Kategorie: Allgemein (Seite 295 von 373)

AHA hält ein sofortiges Umdenken in der Verkehrs- und Wirtschaftspolitik dringend erforderlich

Mit sehr großer Besorgnis und gleichermaßen Unverständnis verfolgt der Arbeitskreis Hallesche Auenwälder zu Halle (Saale) e.V. (AHA) die gegenwärtige Verkehrspolitik und -entwicklung in Bund und Ländern. In jüngster Zeit seien ganz besonders die Vorhaben zur Nordverlängerung der Bundesautobahn 14, der Westumgehung Halle BAB 143 und die Einstufung der B6n zu einer Bundesautobahn. Ebenso gehören noch immer massive Versuche dazu, den Saaleseitenkanal und den Saale-Elster-Kanal zu errichten.

Neben der Verschärfung der Klimasituation führen derartige Entwicklung zur Verschärfung der Situation im Landschafts- und Naturschutz.

So weisen das Umweltbundesamt und das Statistische Bundesamt in Deutschland gegenwärtig eine tagtägliche Neuversiegelung von Boden im Umfang im Umfang von 69 ha Boden aus. Dies geht zumeist zu Lasten von fruchtbaren Böden und der Landwirtschaft. Das entspricht in etwa einer Fläche von ca. 100 Fußballfeldern und im Jahr in etwa einer Fläche von 25.185 ha -69 ha/Tag x 365 Tage/Jahr = 25.185 ha/Jahr. Im Vergleich dazu die Fläche der Stadt Leipzig, welche 29.760 ha beträgt.

Bundesweit ist man erschreckenderweise einen ganz anderen Weg gegangen und hat laut Eisenbahnbundesamt mit Stand 2016 allein ab dem 01.01.1994 insgesamt 499 Strecken bzw. 5.140,70 Streckenkilometer stillgelegt. Im Einzelnen sieht das folgendermaßen aus:

Stillgelegte Strecken seit dem 01.01.1994

Land Anzahl stillgelegter Strecken Länge stillgelegter Strecken km
Baden-Württemberg 28 218,3
Bayern 59 533,0
Berlin 1 1,9
Brandenburg 48 539,2
Hessen 29 284,0
Mecklenburg-Vorpommern 19 297,0
Niedersachsen 40 406,6
Nordrhein-Westfalen 74 595,7
Rheinland-Pfalz 33 408,1
Saarland 14 132,1
Sachsen 60 510,1
Sachsen-Anhalt 45 653,9
Schleswig-Holstein 8 94,0
Thüringen 41 466,9
499 5.140,7

Quelle: Eisenbahnbundesamt

Im Rahmen des Doppelhaushaltes 2015/2016 plante und realisierte die Landesregierung in Sachsen-Anhalt außerdem die Einstellung der Zugstrecken Klostermansfeld – Wippra (Wipperliese), Wittenberg – Bad Schmiedeberg sowie Merseburg – Schafstädt. Diese drei Bahnstrecken gehören zu touristisch bedeutsamsten Strecken, welche zum Südharz führt, die Wiege der Reformation der Kirche, den Kuranlagen in Bad Schmiedeberg und zur Dübener Heide verknüpft sowie die historische Stadt Merseburg mit den Historischen Kuranlagen & Goethe-Theater Bad Lauchstädt verbindet. Die Erhaltung der Bahnstrecken bildet ein Bindeglied zwischen landesspezifischen Tourismus und Beitrag zur Umsetzung notwendiger Ziele im Umwelt-, Landschafts- und Naturschutz. Dazu ist es erforderlich alles zu unternehmen, um Touristen von der Straße auf die Schiene zu bringen. Dazu gehören z.B. Koppelung von Eintrittskarten zu Stätten und Veranstaltungen mit den Fahrkarten, die Einrichtung von Rabattsystemen, die Verbesserung von Kapazitäten zur Mitnahme von Fahrrädern sowie verstärkte Werbung für diese Strecken.
Darüber hinaus hat die ortsansässige Bevölkerung die Möglichkeit, auch ohne Auto, alternativ Orte und Ziele in den jeweiligen Regionen zu erreichen.

