Autor: aha-dietmar (Seite 364 von 365)

AHA fordert wissenschaftlich fundierte Wassertourismuskonzeption für die Stadt Halle (Saale)

Bekanntlich bilden Fluss- und Auenlandschaften eine wichtige Einheit. Beide stehen in einer engen und sehr vielfältigen Wechselbeziehung zueinander. Die Auenlandschaften dienen den Flüssen als Ausbreitungsraum für Hochwasser und versorgen sie somit mit Wasser, Sedimenten und z.B. als Schwemmgut herangetragenes neues genetisches Material aus Tieren und Pflanzen. Im Umkehrschluss fungieren die Auenlandschaften als „Reinigungskraft“ für die Flüsse, indem beispielsweise Auenwälder das abgebremste Wasser von Sedimenten „befreien“ sowie Schwemmgut „herauskämmt“.
Diese langzeitige Wechselbeziehung hat somit eine der arten- und strukturreichsten Naturlandschaften der gemäßigten Zonen hervorgebracht, welche zahlreichen Tier- und Pflanzenarten Lebens- und Rückzugsraum bietet. Darüber hinaus trägt diese intensive Wechselbeziehung zur Verbesserung des Landschafts- und Ortsbildes urbaner Gebiete bei und sorgt als Kalt- und Frischluftentstehungsgebiet und –korridor für eine nachhaltige Verbesserung des Klimas.
Verständlicherweise haben daher Fluss- und Auenlandschaften eine magische Anziehungskraft für die stressgeplagte Bevölkerung um die Natur zu genießen und sich in ihr ausgiebig zu erholen. Nur in welchem Umfang kann diese besondere, sensible Natur und Landschaft menschlichen Tourismus verkraften? Ab welcher Intensität fängt der Mensch an Fluss und Aue zu schädigen? Kann ich die Saale in Halle (Saale) überhaupt „vermarkten“?

Hier könnte übrigens ein sehr wichtiges Aufgabenfeld eines Saalebeauftragten der Stadt Halle (Saale) liegen, welcher sich gepaart aus Interesse und fachlich-inhaltliche Kompetenz der Sache annimmt und auf der Basis den Kontakt zwischen allen Verantwortlichen und Interessenten sucht und pflegt. Wie Medienmeldungen seit März 2015 zu entnehmen sind, hat die Stadt Halle (Saale) ein Wassertourismuskonzept erarbeitet. Offenbar eingebettet in das im Dezember 2014 vorgelegte Tourismuswirtschaftliche Gesamtkonzept für die Gewässerlandschaft im Mitteldeutschen, fehlt komplett die Berücksichtigung der Bedeutsamkeit des Planungsraumes als vielfältiger Natur- und Landschaftsraum, welcher Lebens- und Rückzugsraum für zahlreiche Tier- und Pflanzenarten bietet. Der Arbeitskreis Hallesche Auenwälder zu Halle (Saale) e.V. (AHA) sieht in dem Planungspapier die klare und deutliche Zielrichtung, Umwelt, Landschaft und Natur den Bedürfnissen des Tourismus unterzuordnen. Derweil ist es erforderlich den Tourismus in die Schutzbedürfnisse dieser sehr bedeutsamen, arten- und strukturreichen Natur- und Landschaftsräume einzuordnen.

