.00 Uhr am Peißnitzhaus (ehem. Pionierhaus)

Initiative „Pro Baum“ trifft sich

Am Montag, den 24.04.2017 findet mit dem 145., das vierte Treffen der Initiative „Pro Baum“ im Jahr 2017 statt. Bei dem Treffen gilt es über Maßnahmen und Aktivitäten zum Schutz und Erhalt der Gehölze zu beraten.

Bei dem Treffen steht weiterhin thematisch mit an erster Stelle die beabsichtigte Umgestaltung der Thomasiusstraße mit Pflanzung von 61 Bäumen nach dem voraussichtlichen Ende der Bauarbeiten im Juni 2018.

Ebenfalls zählt ganz akut dazu, die vom Oberbürgermeister der Stadt Halle (Saale) Dr. Bernd Wiegand am 12.07.2013 veranlassten, vom Landesverwaltungsamt Sachsen-Anhalt, genehmigten und nunmehr im Eilverfahren erst einmal vom Oberverwaltungsgericht des Landes Sachsen-Anhalt in Magdeburg gestoppten Abholzungs- und Baumaßnahmen für einen neuen Deich zwischen Gimritzer Damm und Wilder Saale zu thematisieren. Dabei gilt es mit Sorge die vom Landesbetrieb für Hochwasserschutz und Wasserwirtschaft Sachsen-Anhalt vorangetriebenen Planungen für den obengenannten Deich zu betrachten.

Ferner ist vorgesehen, in Anknüpfung an die gemeinsamen Protestexkursionen von Initiative „Pro Baum“ und Arbeitskreis Hallesche Auenwälder zu Halle (Saale) e.V. (AHA) am 29.09.2015 zum Hufeisensee sowie am 21.10.2015 und 31.10.2016 zum Gimritzer Damm und der Heideallee weitere Aktivitäten auszuloten.

Ebenso zählt die angedachte, überdimensionale Wohnbebauung der GWG im Bereich des Geländes des nunmehr beseitigten Heideschlösschens in Halle – Dölau und der massiven Bedrohung des Gehölzbestandes vor Ort sowie des Biotop- und Grünverbundes zwischen Dölauer Heide, Hechtgrabenaue und Umland. Hier gilt es mit der Bürgerinitiative zusammen zu wirken.

Darüber hinaus stellt einen weiteren Beratungsschwerpunkt die Entwicklung und Gestaltung der Landsberger Straße nach ökologischen sowie kulturell-künstlerischen Aspekten dar. In dem Blickwinkel betrachtet trifft das auch auf das angrenzende Gelände des früheren Schlachthofes zu.
Die Initiative „Pro Baum“ und der Arbeitskreis Hallesche Auenwälder zu Halle (Saale) e.V. (AHA) hatten bereits ihre sehr großer Sorge bezüglich der aktuellen Pläne zum Umbau des Gimritzer Dammes zwischen Rennbahnkreuz und Heideallee, des Abschnittes der Heideallee bis zur Kreuzung mit der Walter-Hülse-Straße und dem Weinbergweg sowie deren Umbau zum Kreisel ausgedrückt. Mit den der Öffentlichkeit vorliegenden großzügigen Verkehrsplanungen, gehen im Falle der Umsetzung, massive Zerstörungen und Beschädigungen von sehr wichtigen Gehölz- und Wiesenbeständen einher. So beabsichtigt man den Gehölzbestand südlich bzw. südwestlich des gesamten Gimritzer Dammes, insbesondere zwischen Zur Saaleaue und Übergang zur Heideallee, komplett zu zerstören. Der Gehölzbestand nördlich bzw. nordöstlich des Gimritzer Damm im Übergangsbereich zur Heideallee und im Bereich der Einmündung der Halle-Saale-Schleife ist ebenfalls massiv von der Säge bedroht. Der weitere Knackpunkt bildet der geplante Kreisel im Kreuzungsbereich von Heideallee, Walter-Hülse-Straße und dem Weinbergweg. Hier sehen die Planungen alleine für den Umbau und im direkten Anschlussbereich in Heideallee und Brandbergweg die Vernichtung von mindestens 27 Bäumen vor. Hierzu gilt es unbedingt zu beraten und das künftige Vorgehen abzustimmen. Ebenso akut ist das Thema der flächendeckenden, massiven Massenabholzungen im Gesamtgebiet der Stadt Halle (Saale), z.B. in den Klausbergen, am Steintor, in Halle – Neustadt und im Bereich der Freiimfelder Straße.