Dies erfordert jedoch, dass der Bund und die Länder alle Ressourcen eher für umweltfreundlichere öffentliche Verkehrsmittel, als für Autobahnen, Straßen und Kanäle einzusetzen, welche zu weiteren Zerstörungen und Zerschneidungen von Landschaften und Natur sowie Beeinträchtigungen von Umwelt und Klima führen.
Ein fortgesetzter Ausstieg aus dem flächendeckenden Netz der Bahnen ist somit der falsche Weg. Stattdessen gilt es eher über Wiederbelebungen von Strecken wie z.B. zwischen Halle (Saale) und Hettstedt, Querfurt und Röblingen sowie Bitterfeld und Stumsdorf nachzudenken.
Dies erfordert jedoch ein u.a. vom AHA immer wieder angemahntes tiefgründiges Umdenken auch in der Verkehrspolitik der Mehrheit des Landtages und der Regierung des Landes Sachsen-Anhalt.

Doch das beeindruckt offenbar ein bestehendes Konglomerat aus konservativen und neoliberalen Kräften in Politik, Wirtschaft und Medien nicht. So nimmt man beispielsweise nicht nur einen vermehrten LKW-Verkehr auf Autobahnen und Straßen in Kauf, sondern fordert ihn auch noch. Das neben den massiven Zerstörungen, Störungen und Zerschneidungen von Umwelt, Natur und Landschaft, der Steuerzahler auch noch für fahrende Lagehäuser aufkommen soll ist höchstgradig verschwenderisch und somit in jeglicher Hinsicht unverantwortlich. Hier tut sich immer wieder die von der CDU geführte Landesregierung in Sachsen-Anhalt ganz besonders hervor. Dabei ist es offenbar unerheblich, ob FDP, SPD oder bzw. und Bündnis 90/Die Grünen als Koalitionspartner fungieren. Ganz besonders sind da gegenwärtig Ministerpräsident Dr. Reiner Haseloff (CDU) sowie die Minister für Wirtschaft, Wissenschaft und Digitalisierung Prof. Dr. Armin Willingmann (SPD) und Minister für Landesentwicklung und Verkehr Thomas Webel (CDU) zu nennen.

Eine reaktionäre Umwelt- und Verkehrspolitik mit einer darauf ausgerichteten Planungsarbeit sind ein Ausdruck dieser umwelt- und naturfeindlichen Herangehensweise.

Schwerste Bedenken gegen diese Art und Weise der Politik finden keine Berücksichtigung bzw. nur in einem vollkommenen ungenügenden Umfang Beachtung und haben u.a. im Fall der Nordverlängerung der BAB 14 den BUND und im Zuge der Planungen für die Westumfahrung Halle der BAB 143 den NABU zur Wahrnehmung der ohnehin eingeschränkten Klagemöglichkeiten beim Bundesverwaltungsgericht in dem viel gepriesenen Rechtsstaat geführt. Während diese Umweltverbände ihre Mitgliedsbeiträge und Spenden aufwenden müssen, bedient sich der Staat der Steuermittel. „Waffengleichheit“ sieht anders aus. Das diese unmögliche Situation nicht schon ausreichend genug ist, entfesselt ein Bündnis aus Politik, Wirtschaft, Wirtschaftsverbänden und angeblich „unabhängigen“ Medien eine grenzenlose und widerwärtige Hetz- und Hasskampagne, was sich keinesfalls mit den eigentlichen Problemen auseinandersetzt, sondern propagandistisch mit Behauptungen und Unterstellungen arbeitet. Mit Demokratie und sachgerechtem Umwelt-, Natur- und Landschaftsschutz sowie verantwortungsvoller Verkehrspolitik hat diese Herangehensweise nichts zu tun.

Ebenso kritikwürdig sind Planungen der rot-rot-grünen Regierung im Freistaat Thüringen die bisherige im 19. Jahrhundert geschaffene Bahnstrecke Straußfurt–Großheringen -auch Pfefferminzbahn oder Pfeffibahn- genannt massiv einzuschränken, indem sie nunmehr mit der Übernahme durch die Erfurter Bahn (EB) in Buttstädt endet und das 18 Kilometer lange Teilstück zwischen Buttstädt und Großheringen wegen zu geringen Fahrgastzahlen mit dem Fahrplanwechsel am 09.12.2017 eingestellt hat. Ein weiterer Schritt in Richtung Beförderung des Kraftfahrzeugverkehrs. Anstatt diese Bahnstrecke eingestellt zu lassen, schlägt der AHA eine Wiederbelebung des Teilstückes Buttstädt und Großheringen sowie eine Mindesterweiterung bis Jena vor.

Nach Ansicht des AHA spricht alles dafür, dass ein politischer und gesellschaftlicher Wandel dringend erforderlich, da die gegenwärtigen Macht- und Regierungspolitik wissentlich und unverantwortlich an der Zerstörung unserer natürlichen Lebensgrundlagen arbeitet.