Der AHA stellt sich natürlich als zu aller erst die Frage, was kann man von einer Stadt Halle (Saale) dahingehend erwarten, welche sich immer wieder massiv und mit federführend für den Bau des Saaleseitenkanals, den Weiterbau der Bundesautobahn 143 durch arten- und strukturreiche, besonders schützenswerte Landschaften im Unteren Saaletal und angrenzenden Kalk- und Porphyrlandschaften, das zerstörerische Werk des Neubaus der ICE-Strecke Nürnberg-Erfurt-Halle/Leipzig – Berlin durch die Saale-Elster-Luppe-Aue sowie im Verbund z.B. mit den Städten Leipzig, Merseburg und Leuna für den Weiterbau des Saale-Elster-Kanals einsetzt und somit als massiver Förderer des motorisierten Bootsverkehrs im mitteldeutschen Raum auftritt. Nicht unerwähnt bleiben sollten auch beispielhaft nachfolgend einseitig festgelegte und realisierte Baumaßnahmen im Namen des Tourismus an und in der Saale: Der Neubau der Brücke vom Böllberger Weg zum Naturschutzgebiet Rabeninsel, Die Anlegestegs an der Jungfernwiese und unterhalb der Burg Giebichenstein, der asphaltierte Radweg zwischen Holzplatz und Jungfernwiese, die neue Brücke zwischen Salinehalbinsel und Sophienhafen sowie die massenhaften Abholzungen an und in den Klausbergen. Nicht zu vergessen zum Beispiel die verheerenden Pläne des Neubaus von Brücken zwischen Jungfernwiese und Gimritzer Park sowie zwischen Salinehalbinsel und Klausvorstadt.

Wenn man sich diese und weiteren öffentlich vorgestellten Pläne anschaut, dann ist nach Auffassung des AHA berechtigte Skepsis angebracht. Da ist z.B. ebenfalls zu lesen, dass neue Anlegestegs und Stellplätze entstehen sollen, vorgesehen ist, die Wilde Saale wieder für manuelle Paddler zu öffnen, der intensive Wunsch nach Mehrung des Motorbootverkehrs besteht und die Verlegung von garantiert asphaltierten Saaleradwanderwegen an die Saale zwischen Wörmlitz und Böllberg.
Schon daraus lässt sich ein Umkehrprozess ableiten, indem man Natur und Landschaft dem Wassertourismus unterordnen zu beabsichtigen denkt. Was jahrzehntelange Verschmutzung von Luft und Wasser nicht geschafft haben, scheint so nun greifbar nah zu sein und zwar drohende nachhaltige Schädigungen in der Saaleaue.

So ist es aus Sicht des AHA unverantwortlich, den von seiner Vorgängerorganisation Arbeitskreis Umweltschutz Halle in der Gesellschaft für Natur und Umwelt im Kulturbund der DDR im Jahr 1983 massiv mit erwirktem Verbot des Befahrens der Wilden Saale wieder zu kippen. Die Wilde Saale hat sich im Rahmen der Schutzmaßnahmen seit dem Jahr 1983 zu einem sehr wichtigen, arten- und strukturreichen Lebens- und Rückzugsraum entwickelt. Hier brüten z.B. Eisvögel, vereinzelt auch Beutelmeise und überwintern Gänsesäger und zahlreiche Entenarten. In letzter Zeit taucht auch der besonders geschützte Biber auf und lebt bekanntlich der Eremit. Ferner tangiert sie das ca. 10 ha große Naturschutzgebiet (NSG) Peißnitznordspitze, welches zudem ein Schutzgebiet nach der europäischen Fauna-Flora-Habitat- (FFH) Richtlinie ist. Außerdem bildet die Wilde Saale den Verbindungsraum zum Sandanger, zu den Hangwäldern an den Weinbergen sowie zum Amselgrund und den Kreuzer Teichen
Alles Gründe, welche schon allein die Öffnung der Wilden Saale für Bootsverkehr aller Art, somit auch für Paddler, ausschließen muss, wenn man sich fachlich korrekt verhält und zudem nach Recht und Gesetz handelt! Beispielsweise nach den Eigenmächtigkeiten des halleschen Oberbürgermeisters im Sommer des Jahres 2014 in Bezug auf der Errichtung eines Deiches zwischen Gimritzer Damm und Wilder Saale bestehen auch darin berechtigte Zweifel.

