Wer genau hinschaut,
der sieht im dunklen Kolk,
(wohin sich keine Brücke traut,
erst recht kein Ameisenvolk)
den Zilpzalp, der sich hier laut
hat eingenistet.

Doch ist er hier nicht ganz allein,
drum sei dies einmal aufgelistet:
Ein Uhu hat sich bloß zum Schein
ein Pfaffenhütchen aufgesetzt
– das wird Täuschung durch
Parallaxe sein.
Im nassen Schatten ein nackter Lurch.
Ein Eichelhäher ruft entsetzt.

Im Kolk, wo die Gedanken
schief versickern,
und schon Hartriegel ertranken,
blinzeln und flickern
die Blätter der Flatterulme.
Entlang der Waldsäume
stehn noch andre Bäume
im feuchten, modernden Mulme,
umringt vom Grün der Halme.

Die Zitterpappel flattert
heimlich auf einem Bein.
Die Flatterulme zittert
– kann das wirklich sein?

Der Zilpzalp liest beseelt
die alten Rindenrunen. Er schält
mit seinem Röntgenblicke
des Baumes Rinde. Am Ende zählt
er rückwärts dessen Jahresringe.

Der Zilpzalp ahnt
die Sukzession der Welt:
Erst kommt, was kommt;
dann, was sich hält.
Zuletzt kommt still,
was keiner nennen will.

Im Kolk, im tiefen Wasserraum,
ist Platz genug für einen Traum.
Der Kolk verschluckt im Mondenschein
ein Buschwindröschen – wie gemein.

Durch die Flutrinne
schleicht ganz sacht
ein Butterbrotpapier bei Nacht
– und hält dann inne.