Der AHA ruft in dem Zusammenhang die Bevölkerung auf, sich nicht weiter den Schutz von Umwelt, Natur und Landschaft, den Erhalt und Entstehung von Arbeitsplätzen sowie soziale Sicherung als Gegensätze einreden zu lassen. Ungezügelte und von verschiedenen poltischen Kräften im Bund und in den Ländern unterstützte ungezügelte Profitgier Einzelner, führt tatsächlich zur Beeinträchtigung aller ebengenannten Ziele.
Auf jeden Fall bietet der AHA Menschen eine ehrenamtliche Plattform, welche sich für eine ökologisch orientierte Verkehrs- und Wirtschaftspoltik einsetzen möchten.
Wer Interesse hat mit dem AHA Verbindung aufzunehmen, kann dies unter folgender zentralen Anschrift tun:

Arbeitskreis Hallesche Auenwälder
zu Halle (Saale) e.V. – (AHA)

Große Klausstraße 11
06108 Halle (Saale)
Tel.: 0345 – 2002746
E-Mail AHA: aha_halle@yahoo.de
E-Mail UBM: ubh2004@yahoo.de
Internet: http://www.aha-halle.de

Für AHA lassen sich nachhaltiger Schutz der Auen und eine damit verbundene Hoch- und Grundwasserkonzeption in Leipzig und Umland nicht voneinander trennen

Wie bereits mehrfach benannt sowie von vielen Menschen hautnah erlebt, führten zahlreiche Flüsse wie z.B. Elbe, Donau, Saale und Mulde sowie ihre Nebengewässer sehr umfassendes Hochwasser im Juni 2013. Dazu zählen auch ganz klar und deutlich Weiße Elster/Nahle/Luppe, Pleiße und Parthe. Diesmal ausgelöst durch umfassende Niederschlagswasser –aber auch in Folge umfassender Schmelzwasser möglich- , verschärft sich immer wieder die Situation durch umfassend versiegelte Flächen, ausgeräumte Landschaften, überbaute und verschüttete Bäche und Flussarme sowie fehlende Hochwasserausbreitungsräume entlang der Fließgewässer.

Mit dem Anstieg der Grundwasser in Folge der Flutung der früheren Tagebaue ist zudem mit umfassenden Wiederanstiegen der Grundwasserstände zu rechnen.

Nach Auffassung des Arbeitskreises Hallesche Auenwälder zu Halle (Saale) e.V. (AHA) gilt es daher auch im Raum der Städte Leipzig, Markkleeberg und Schkeuditz in verantwortlicher Zusammenarbeit mit dem Freistaat Sachsen, Begleitung durch wissenschaftliche Einrichtungen sowie massiver Einbeziehung der Bevölkerung und ihrer Vereine, Verbände und Initiativen unverzüglich eine aktuelle und nachhaltige Konzeption zum Schutz und Entwicklung der Auenlandschaft im Kontext zu einer darauf abgestimmten Hoch- und Grundwasserkonzeption zu entwickeln.

Als Ausgangspunkt sei sich folgende Situation vor Augen geführt, welche u.a. Hans-Dieter Kasparidus vom Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung im Rahmen des 5. Leipziger Auensymposiums am 16.04.2011 darlegte. Er bezifferte die Auenfläche mit 4.563 ha. Weiter führte er aus, dass davon 3.934 ha Altaue sowie 524 ha rezente Aue und 105 ha Fläche Fluss umfassen. Prozentual bedeutet dies, dass 86,22 {742476d910061147bacb9f2d1e63afebae5c969212eff52eb4ea03554537fa31} zwar morphologisch Aue sind, aber in der Regel durch Deiche abgetrennt, keine Überflutung mehr erfahren sowie nur 13,78 {742476d910061147bacb9f2d1e63afebae5c969212eff52eb4ea03554537fa31} einer Überflutung zur Verfügung stehen.
Nach Auffassung des AHA ist das eine zutiefst besorgniserregende bzw. bedenkliche Ausgangssituation. Besonders, wenn man sich vor Augen führen muss, dass Aue und Fließgewässer eine enge Verbindung darstellen. Das zum Beispiel große Teile von Auenwäldern im Süden Leipzigs –wo die Pleiße in die Weiße Elster mündet- und im Norden Leipzigs und in Schkeuditz großflächig naturgeschützte Auenwälder wie die Burgaue und Verschlossenes Holz in Schkeuditz hinter Deichen vom Hochwasser abgeschirmt sind, zeugt von einer nicht zu verbergenden Ironie. Eng damit verbunden ist zu hinterfragen, worin der Sinn und Zweck des einst im Jahr 1970 gebauten und nunmehr erfolgten Neubau des Nahleauslassbauwerks liegen soll, wenn umfassende Deichrückverlegungen Altauen wieder in die rezente Auen zurückführen und somit Nahle, Neue Luppe und Weißer Elster wieder einen umfassenden Überflutungsraum zurückerhalten.