Weitere Themenschwerpunkte bilden u.a. die laufenden Abholzungen und Bauarbeiten am Steintor und im Böllberger Weg sowie die Entwicklungen in der Gartenstadt Gesundbrunnen und im Pestalozzipark, die Aktivitäten zum Solbad und Park Wittekind, Aktivitäten im Medizinerviertel, in der Landsberger Straße und im Gelände des früheren chlachthofes, Möglichkeiten der Optimierung der Öffentlichkeits- und Bildungsarbeit, die weitere Erfassung von möglichen Standorten von Straßenbäumen sowie die allgemeine Entwicklung des Gehölzschutzes in der Stadt Halle (Saale). Ebenso steht die Vertiefung der Veranstaltungsplanung für das Jahr 2017 auf der Tagesordnung.

Dazu zählen auf jeden Fall gemeinsame Aktionen mit dem AHA, wozu folgende Veranstaltungen gehören:

Tag des Baumes:
Dienstag, den 25.04.2017, um 16.30 Uhr
Exkursion ab Peißnitzinsel durch das NSG Peißnitznordspitze, entlang von Teilen des Gimritzer Dammes und der Heideallee sowie des Saugrabens bis zum Landschaftsschutzgebiet „Dölauer Heide“ in Halle (Saale)
Treffpunkt: Peißnitzhaus (ehem. Pionierhaus)
Dauer: ca. 5 Stunden

In dem Zusammenhang gilt es fortgesetzt die gemeinsame Protestexkursion von Initiative „Pro Baum“ und Arbeitskreis Hallesche Auenwälder zu Halle (Saale) e.V. (AHA) zum Gimritzer Damm und der Heideallee am Montag, den 31.10.2016 auszuwerten. Ebenso ist eine Auswertung von „Bäume pflanzen statt abholzen“ – eine gemeinsame Aktion mit dem Arbeitskreis Hallesche Auenwälder zu Halle (Saale) e.V. (AHA) am Karfreitag, den 14.04.2017 vorgesehen. Ferner ist geplant eine gemeinsame Protestexkursion mit dem AHA und der Bürgerinitiative Heideweg in die Dölauer Heide am 19.04.2017 Revue passieren zu lassen.

Das Treffen der Initiative „Pro Baum“ am 24.04.2017 beginnt 19.00 Uhr und der Veranstaltungsort ist der Versammlungsraum des Reformhauses Halle in der Großen Klausstraße 11 in 06108 Halle (Saale).

AHA hält ein sofortiges Umdenken in der Verkehrs- und Wirtschaftspolitik dringend erforderlich

Mit sehr großer Besorgnis und gleichermaßen Unverständnis verfolgt der Arbeitskreis Hallesche Auenwälder zu Halle (Saale) e.V. (AHA) die gegenwärtige Verkehrspolitik und -entwicklung in Bund und Ländern. In jüngster Zeit seien ganz besonders die Vorhaben zur Nordverlängerung der Bundesautobahn 14, der Westumgehung Halle BAB 143 und die Einstufung der B6n zu einer Bundesautobahn. Ebenso gehören noch immer massive Versuche dazu, den Saaleseitenkanal und den Saale-Elster-Kanal zu errichten.

Neben der Verschärfung der Klimasituation führen derartige Entwicklung zur Verschärfung der Situation im Landschafts- und Naturschutz.

So weisen das Umweltbundesamt und das Statistische Bundesamt in Deutschland gegenwärtig eine tagtägliche Neuversiegelung von Boden im Umfang im Umfang von 69 ha Boden aus. Dies geht zumeist zu Lasten von fruchtbaren Böden und der Landwirtschaft. Das entspricht in etwa einer Fläche von ca. 100 Fußballfeldern und im Jahr in etwa einer Fläche von 25.185 ha -69 ha/Tag x 365 Tage/Jahr = 25.185 ha/Jahr. Im Vergleich dazu die Fläche der Stadt Leipzig, welche 29.760 ha beträgt.