Die gegenwärtigen Asphaltierungen von Wegen bis an das NSG Peißnitznordspitze und durchgeführten Holzungsarbeiten an den Ufern der gesamten Peißnitzinsel lassen erahnen, was einer Freigabe der Wilden Saale für den Bootsverkehr, vorangehen könnte. Dazu zählt neben massiven Holzungen die Beseitigung einer sehr wichtigen Kies- und Sandbank in Höhe des Gimritzer Parks und des Sandangers. Diese Maßnahmen fänden dann jedes Jahr Neuauflage, um die Wilde Saale schiffbar zu halten. Dann ist es nur die Frage der Zeit, wann das erste Motorboot den Flussteil befährt. Nicht zu reden von schwer einsehbaren Aktivitäten wie Anlegen an den Ufern mit Zelten und Spontanpartys, wie am NSG und FFH-Gebiet Forstwerder in Halle-Trotha immer wieder geschehen.

Nach Auffassung des AHA sieht das Ganze danach aus, die Paddler in die Nebenarme „abzuschieben“, um den schnellen und langsamen Motorbooten auf den Saalehauptarmen den freien Raum zu überlassen. Die gegenwärtigen Abgas- und Lärmbelästigungen, einhergehend mit massivem Wellenschlag, tragen schon jetzt zu massiven Störungen im Landschaftsschutzgebiet und an den NSG bei.
Ebenso katastrophal wäre eine Ausweitung der Steganlagen und Stellplätze entlang der Saale. Der bisherige Wildwuchs an Salinehalbinsel, unterhalb der Burg Giebichenstein sowie in Brachwitz und Salzmünde sind abschreckende Beispiele genug. Hier sieht der AHA noch immer die verantwortlichen Behörden in der Pflicht endlich Rückbaumaßnahmen und Eindämmungen der Auswüchse zu veranlassen!

Ähnliche Auswirkungen lassen die angedachten Auswirkungen angedachte Brücken zwischen Salinehalbinsel und dem Sandanger sowie zwischen der früheren Papierfabrik in Halle-Kröllwitz und dem NSG und FFH-Gebiet Forstwerder in Halle-Trotha erwarten.
Nicht dessen genug, plant man trotz geäußerter Bedenken die Fortsetzung der Bebauungsplanung westlich des Böllberger Weges, was mit einem Verbau des Saaleufers und massiver Beeinträchtigung von Natur, Umwelt und Landschaft durch Zerstörung von Lebens- und Rückzugsräumen von zahlreichen Tier- und Pflanzenarten einhergeht.

In den Plänen der Stadt Halle (Saale) kommen Natur und Landschaft nur als Bauland sowie maximal als Kulisse für zunehmenden Boots- und Schiffsverkehr vor.Ebenfalls als problematisch sind Planungen für eine Umtragestelle für Paddelboote am Pulverweidenwehr zu sehen.
Beide Vorhaben haben eine sehr enge räumliche Beziehung zum Naturschutzgebiet „Rabeninsel und Saaleaue bei Böllberg“ ist, welches zudem einen Schutzstatus nach der europäischen Fauna-Flora-Habitat (FFH)-Richtlinie besitzt.

Diese Vorhaben kann man nicht losgelöst von den Planungen der Stadt Halle (Saale) im Rahmen eines neuen Verkehrsentwicklungsplanes (VEP) für einen weiteren Saaleübergang sehen. Die beiden sogenannten Vorzugsvarianten im halleschen Norden unweit des Hafens sowie südlich der Rennbahn erscheinen für den AHA aus mehreren Gründen sehr problematisch.

Im Norden der Stadt Halle (Saale) befinden sich eingebettet zwischen dem Landschaftsschutzgebiet Dölauer Heide, den Naturschutzgebieten „Brandberge“,”Porphyrlandschaft bei Brachwitz“ und „Forstwerder“ sowie dem Geschützten Landschaftsbestandteil im Bereich der Götschemündung der Saalwerder mit seiner ausgedehnten und vielfältigen Saaleauenlandschaft, wozu das flächenhafte Naturdenkmal „Saaleuferstreifen nördlich Kröllwitz“ gehört.