Schwerpunkte sollten nach Ansicht des AHA daher an erster Stelle die Einstellung bzw. der Ausschluss von Verbauungen und Versiegelungen in bestehenden Auen und Altauen sowie in Bereichen von verschütteten Altgewässern sein. Ferner ist es erforderlich bestehende versiegelte Flächen zu überprüfen, ob ein Rückbau erfolgen kann.

Eine besondere große Bedeutung kommt zudem einer umfassenden, flächen- und raumdeckenden Rückverlegung von Deichen zu. Dies führt zur Erweiterung von Hochwasserausbreitungsraum, Verringerung von Hochwasserhöhen und damit einer Verringerung der Hochwasserkatastrophengefahr sowie nicht zuletzt auch zur wichtigen Wiederherstellung einer direkten ökologischen und hydrologischen Verbindung zwischen Aue und Fließgewässer. Insbesondere die Auen an Elster, Luppe und Nahle im Norden von Leipzig und im angrenzenden Schkeuditz würden ganz besonders davon profitieren.

Auch der Bereich der Elster – Pleiße – Aue sowie die in Flutung begriffenen Alttagebaue in den Städten Leipzig und Markkleeberg bedürfen einer Einbeziehung in das Hoch- und Grundwasserkonzept. Neben Hochwasser ist mit Wiederanstieg von Grundwasser zu rechnen. Hier sollte nach Auffassung des AHA zum Beispiel der Raum zwischen Markkleeberger See und Pleiße unter Einbeziehung bzw. Berücksichtigung des Geländes der Agra eine besondere Rolle erhalten. So könnte u.a. die Wiederherstellung des alten Verlaufes der Mühlpleiße in Erwägung gezogen werden, um das Wasserabflusssystem zu verbessern sowie zudem eine weitere landschaftliche und ökologische Aufwertung des Raumes zu ermöglichen. Ferner ist das gesamte Gebiet von neuen Verbauungen freizuhalten und zu prüfen, inwieweit bestehende Verbauungen und Versiegelungen einen vollständigen bzw. zu mindestens einen teilweisen Rückbau erfahren können.

Der AHA warnt jedoch davor die Alttagebaue verstärkt als Auffangbecken für Hochwasser zu nutzen. Mit einer, laut Leipziger Umweltbürgermeister Heiko Rosenthal, bestehenden Aufnahmekapazität des Zwenkauer Sees im Umfang von 15 Millionen Kubikmetern Flutwasser sind nach Auffassung des AHA aber auch massive Gefahren durch Eintrag von in die Weiße Elster eingespülten Sedimenten, Geröll, Nährstoffen und Pestiziden verbunden. Diese sind gerade während solcher massiven Hochwasser wie Anfang Juni 2013 in dem Fließgewässer enthalten und könnten langfristig die Wasserqualität beeinträchtigen sowie zur schrittweisen Verlandung beitragen. Zudem sei zu bedenken, dass mit Ende der Flutung im Jahr 2014 der dann ca. 10 km² große Zwenkauer See ein Fassungsvermögen von 172 Millionen Kubikmeter haben soll und sich somit ausreichend gefüllt sein dürfte. Da niemand konkret Häufigkeit und Höhe von Hochwasser voraussagen kann, ist dann womöglich mit massiven Wasserschwankungen in einem noch instabilen Alttagebau zu rechnen. Es ist durchaus mit Zeiträumen zwischen 50 und 100 Jahren zu rechnen. Die Zeitrechnung beim Zwenkauer See beginnt mit Beendigung des Braunkohleabbaus im Jahre 1999.

Ferner erfolgt eine Unterbrechung des Weitertransportes von Sedimenten und Geröll, was einhergehend mit Begradigungen von Fließgewässern, zur Eintiefung der Gewässersohlen beitragen und somit eine fortgesetzte Austrocknung der Auen in trockenen Zeiten sowie eine Anbindung an die Aue erschwert oder gar ausschließt. Ein Einströmen von Hochwasser ist entweder kaum oder gar nicht möglich.

