Bäume und Sträucher dienen als Sauerstoffspender und Wasserspeicher, verbessern den Gehalt an Luftfeuchtigkeit, bieten zahlreichen Tieren und Pilzen Lebensraum und Nahrung, filtern Kohlendioxid, Feinstaub, Ruß und Ozonsmog aus der Luft sowie spenden Schatten. Sie tragen somit entscheidend zur Verbesserung des Klimas bei.
Jedoch stellt die am 11.05.2005 gebildete Initiative „Pro Baum“ immer wieder fest, dass Bäume und Sträucher, also Gehölze, sehr schnell der Säge oder anderen Gerätschaften zum Opfer fallen. Als Beispiel seien die Massenabholzungen am Gimritzer Damm/Heideallee, am Steintor, in der Mansfelder Straße, an der Hangfläche von Unterberg und Kapellengasse, am Universitätsring etc. genannt. Gegenwärtig bedroht sind u.a. weitere Gehölzbestände am Ufer des Hufeisensee für asphaltierte Wege und anderen Ausbauaktivitäten sowie im Zuge des angedachten Vorhabenbezogenen Bebauungsplans Nr. 180 „Große/Kleine Brauhausstraße“. Ebenso sehr bedrohlich sind beispielsweise die massiven Schnittarbeiten an einer Stieleiche im weitläufigen Kreuzungsbereich von Kreuzvorwerk und Ernst-Grube-Straße.
Hinzu kommen immer wieder Fällungen von Privatpersonen und -organisationen, welche es nicht so genau und wichtig nehmen mit dem Gehölzschutz.
Dazu zählt auch der unachtsame Umgang mit der Rosskastanie auf der Fläche zwischen Mansfelder Straße und Tuchrähmen, welche in Folge eines Sturms in der vergangenen Aprilwoche etwa ein Viertel der Krone verloren hat. Ein entscheidender Grund ist der Bestand als ungeschützter Solitärbaum. Hier bekräftigt die Initiative „Pro Baum“ den dringenden Vorschlag an dem Standort inmitten der Stadt Halle (Saale) und im Einzugsgebiet der Saaleaue die Entwicklung bzw. Errichtung eines Parks mit Wiesen, Gehölzbeständen und Aufenthaltsmöglichkeiten anzugehen und zu verwirklichen. Eine ökologische und städtebauliche Aufwertung ist damit garantiert.
Darüber hinaus hält die Initiative „Pro Baum“ weiterhin bzw. verstärkt die Erstellung einer wissenschaftlich fundierten Schutz- und Entwicklungskonzeption für den halleschen Gehölzbestand für dringend erforderlich, welche zum Beispiel den aktuellen Bestand und Zustand, Maßnahmen zu deren Schutz, Erhalt und Weiterentwicklung, die Einbindung der Bevölkerung und Stadtgesellschaft sowie die Erstellung einer darauf abgestellten Gehölzschutzsatzung im Blick haben muss. Als Partner können dabei die Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, das Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung GmbH – UFZ sowie die Hochschule Anhalt fungieren.
Jedoch die Stadt Halle (Saale) geht rechtlich und praktisch einen anderen Weg. Die nunmehrige hallesche Baumschutzsatzung trägt keinesfalls zum angemessenen Schutz und Erhalt von Bäumen und Sträuchern bei.
In der Zeit voranschreitender, umfassenderer und zunehmender Bedrohung von Gehölzen, verlangt die AfD-Fraktion im halleschen Stadtrat eine weitere Lockerung der ohnehin sehr laschen Baumschutzsatzung der Stadt Halle (Saale). Diese derartige Verantwortungslosigkeit bringt zum Ausdruck, wie es bei der Partei mit dem Schutz und Erhalt von Umwelt, Natur und Landschaften bestellt ist.
Statt noch eine weitere Verwässerung der halleschen Baumschutzsatzung anzustreben, fordert die Initiative „Pro Baum“ die Erstellung und den Beschluss einer Gehölzschutzsatzung. Die Initiative „Pro Baum“ hat dazu bereits am 29.10.2007 und am 21.08.2022 entsprechende Vorschläge unterbreitet.