Das Planungsgebiet südlich der Rennbahn gehört mit seinen Restauenwäldern und Sukzessionsgebieten aus Hart- und Weichholz, Wiesen- und Schilfflächen sowie Feuchtgebieten zu den wertvollsten und schützenswerten Landschaften und Naturgebieten im halleschen Raum. Nicht umsonst gehört das Gebiet weitgehend zum Naturschutzgebiet „Rabeninsel und Saaleaue bei Böllberg“, welches zudem einen Schutzstatus nach der europäischen Fauna-Flora-Habitat (FFH)-Richtlinie besitzt.

Die beiden Planungsgebiete bilden ferner einen sehr bedeutsamen Raum für Hochwasser, Biotop- und Grünverbund sowie fungieren als Kaltluftentstehungsgebiete und Kaltluftkorridore. Ebenso nutzt die Bevölkerung diese Gebiete zur Erholung und Entspannung.

Wie bereits erwähnt ist die, trotz fachlich-inhaltliche Kritik, erfolgte Errichtung eines asphaltierten Saaleradwanderweg in der Aue der Elisabethsaale bis zum Sophienhafen als deutlicher Maßstab der Vermarktung der Saale in Halle (Saale) anzusehen. Neben der Vernichtung und Störung der sukzessiven Wiederentstehung eines Auenwaldes führen diese Versiegelungen der Fläche zur weiteren Zerschneidung von Natur und Landschaft, lassen für Klein- und Kleinsttiere unüberwindbare Hindernisse entstehen und befördern zudem die unerlaubte Nutzung durch Kraftfahrzeuge. Stattdessen gilt es die Hafenstraße dafür besser herzurichten.

Die angedachte Verpachtung der Peißnitzbühne an die Konzertmanager Ulf Herden und Matthias Winkler lässt nach Auffassung des AHA nichts Gutes erahnen. Es geht dabei um verstärkte Verlärmung und Vermüllung sowie verstärkten Kfz.-Verkehr im Bereich der ca. 60 ha großen Saaleinsel Peißnitz. Alles zusammen genommen führt unweigerlich zu massiven Störungen bis Zerstörungen von wertvollen Natur- und Landschaftsräumen. Darüber hinaus haben sie massive Beeinträchtigungen des Landschafts- und Stadtbildes zur Folge.

Daher fordert der AHA eine wissenschaftlich fundierte Tourismuskonzeption in und für Halle (Saale), welche Naherholung und Tourismus dem Schutz und Erhalt von Natur, Landschaft und Umwelt unterordnet. Was nützt es uns Natur und Landschaft für Naherholung und Tourismus zu nutzen, wenn diese massiv geschädigt oder gar Zerstörung erfahren soll und somit ihre Arten- und Strukturvielfalt verliert, welche aber u.a. die anziehende Wirkung für die Bevölkerung ausmacht. Daher gilt es die Flusslandschaft der Saale in Halle nicht zu „vermarkten“, sondern zu schützen, zu erhalten und zu bewahren, damit sich auch künftige Generationen in ihr erholen und entspannen können.

Daher ruft der AHA die Bevölkerung auf, sich für ein natur-, landschafts- und umweltverträgliches Tourismuskonzept einzusetzen, welches weitläufig zur Abstimmung mit derartigen Aktivitäten, im Land Sachsen-Anhalt sowie den Freistaaten Sachsen und Thüringen beiträgt.

Wer dazu Interesse hat, wende sich bitte an folgende Anschrift:

Arbeitskreis Hallesche Auenwälder
zu Halle (Saale) e.V. – (AHA)
Große Klausstraße 11
06108 Halle (Saale)
Tel.: 0345 – 2002746
Fax.: 01805-684 308 363
E-Mail: aha_halle@yahoo.de
Internet: https://www.aha-halle.de