Die gegenwärtige Herangehensweise des Umweltbürgermeisters Heiko Rosenthal an den Umgang mit Hochwasser in der nördlichen Aue ist schwer nachzuvollziehen. Auch hier ist eine dringende Deichrückverlegung erforderlich, um eine Wiedereinbeziehung der Aue in das regelmäßige Hochwasserregime von Nahle, Luppe und Weißer Elster zu ermöglichen. Was Herr Rosenthal als „Unkontrollierte Überflutungen“ für „nicht zielführend“ erklärt, gehört zur typischen Dynamik einer Auenlandschaft dazu und darüber definiert sie sich zudem ihre Fauna und Flora. Nur so lassen sich die mit den Austrocknungserscheinungen verbundenen vermehrten Aufkommen von Spitz- und Bergahorn einschränken, da diese Gehölze maximal zwischen 15 und 30 Tagen vertragen. An dieser Stelle sei auf die nachvollziehbare Definition für naturnahe Auen von Professor Dr. Bernd Gerken in seinem Buch „Auen verborgene Lebensadern der Natur“ auf Seite 113 verwiesen, welche sich grob in drei Punkten zusammenfassen lässt, Zitat:

  1. Auftreten ausgeprägter, periodischer Wasserstandsschwankungen im Rhythmus der natürlichen Wasserführung im Fluß (Schwankungen um 2 bis 4 m)
  2. Abgestuft unterschiedlich lange Überflutungszeiträume in periodischer Folge in Abhängigkeit von der natürlich-naturnahen Geländegestalt (Uferzonen z.B. mehr als 200 Tage; Senken/Flutmulden im Auenwald-/Auenwiesen-Verband um 100 bis über 200 Tage; Hartholzaue-Standorte bis 50, selten mehr Tage im Jahr).
  3. Auftreten der Überflutungen in Form von flächenhaften Abflusses….“, Zitat Ende

Ferner definiert er Auen folgendermaßen, Zitat:

„germanisch: auwia, ouwa = Land am Wasser, nasse Wiese, Insel…. Auen sind Ökosysteme höheren Ranges, die aus dem Fließgewässersystem und den angrenzenden Hochflut-beeinflussten Teillebensräumen bestehen.“, Zitat Ende.

Dem folgerichtig ist Professor Bernd Gerkens Definition für einen Auenwald, Zitat:

„Wald im Einflussbereich periodischer Überflutungen, die im natürlichen Rhythmus des Wassergangs erfolgen, wie er vom Abflussregime bestimmt wird.“, Zitat Ende.

Nunmehr ist es unser aller Aufgabe genau diese Funktionen wieder herzustellen und alle Projekte daran auszurichten. Eine Revitalisierung von Altarmen muss aber einer gründlichen wissenschaftlichen Prüfung nach ökologischen und hydrologischen Gesichtspunkten unterliegen. Dazu zählen u.a. die Artenzusammensetzung in dem Bereich der Altarme und ihres direkten Umfeldes, der technische Aufwand und deren Folgen für Natur, Landschaft und Umwelt sowie den damit verbundenen finanziellen Aufwand. Nach Auffassung des AHA sind diese Prüfungen nicht ausreichend erfolgt und fehlt zudem eine deutlich erkennbare nachhaltiger länderübergreifende Herangehensweise mit dem Freistaat Thüringen und dem Land Sachsen-Anhalt. Momentan ist erst einmal dafür Sorge zu tragen, dass ein weiteres Eintiefen der Gewässersohlen von Luppe und Nahle unterbleibt. Als sehr wichtigen Schritt dahingehend ist die Zulassung der Mäandrierung, wie in der Nahle bereits fortschreitend geschehen und die Schaffung von Möglichkeiten der Gewässerdurchlässigkeit, um den Weitertransport von Sedimenten und Geröll aus Weißer Elster sowie ihrer Nebengewässer wie z.B. Pleiße und Parthe zu ermöglichen.