Bundesweit ist man erschreckenderweise einen ganz anderen Weg gegangen und hat laut Eisenbahnbundesamt mit Stand 2013 allein ab dem 01.01.1994 insgesamt 499 Strecken bzw. 5.140,70 Streckenkilometer stillgelegt. Im Einzelnen sieht das folgendermaßen aus:
Stillgelegte Strecken seit dem 01.01.1994:

Land Anzahl stillgelegter Strecken Länge stillgelegter Strecken km
Baden-Württemberg 28 218,3
Bayern 59 533,0
Berlin 1 1,9
Brandenburg 48 539,2
Hessen 29 284,0
Mecklenburg-Vorpommern 19 297,0
Niedersachsen 40 406,6
Nordrhein-Westfalen 74 595,7
Rheinland-Pfalz 33 408,1
Saarland 14 132,1
Sachsen 60 510,1
Sachsen-Anhalt 45 653,9
Schleswig-Holstein 8 94,0
Thüringen 41 466,9
499 5.140,7

Quelle: Eisenbahnbundesamt

Im Rahmen des Doppelhaushaltes 2015/2016 plante und realisierte die Landesregierung in Sachsen-Anhalt außerdem die Einstellung der Zugstrecken Klostermansfeld – Wippra (Wipperliese), Wittenberg – Bad Schmiedeberg sowie Merseburg – Schafstädt. Diese drei Bahnstrecken gehören zu touristisch bedeutsamsten Strecken, welche zum Südharz führt, die Wiege der Reformation der Kirche, den Kuranlagen in Bad Schmiedeberg und zur Dübener Heide verknüpft sowie die historische Stadt Merseburg mit den Historischen Kuranlagen & Goethe-Theater Bad Lauchstädt verbindet. Die Erhaltung der Bahnstrecken bildet ein Bindeglied zwischen landesspezifischen Tourismus und Beitrag zur Umsetzung notwendiger Ziele im Umwelt-, Landschafts- und Naturschutz. Dazu ist es erforderlich alles zu unternehmen, um Touristen von der Straße auf die Schiene zu bringen. Dazu gehören z.B. Koppelung von Eintrittskarten zu Stätten und Veranstaltungen mit den Fahrkarten, die Einrichtung von Rabattsystemen, die Verbesserung von Kapazitäten zur Mitnahme von Fahrrädern sowie verstärkte Werbung für diese Strecken.
Darüber hinaus hat die ortsansässige Bevölkerung die Möglichkeit, auch ohne Auto, alternativ Orte und Ziele in den jeweiligen Regionen zu erreichen.

Dies erfordert jedoch, dass der Bund und die Länder alle Ressourcen eher für umweltfreundlichere öffentliche Verkehrsmittel, als für Autobahnen, Straßen und Kanäle einzusetzen, welche zu weiteren Zerstörungen und Zerschneidungen von Landschaften und Natur sowie Beeinträchtigungen von Umwelt und Klima führen.

Ein fortgesetzter Ausstieg aus dem flächendeckenden Netz der Bahnen ist somit der falsche Weg. Stattdessen gilt es eher über Wiederbelebungen von Strecken wie z.B. zwischen Halle (Saale) und Hettstedt, Querfurt und Röblingen sowie Bitterfeld und Stumsdorf nachzudenken.
Dies erfordert jedoch ein u.a. vom AHA immer wieder angemahntes tiefgründiges Umdenken auch in der Verkehrspolitik der Mehrheit des Landtages und der Regierung des Landes Sachsen-Anhalt.

Doch das beeindruckt offenbar ein bestehendes Konglomerat aus konservativen und neoliberalen Kräften in Politik, Wirtschaft und Medien nicht. So nimmt man beispielsweise nicht nur einen vermehrten LKW-Verkehr auf Autobahnen und Straßen in Kauf, sondern fordert ihn auch noch. Das neben den massiven Zerstörungen, Störungen und Zerschneidungen von Umwelt, Natur und Landschaft, der Steuerzahler auch noch für fahrende Lagehäuser aufkommen soll ist höchstgradig verschwenderisch und somit in jeglicher Hinsicht unverantwortlich. Hier tut sich immer wieder die von der CDU geführte Landesregierung in Sachsen-Anhalt ganz besonders hervor. Dabei ist es offenbar unerheblich, ob FDP, SPD oder bzw. und Bündnis 90/Die Grünen als Koalitionspartner fungieren. Ganz besonders sind da gegenwärtig Ministerpräsident Dr. Reiner Haseloff (CDU) sowie die Minister für Wirtschaft, Wissenschaft und Digitalisierung Prof. Dr. Armin Willingmann (SPD) und Minister für Landesentwicklung und Verkehr Thomas Webel (CDU) zu nennen.