Fotos Andreas Liste

AHA fordert naturnahe Entwicklung des Verbundes von Reide und Rieda

Der Arbeitskreis Hallesche Auenwälder zu Halle (Saale) e.V. (AHA) bekräftigt im Ergebnis seiner Begehung am 09.04.2016 seine Auffassung, dass eine naturnahere Entwicklung der Reide dringend geboten ist. Als einen ersten Schritt in die Richtung ist in der Verbesserung der Wasserqualität seit Anfang der neunziger Jahre des vergangenen Jahrhunderts zu sehen. Zudem hat die Reide durch ihre sich immer weiter entwickelnde Fließgewässerstruktur, hervorgerufen durch im Gewässer vorhandene Holz- und Steinbarrieren, wechselnde Schlamm- und Kiesbereiche, an ökologischer Bedeutung und Vielfalt zugenommen. So beginnt das Fließgewässer verstärkt zu mäandrieren, es entstehen gewässerbegleitende Gehölz- und Krautbestände sowie unterschiedlich schnell strömende Gewässerabschnitte. Mit den schnellfließenden Bereichen ist der lebensnotwendige Eintrag von Sauerstoff verbunden.

Die Reide bildet zudem ein sehr wichtiges Rückgrat für einen sehr wichtigen und entwicklungsfähigen Biotop- und Grünverbundraum zwischen dem Naturschutzgebiet Saale-Elster-Luppe-Aue, dem Landschaftsschutzgebiet Dieskauer Park und zum Sagisdorfer Park sowie über die Zuflüsse und Mündungsbereiche zur Kabelske, Diemitzer Graben und zum Hufeisensee. Weitläufiger betrachtet gilt es diesen Biotop- und Grünverbundraum über die nach Norden abfließende Rieda einschließlich des Parks in Ostrau und des flächenhaften Naturdenkmals bei Werderthau bis zur Fuhneaue zu schützen, zu erhalten sowie sukzessiv räumlich auszuweiten. Hier tragen insbesondere die Stadt Halle (Saale) sowie die Landkreise Saalekreis und Anhalt-Bitterfeld, aber auch die Städte Landsberg und Zörbig sowie die Gemeinden Kabelsketal und Petersberg eine besondere und große Verantwortung.

In dem Blickfeld betrachtet sieht der AHA nicht nur den Schutz, Erhalt und die behutsame Betreuung bestehender Inseln und Streifen von Gehölzen, Wiesen- und Hochstaudenflächen sowie Feuchtgebieten als dringend erforderlich an, sondern auch die dringende Notwendigkeit diese räumliche Vernetzung entlang des gesamten Gebietes von Reide und Rieda vorzunehmen. Im Ergebnis der AHA-Begehung am 09.04.2016 könnte ein Beitrag zum Beispiel in der Stadt Halle (Saale) die beidseitige Bepflanzung des in Halle-Schonnewitz, ca. 1 km langen und zwischen Zwintschönaer Straße und Delitzscher Straße verlaufenden Feldwegs Laukenweg mit Obstbäumen sein. Bei einem Pflanzabstand von 10 m könnten beidseitig insgesamt ca. 200 Obstbäume aller Arten und Sorten einen Standort erhalten. Diese Pflanzungen ließen sich in Form von Arbeitseinsätzen umsetzen. Der AHA bittet daher dringend die hallesche Stadtverwaltung diesen Vorschlag ernsthaft zu prüfen.

Im Gegensatz dazu stellen die umfassenden Bauarbeiten im Bereich des Hufeisensee u.a. für den Golfplatz, den asphaltierten Rundweg sowie der Errichtung einer Rettungswacht und von Badestränden im Schilf-, Röhricht- und Sukzessionsbereichen als schweren, inakzeptablen Eingriff in den Biotop- und Grünverbund der Reide dar.
Mit Sorge betrachtet der AHA ferner die mit der Entstehung des Gewerbegebietes Braschwitz/Peißen in den neunziger Jahren des vergangenen Jahrhundert vorgenommenen Umverlegungen des Fließgewässers, die zunehmende Tendenz des Verbaus von Überflutungsräumen der Reide -z.B. im Bereich von Sagisdorf- sowie die häufig nicht vorhandenen, aber dringend erforderlichen und auch gesetzlich vorgeschriebenen Gewässerschonstreifen von beidseitig 10 m ab der Uferkante. Somit fehlt der Reide insbesondere im Ober- und Mittellauf ökologischer und hydrologischer Entwicklungsraum, welcher zum Einem als Rückzugs- und Lebensraum für zahlreiche Tier- und Pflanzenarten fungieren kann und zum anderen umfassenden Überflutungsraum zulässt.