Jedoch bedarf insbesondere die Mäandrierung einer Rückgabe von einstiger Aue an das Flusssystem der Weißen Elster/Luppe/Nahle, was sich sehr gut mit Deichrückverlegungen koppeln lässt. Darüber hinaus gilt es den Prozess der Mäandrierung in Gang zu setzen, was durch Störsteine und –hölzer geschehen kann. Diese Maßnahmen können auch zur Erhöhung der Gewässersohle beitragen, da es zum gewissen Verlangsamung des Weitertransportes und –flusses sowie Verbleib von Sedimenten und Geröll führen kann. Ferner bleibt die Durchlässigkeit z.B. für Fische gewahrt.
All diese Maßnahmen tragen zur Revitalisierung der Auenlandschaft der Weißen Elster/Luppe/Nahle sowie ihrer Nebengewässer bei. Sie erhalten ihre natürliche Funktion zurück, führen zur Wiederherstellung auentypischer Tier- und Pflanzenstrukturen und sorgen für eine Zurückdrängung weniger auentypischer und auentypischer Arten, ermöglichen somit eine Ausbreitung des Hochwassers und damit eine entsprechende Reduzierung der Höhen von Hochwasserwellen sowie tragen somit zu einen flächendeckenden, länderübergreifenden Umwelt-, Landschafts- und Naturschutz und nachhaltigem Umgang mit Hochwasser bei. Eng damit verbunden ist auch die Attraktivität zur Nutzung als entsprechend eingeordneten Naherholungsraum. Insofern erfüllt die Aue auch weiterhin ihre Erholungsfunktion für die stressgeplagte Menschheit. Diesbezügliche Sorgen von Leipzigs Umweltbürgermeister sind vollkommen unbegründet und somit nicht nachvollziehbar.

Zusammengefasst hält es der AHA für dringend geboten die „12 Thesen zu Erhaltung, Schutz und Renaturierung des Leipziger Auensystems“ von Prof. Dr. Gerd K. Müller (*07.09.1929 – 07.03.2012) zum Grundsatz des Handelns zum Schutz und der Entwicklung der Auen in Leipzig und ihres Umlandes sowie des damit verbundenen Umgangs mit Hochwasser zu erklären.

Der AHA möchte seine Positionen zum Schutz, Erhalt und Entwicklung der Auen im Stadtgebiet von Leipzig auch in Form von folgenden vier Exkursionen vor Ort darlegen:

Samstag, den 05.05.2018, um 10.00 Uhr
Fahrradexkursion in die Saale-Elster-Luppe-Aue zwischen Halle (Saale) und Leipzig

Fahrradexkursion entlang des Diemitzer Grabens, der Reide, zum Überlauf des Hufeisensees in die Reide, in den Park von Dieskau, durch die Saale-Elster-Luppe-Aue und entlang des Wallendorfer und des Raßnitzer Sees im Landkreis Saalekreis, durch die Luppeaue bei Schkeuditz, durch die Elster-Luppe-Nahle-Aue in der Stadt Leipzig sowie zum Mündungsbereich der Parthe
Treffpunkt: Kreuzung Otto-Stomps-Straße/Reideburger Straße/Fiete-Schulze-Straße in Halle (Saale)
Ende: Hauptbahnhof Leipzig, Ausgang Kurt-Schumacher-Straße
Dauer: ca. 6 Stunden

Samstag, den 22.09.2018, um 10.00 Uhr
Fahrradexkursion zum Thema: „Die Parthe durch Stadt und Land“ entlang der Parthe von Taucha nach Leipzig bis zur Mündung in die Weiße Elster
Treffpunkt: Bahnhof Taucha

Dauer: ca. 5 Stunden

Samstag, den 03.11.2018, um 10.00 Uhr
Herbstexkursion in die Pleiße-Elster-Aue in der Stadt Leipzig
Treff: Straßenbahnhaltestelle „Koburger Brücke“ der Linie 9 in Richtung „Markleeberg-West“
Ende: Hauptbahnhof Leipzig
Dauer: ca. 3,5 Stunden

Samstag, den 24.11.2018, um 10.00 Uhr
Herbstexkursion zur Burgaue in der Stadt Leipzig
Treffpunkt: Haus „Auensee“
Dauer: ca. 3,5 Stunden

Der AHA ist jedenfalls bereit im Rahmen seiner ehrenamtlichen Möglichkeiten an der Prüfung und Erarbeitung aktueller Konzeptionen zum nachhaltigen Schutz und Entwicklung der Auen und einer eng damit verknüpften Hoch- und Grundwasserkonzeption mitzuwirken. Darüber hinaus ruft der AHA zur aktiven Mitwirkung interessierter Bürgerinnen und Bürger in den Städten Leipzig, Markkleeberg und Schkeuditz auf, sich mit einzubringen. Interessenten können folgendermaßen zum AHA Kontakt aufnehmen:

Arbeitskreis Hallesche Auenwälder
zu Halle (Saale) e.V. – (AHA)

Otto-Adam-Straße 14
04157 Leipzig
E-Mail AHA: aha_halle@yahoo.de
Internet: http://www.aha-halle.de

AHA führt Winterexkursion in Halles Aue durch

Der Arbeitskreis Hallesche Auenwälder zu Halle (Saale) e.V. (AHA) führt am Samstag, den 17.02.2018 eine ca. vierstündige Winterexkursion zum Holzplatz, zu den Pulverweiden, zur Unteren Aue und zur Rabeninsel durch.