Eine reaktionäre Umwelt- und Verkehrspolitik mit einer darauf ausgerichteten Planungsarbeit sind ein Ausdruck dieser umwelt- und naturfeindlichen Herangehensweise.

Schwerste Bedenken gegen diese Art und Weise der Politik finden keine Berücksichtigung bzw. nur in einem vollkommenen ungenügenden Umfang Beachtung und haben u.a. im Fall der Nordverlängerung der BAB 14 den BUND und im Zuge der Planungen für die Westumfahrung Halle der BAB 143 den NABU zur Wahrnehmung der ohnehin eingeschränkten Klagemöglichkeiten beim Bundesverwaltungsgericht in dem viel gepriesenen Rechtsstaat geführt. Während diese Umweltverbände ihre Mitgliedsbeiträge und Spenden aufwenden müssen, bedient sich der Staat der Steuermittel.
„Waffengleichheit“ sieht anders aus. Das diese unmögliche Situation nicht schon ausreichend genug ist, entfesselt ein Bündnis aus Politik, Wirtschaft, Wirtschaftsverbänden und angeblich „unabhängigen“ Medien eine grenzenlose und widerwärtige Hetz- und Hasskampagne, was sich keinesfalls mit den eigentlichen Problemen auseinandersetzt, sondern propagandistisch mit Behauptungen und Unterstellungen arbeitet. Mit Demokratie und sachgerechtem Umwelt-, Natur- und Landschaftsschutz sowie verantwortungsvoller Verkehrspolitik hat diese Herangehensweise nichts zu tun.

Nach Ansicht des AHA spricht alles dafür, dass ein politischer und gesellschaftlicher Wandel dringend erforderlich, da die gegenwärtigen Macht- und Regierungspolitik wissentlich und unverantwortlich an der Zerstörung unserer natürlichen Lebensgrundlagen arbeitet.

Der AHA ruft in dem Zusammenhang die Bevölkerung auf, sich nicht weiter den Schutz von Umwelt, Natur und Landschaft, den Erhalt und Entstehung von Arbeitsplätzen sowie soziale Sicherung als Gegensätze einreden zu lassen. Ungezügelte und von verschiedenen poltischen Kräften im Bund und in den Ländern unterstützte ungezügelte Profitgier Einzelner, führt tatsächlich zur Beeinträchtigung aller ebengenannten Ziele.

Auf jeden Fall bietet der AHA Menschen eine ehrenamtliche Plattform, welche sich für eine ökologisch orientierte Verkehrs- und Wirtschaftspoltik einsetzen möchten.

Wer Interesse hat mit dem AHA Verbindung aufzunehmen, kann dies unter folgender zentralen Anschrift tun:

Arbeitskreis Hallesche Auenwälder
zu Halle (Saale) e.V. – (AHA)

Große Klausstraße 11
06108 Halle (Saale)
Tel.: 0345 – 2002746
E-Mail AHA: aha_halle@yahoo.de
E-Mail UBM: ubh2004@yahoo.de
Internet: https://www.aha-halle.de