Alle Beratungen, konzeptionellen Überlegungen und Aufforderungen seitens des im Jahre 1995 ins Leben gerufenen Runden Tisch Reide und des AHA blieben leider bisher unberücksichtigt. Stattdessen verbaute man zum Beispiel im Bereich des halleschen Sagisdorf wertvolle Reideaue und schränkte dabei Raum zur Entwicklung naturnaher Aue als Lebens- und Rückzugsraum zahlreicher Tier- und Pflanzenarten in Anknüpfung an des Park Sagisdorf und für Überflutungen ein. Andernorts reagierte man vollkommen überzogen, indem einhergehend mit der zeitweisen Sperrung der Straße Am Tagebau, massive Ausbaggerungen in der Reide vornahm. In dem Zusammenhang verdeutlicht sich die falsche Herangehensweise in den Überflutungsraum hineinzubauen. Die Reide bedarf keiner Ausräumung eines sich strukturreicher entwickelten Gewässerbettes, sondern sich perspektivisch Gedanken zu machen, inwieweit im Ober- und Mittellauf eine Erschließung weiterer Überflutungsräume ermöglich ist. Dazu zählen keine weiteren Verbauungen zuzulassen, die Breite der Gewässerschonstreifen auf beidseitig 10 m ab Uferoberkante endlich zu gewährleisten sowie Mäandrierungen durch Belassen von Holz- und Steinhindernissen zu befördern. Somit wird eine weitere Eintiefung der Reide verhindert und der Fluss kann schon rechtzeitig im Ober- und Mittellauf in seine Aue Hochwasser abgeben. Eine Eintiefung sorgt auch zur Senkung des Grund- und Schichtwassers, was sich negativ auf den Wasserhaushalt des Gesamtgebietes, insbesondere in trockneren Jahreszeiten, auswirkt. Zudem kann der Überlauf in den Dieskauer Park regulierend auf den Wasserspiegel der Reide einwirken.

Alle bereits durchgeführten und geplanten Ausbaggerungen im Verlauf der Reide sieht der AHA jedoch weiterhin sehr problematisch. Man greift nicht nur in ein Naturschutzgebiet im Mündungsgebiet in die Weiße Elster ein, sondern beeinträchtigt ausgedehnte wertvolle Schilfgebiete sowie degradiert das Fließgewässer zu einer Abflussrinne, indem gewässerlebensnotwendige Hölzer, Steine, Kiese und Schlämme beseitigt sind. Ferner tragen derartige Schachtungen zur weiteren Eintiefung der Reide bei. Der AHA warnt daher den Landesbetrieb für Hochwasserschutz und Wasserwirtschaft davor, einfach mit Schachtungen zu beginnen. Auch eine einfache Absprache mit den Naturschutzbehörden ist da unakzeptabel.

Gleiches trifft für den Verlauf der Rieda bis zur Fuhne zu. Dort könnten die Entwicklung großer Teile der Aue zwischen Ostrau und Mösthinsdorf beispielhaft wirken. Andernorts ist auch hier auffällig, dass häufig ein Heranackern bis an das Fließgewässer das Landschaftsbild prägt. Dies führt nicht nur zur Verweigerung naturnaher bzw. naturnaherer Entwicklungsmöglichkeiten, sondern befördert durch Abdrift den ungehinderten Eintrag von Nährstoffen und Pestiziden, was somit zur unverantwortlichen Belastung der Fließgewässer führt. Davon sind Reide und Rieda gleichermaßen betroffen.