Thema der Exkursion ist die Darlegung der Bedeutung dieses arten- und strukturreichen Teils der Saaleauenlandschaft als Lebens- und Rückzugsraum für zahlreiche Tier- und Pflanzenarten, ihre Bedeutung als Biotop- und Grünverbundraum, ihre Funktion und Aufgabe als Ausbreitungsraum für Hochwasser, ihren Nutzen für Wissenschaft und Bildung sowie ihre Einbeziehung in einen natur- und umweltschonenden Tourismus. Ein Teil dieser Saaleaue ist daher ja auch Bestandteil des Naturschutzgebietes „Rabeninsel und Saaleaue bei Böllberg“, welches zudem einen Schutzstatus nach der europäischen Fauna-Flora-Habitat (FFH)-Richtlinie besitzt.

Im Rahmen der Exkursion möchte der AHA ferner seine Vorstellungen zum Schutz, Erhalt und Weiterentwicklung der genannten Teile der Saaleaue darlegen und Interessierte anregen an der Umsetzung mitzuwirken. Ebenfalls ist vorgesehen auf Ursachen, Bedeutung und Umgang mit Hochwasser einzugehen und diesbezügliche Ideen des AHA darzulegen. Aber auch die Nennung bedrohlicher Vorhaben und Aktionen ist Bestandteil der Exkursion. Dazu zählen Planungen zur Verlegung von Verkehrstrassen, die angedachte Bebauungsplanung für den Bereich westlich des Böllberger Weges, die gegenwärtigen Planungen zu einer Wasserkraftanlage im Bereich der Pulverweiden, der früheren Hildebrandtschen Mühlen und des Mühlwerders, freiherumlaufende Hunde, Befahren mit Kraftfahrzeugen aller Art, asphaltierte Radwege an und in der Aue sowie das ungehemmte Angeln an den Ufern.
In dem Zusammenhang beabsichtigt der AHA für seine ehrenamtlichen Arbeitsgruppen Pulverweiden und Rabeninsel zu werben.

Treff: um 10.00 Uhr Kreuzung Holzplatz/Mansfelder Straße, Ecke Karstadt

AHA fordert zusammenhängenden Schutz von Reide und Hufeisensee

Es war am Samstag, den 03.02.2018 ein leicht winterlich geprägter Morgen mit vereinzelten Schneefällen, welcher mehr oder minder den Tag prägten. An der Ecke Delitzscher Straße/Käthe-Kollwitz-Straße fanden sich Teilnehmerinnen und Teilnehmer zu einer Winterexkursion zum Hufeisensee in Halle (Saale) zusammen, welcher im Rahmen einer Veranstaltungsserie zum 35. Jahrestag der Gründung des Arbeitskreises Umweltschutz Halle in der Gesellschaft für Natur und Umwelt im Kulturbund der DDR am 16.01.1983 stattfand. Weiterlesen

AHA hält Beachtung des Umwelt-, Natur- und Landschaftsschutzes bei der BUGA 2021 für dringend notwendig

Vom Grundsatz her können Bundesgartenschauen die Chance und Möglichkeiten für eine punktuelle bzw. flächenübergreifende Grünentwicklung geben. Für den Arbeitskreis Hallesche Auenwälder zu Halle (Saale) e.V. (AHA) bietet auch der Großraum Erfurt dahingehend umfassende Möglichkeiten in Vorbereitung und Umsetzung der Bundesgartenschau (BUGA) im Jahr 2021. Daher beinhalten bereits die Auswahl der Standorte und die entsprechenden Planungen eine sehr hohe Verantwortung.

Bekanntlich erfolgte bereits im Jahr 2015 die Auswahl von 11 Außenstandorte. Am 04.12.2017 kamen schließlich noch weitere 16 Außenstandorte hinzu. Alle 27 Außenstandorte