Antrag auf Änderungen und Ergänzungen der Baumschutzsatzung der
Stadt Halle (Saale) vom 22.07.1998, geändert am 23.05.2001

Stellungnahme zum Entwurf einer neuen Baumschutzsatzung der Stadt Halle
(Saale)

Die Stadt Halle (Saale) wäre zudem nicht die erste Kommune, welche dann eine Gehölzschutzsatzung vorzuweisen hat. Ein Beispiel dafür ist die sächsische Landeshauptstadt Dresden, wo bereits im Jahr 1995 der Stadtrat eine Gehölschutzsatzung beschlossen hatte.

https://www.dresden.de/media/pdf/satzungen/satzung_gehoelzschutz.pdf

Nach Auffassung der Initiative „Pro Baum“ ist es sehr begrüßenswert, wenn sich laut verschiedenen Medienberichten, der Beigeordnete für Stadtentwicklung, Umwelt und Sicherheit der Stadt Halle (Saale) René Rebenstorf so massiv verbal für den Schutz von Bäumen einsetzt und dabei darauf hingewiesen haben soll, dass diese nicht nur Privatangelegenheit seien.
In dem Zusammenhang ist dann aber für die Initiative „Pro Baum“ vollkommen unverständlich, warum René Rebenstorf dann immer wieder die Bedrohung von Mietergärten im Wohngebiet Elsa-Brändström-Straße Nummern 206 – 215/Ecke Robert-Koch-Straße 1 durch Planungen des Vorstandes der Wohnungsgenossenschaft Halle-Süd e.G. auf einer Fläche mit ca. 165,00 m Länge x ca. 15,00 m Breite = ca. 2.475,00 m² =ca. 0,25 ha etwa 35,00 neue Stellplätze insbesondere für Personenkraftfahrzeuge (PKW) zu errichten und dafür den ausgeprägten Gehölz- und Wiesenbestand ersatzlos zu beseitigen, zur Privatsache erklärt. Mit dieser Auffassung findet er momentan leider massiv Rückdeckung beim halleschen Oberbürgermeister Dr. Alexander Vogt.
Hier fordert die Initiative „Pro Baum“ ebenfalls ein konsequentes Handeln zum Schutz, zum Erhalt und zur Entwicklung der Mietergärten im Wohngebiet Elsa-Brändström-Straße Nummern 206 – 215/Ecke Robert-Koch-Straße 1.
In dem Zusammenhang verweist die Initiative „Pro Baum“ auf die gemeinsam mit dem Arbeitskreis Hallesche Auenwälder zu Halle (Saale) e.V. – AHA – am Mittwoch, dem 20.05.2026, um 18:00 Uhr gestarteten Abendexkursion unter der Überschrift „Mietergärten bewahren, statt befahren!“ und die dazugehörige Presseerklärung.

Ferner unterstützt die Initiative „Pro Baum“ den „Spendenaufruf zum Erhalt der historisch gewachsenen Gehölz-, Wiesen- und Mietergartenfläche im Hinterhof der Elsa-Brändström-Straße 206 – 215 und Robert-Koch-Straße 1“ sowie die Petition „Mietergärten bewahren statt befahren!“

https://www.openpetition.de/petition/unterzeichner/mietergaerten-bewahren-statt-befahren#petition-main

Im Rahmen ihres 145. Treffen am Montag, dem 27.07.2026, beabsichtigt die Initiative „Pro Baum“ das Ansinnen der AfD-Fraktion im halleschen Stadtrat zur weiteren Verwässerung von Halles Baumschutzsatzung zu beraten sowie selbstverständlich den Schutz, den Erhalt und die Entwicklung der Gehölze in der Saalestadt zu thematisieren.
Das siebte Treffen der Initiative „Pro Baum“ im Jahr 2026 am 27.07.2026 beginnt 19.00 Uhr und der Veranstaltungsort ist der Versammlungsraum des Reformhauses Halle in der Großen Klausstraße 11 in 06108 Halle (Saale).

In dem Zusammenhang ruft die Initiative „Pro Baum“ die Bevölkerung zur Mitwirkung zum Schutz, Erhalt und Erweiterung des Stadtgrünes in der Stadt Halle (Saale) auf.

Wer mehr zu den Aktivitäten der Initiative „Pro Baum“ erfahren möchte, kann sich dazu an folgende Anschrift wenden:

Initiative „Pro Baum“
c/o Arbeitskreis Hallesche Auenwälder
zu Halle (Saale) e.V. – AHA

Große Klausstraße 11

06108 Halle (Saale)

Tel.: 0345 – 200 27 46
E-Mail: aha_halle@yahoo.de

Andreas Liste, Gartenbauingenieur
vorsitzendes Mitglied des Sprecherrates

Halle (Saale), den 10.07.2026