Der Wolf gehört zur Fauna in Deutschland

Mit einer Mischung aus Verwunderung und Entsetzen hat der Arbeitskreis Hallesche Auenwälder zu Halle (Saale) e.V. (AHA) das fortgesetzte Agieren der sachsen-anhaltinischen CDU aufgenommen, welche verstärktes Vorgehen gegen die Rückkehr des Wolfes anmahnen. Dabei schrecken diese Leute nicht zurück Hand in Hand mit einigen unverbesserlichen Jägern und Landwirten Wölfe zum Abschuss freizugegeben.
Dabei scheinen diese Leute zu vergessen, dass ein ähnliches Vorgehen dazu führte, dass
in Folge intensiver Jagd das Gebiet des Deutschen Bundes 1850 weitgehend wolfsfrei war. Im Unterschied zum Luchs, gab es immer wieder Zuwanderungen aus dem Osten. Jedoch erlegte man sie immer wieder, was mit dem Beitritt der DDR zur BRD im Jahre 1990 und mit der damit verbundenen Unterschutzstellung auch im Osten Deutschlands sein Ende finden sollte.
Beide Tiere, welche klar als Nahrungskonkurrenten gelten, nehmen so wieder den obersten Teil der Nahrungspyramide ein. Einen Platz, welchen „ersatzweise“ die Jägerschaft über Jahrzehnte für sich beanspruchte. Die Unruhe der Jägerschaft ist daher nicht nachvollziehbar. Noch dazu man immer wieder, gebetsmühlenartig, nie wissenschaftlich begründet von steigenden Beständen an Reh-, Rot-, Dam- und Schwarzwild sprach bzw. spricht.
Nach Auffassung des AHA ist es unverantwortlich, wenn immer wieder CDU- Politiker zum Hass und Abschuss eines Tieres aufrufen, welches unweigerlich zu Deutschland gehört und daher eines besonderen Schutzes bedarf.
Die schrittweise Wiedereinstellung einer naturnaheren bis natürlichen Nahrungspyramide entspricht eher dem Ansinnen eines nachhaltigen Naturschutzes, als eine „Regulierung“ von Wild in die ausschließliche Hand des Menschen zu legen bzw. zu belassen.
Für den AHA gehört es eher zur gesamtgesellschaftlichen Aufgabe arten- und strukturreiche Natur- und Lebensräume zu erhalten und zu schützen sowie Raum zur sukzessiven Ausdehnung zu geben. Ferner gilt es Biotop- und Grünverbundräume zu schützen, zu erhalten, zu stabilisieren und räumlich auszuweiten. Dazu können die Randstreifen von bestehenden und wiederherzustellenden Wegen sowie nicht zuletzt mindestens 10 m breite Gewässerschonstreifen entlang von Fließgewässern aller Größen und Längen dienen.
Für den AHA ist es unverständlich, dass kein Aufschrei von Umweltpolitikern der CDU ertönt, wenn es um Fortsetzung des Flächenfrasses für Verkehrs-, Wohn- und Gewerbeflächen und –bauten, damit verbundener Zerschneidung und Einschränkung von Landschafts- Überflutungs- und Naturräumen sowie einer Verarmung der Agrarlandschaft durch Verringerung der Ackerkulturen, der Arten- und Strukturvielfalt durch Verlust bzw. Fehlen von Gehölz- und Grüninseln und –streifen und von Feuchtgebieten und Stauden-, Trocken- und Halbtrockenrasengesellschaften geht.
Dabei weisen das Umweltbundesamt und das Statistische Bundesamt in Deutschland gegenwärtig eine tagtägliche Neuversiegelung von Boden im Umfang im Umfang von 69 ha Boden aus. Dies geht zumeist zu Lasten von fruchtbaren Böden und der Landwirt-schaft. Das entspricht in etwa einer Fläche von ca. 100 Fußballfeldern und im Jahr in etwa einer Fläche von 25.185 ha -69 ha/Tag x 365 Tage/Jahr = 25.185 ha/Jahr. Im Vergleich dazu die Fläche der Stadt Leipzig, welche 29.760 ha beträgt.
Ferner führte die Art und Weise des Betreibens der Landwirtschaft auch im Gebiet der einstigen DDR nach 1990 zur Verarmung des Anbaus von Feldkulturen. Von einst 25 verschiedenen Kulturen, sind nur 7 übrig geblieben.
Hier erwartet der AHA auch mehr Handeln der Politiker der CDU in Sachsen-Anhalt, anstatt eine Hass- und Drohkulisse gegen den Wolf und womöglich irgendwann auch gegen den Luchs aufzubauen.
Nach Ansicht des AHA müssen ungehemmter Flächenfrass sowie ausgeräumte, monokulturell genutzte Agrarlandschaften schnellstmöglich der Vergangenheit angehören.
Daran mitzuwirken sollte Auftrag an die Bevölkerung sowie politische Gremien und Behörden sein.
Der ehrenamtliche und gemeinnützige AHA bietet dahingehend Interessenten Raum im Rahmen von territorialen Regional- und Ortsgruppen bzw. thematischen Arbeits- und Interessengruppen –wie z.B. die Arbeitsgruppe Feldökologie- mitzuwirken.
Wer noch mehr zu den diesbezüglichen Aktivitäten des AHA erfahren möchte, wende sich bitte an folgende zentrale Anschrift:

Arbeitskreis Hallesche Auenwälder zu Halle (Saale) e.V. – (AHA)
Große Klausstraße 11
06108 Halle (Saale)
Tel.: 0345 – 2002746
Fax.: 01805-684 308 363
E-Mail AHA: aha_halle@yahoo.de
Internet: https://www.aha-halle.de

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