Paulinenpark in Apolda
Herressener Promenade in Apolda
Gärten der Stadt Bad Langensalza
Schlosspark Altenstein in Bad Liebenstein
Barockdorf Bendeleben
Camposanto in Buttstädt
Dornburger Schlossgärten in Dornburg-Camburg
Barocker Schlossgarten Ebeleben
Schlosspark Molsdorf
Stadt Gotha mit Herzoglicher Orangerie, Herzoglichem Englischen Garten und Wasserkunst am Hauptmarkt
Fürstlich Greizer Park in Greiz
Grüne Flusslandschaft JenaSaaleParadies
Schlossgarten in Kromsdorf
Neuer Friedhof in Mühlhausen
Park und Villa Hohenrode Nordhausen
Ebersdorfer Landschaftspark Saalburg-Ebersdorf
Bergfriedpark Saalfeld
Europa Rosarium Sangerhausen
Park an der Ilm in Weimar
Goethes Garten am Stern in Weimar
Schlosspark Tiefurt
Schlosspark Ettersburg
Schlosspark Kochberg
Schlosspark Belvedere
Historischer Friedhof in Weimar
Garten am Kirms-Krackow-Haus in Weimar
Diakonie Landgut Weimar-Holzdorf

sind sowohl ökologisch, aber auch zumeist denkmalpflegerisch und historisch als besonders sehr wertvoll einzuschätzen. Ferner besitzen sie häufig eine besondere landschafts- und städtegestalterische prägende Funktion.

Von daher sind diese Standorte mit sehr großer Sensibiltät zu betrachten und letztendlich zu behandeln. Der AHA vertritt in dem Zusammenhang zum Beispiel bei den Auen- und Flusslandschaften von Saale, Ilm und Gera die Auffassung, nicht nur eine naturnahe Entwicklung zu schützen und zu erhalten, sondern sogar noch weitere Räume dahingehend zu öffnen bzw. dies zu ermöglichen. Eng damit verbunden gilt es Retentionsflächen zurückzugeben sowie Sohl- und Uferbefestigungen massiv zurückzubauen. Für den AHA scheint es daher verstärkt sinnvoll zu sein, Biotop- und Grünverbindungen nicht nur zu erhalten und zu schützen, sondern weitere zu entwickeln bzw. Entwicklungsräume zuzulassen.

Daher legt der AHA immer wieder die Erarbeitung von wissenschaftlich fundierten Schutz- und Entwicklungskonzeptionen nahe, welche auch die Basis einer BUGA bilden können. Das entsprechende wissenschaftliche Potential lässt sich in den Universitäten und Hochschulen zum Beispiel in Erfurt, Jena und Weimar finden und einbinden.

Der AHA verbindet mit der Übernahme der Aufgabe des BUGA-Botschafters durch den Thüringer Ministerpräsidenten Bodo Ramelow ( Die LINKE) die Hoffnung, die Bereitschaft von Politik und Verwaltungen, zusätzlich zu den im Rahmen der 9 BUGA-Dialoge im Zeitraum vom 27.06.2013 bis 29.08.2017 zusammengetragenen Überlegungen weitere Vorschläge, Anregungen bis hin zu Bedenken aufnehmen.

Der AHA ist bereit sich im Rahmen seiner ehrenamtlichen und gemeinnützigen Möglichkeiten einzubringen.
Ferner möchte der AHA eine Plattform für interessierte Menschen und Organisationen bieten sich aus der Sicht des Umwelt-, Natur- und Landschaftsschutzes zum Thema BUGA 2021 einzubringen.
Wer Interesse hat mit dem AHA Kontakt aufzunehmen, wende sich bitte an folgende zentrale Anschrift:

Arbeitskreis Hallesche Auenwälder zu Halle (Saale) e.V.
Große Klausstraße 11
06108 Halle (Saale)
Tel.: 0345/2002746
Fax.: 01805-684 308 363
Internet: http://www.aha-halle.de
E-mail: aha_halle@yahoo.de

Morgendlicher Blick auf die Saale, die Peißnitzinsel und das Riveufer

1-Halle-Giebichenstein-Nordwestspitze Ziegelwiese - Blick Saaleabwärts nach Nordwesten auf NSG Peißnitznordspitze & Einmündung Wilde Saale & Riveufer (1)

1-Halle-Giebichenstein-Nordwestspitze Ziegelwiese – Blick Saaleabwärts nach Nordwesten auf NSG Peißnitznordspitze & Einmündung Wilde Saale & Riveufer (1)

Es ist was wunderbares morgens mit dem Fahrrad durch die Natur zur Arbeit zu fahren. Dabei eröffnen sich solche sonnenbeeinflussten Blicke in die hallesche Saaleaue zwischen dem Naturschutzgebiet Nordspitze Peißnitz, der Saale, dem Riveufer und der Ziegelwiese. Da stärkt sich das dringende Bedürfnis alles zu tun, damit diese Natur und Landschaft erhalten bleibt.

Andreas Liste
Vorsitzender des AHA

« Ältere Beiträge Neuere Beiträge »