Der AHA knüpft bei seinem Engagement nahtlos an die sehr vielfältigen, fachlich-wissenschaftlich fundierten Aktivitäten seines Vorgängers des am 16.01.1983 in Halle-Büschdorf gegründeten und bis zum Januar 1990 existierenden Arbeitskreis Umweltschutz Halle in der Gesellschaft für Natur und Umwelt im Kulturbund der DDR an. Daher möchte der AHA die Bildung seiner jedenfalls bereit, an entsprechenden Lösungen mitzuwirken.

Dazu soll eine ehrenamtliche Arbeitsgruppe Reide/Rieda entstehen. Wer Interesse hat an dieser Arbeitsgruppe mitzuwirken, kann sich dazu an folgende Anschriften des AHA wenden:

Arbeitskreis Hallesche Auenwälder
zu Halle (Saale) e.V. – (AHA)

Große Klausstraße 11
06108 Halle (Saale)
Tel.: 0345 – 2002746
Fax.: 01805-684 308 363
E-Mail AHA: aha_halle@yahoo.de
E-Mail UBM: ubh2004@yahoo.de
Internet: https://www.aha-halle.de

Arbeitskreis Hallesche Auenwälder zu Halle (Saale) e.V. – (AHA)
Ortsgruppe Bitterfeld-Wolfen

Sprechzeit nach telefonischer Vereinbarung
über Evangelisches Kirchspiel Wolfen
OT Wolfen
Leipziger Straße 81
06766 Bitterfeld-Wolfen
Tel.: 0173 – 9917836
E-Mail AHA: aha_halle@yahoo.de
Internet: https://www.aha-halle.de

Fotos: Dietmar Hörner

AHA führt Exkursion zum NSG Untere Mulde durch

Der Arbeitskreis Hallesche Auenwälder zu Halle (Saale) e.V. (AHA) führt am Samstag, den 16.04.2016 eine Exkursion in das Naturschutzgebiet „Untere Mulde“ unweit des Mündungsbereiches der Mulde in die Elbe mit Vorstellung des geplanten Naturerkenntnispfades sowie von Maßnahmen zum Schutz, zur Betreuung und Pflege von Streuobstwiesen durch.

Im Rahmen der ca. sechsstündigen Exkursion beabsichtigt der AHA die dringende Schutzwürdigkeit der weitgehend unverbauten Mulde und des Mündungsgebietes in die Elbe als Bestandteil eines weitläufigen Naturschutz- und FFH-Gebietes sowie des weltbedeutsamen Dessau-Wörlitzer Gartenreiches als einen wichtigen ökologischen, kulturellen und touristischen Lebens-, Rückzugs- und Verbindungsraum darzustellen. Darüber hinaus ist seitens des AHA vorgesehen die Vorstellungen zu Inhalt und Stand zu den umfassenden Planungen zur Entstehung eines Naturerkenntnispfades im Mündungsgebiet der Mulde in die Elbe einer interessierten Öffentlichkeit darzulegen und Möglichkeiten der Mitarbeit aufzuzeigen.

In dem Zusammenhang ist vorgesehen, wie sich massiv die Kulturstiftung Dessau Wörlitz und der Kultusminister des Landes Sachsen-Anhalt Stephan Dorgerloh mit fadenscheinigen Begründungen gegen das ehrenamtlich erstellte Vorhaben stemmen. Beide steuerfinanzierten Einrichtungen drücken somit ein sehr hohes Maß an Arroganz, Ignoranz, fachliche Inkompetenz und Überheblichkeit aus, was in keiner Weise und Form Toleranz und Duldung finden darf. Es ist zu hoffen, dass sich alsbald der Petitionsausschuss und somit die Fraktionen des Landtages des Landes Sachsen-Anhalt mit der Angelegenheit befassen. Der AHA fordert in dem Zusammenhang auch klare und deutliche personelle und fachlich-inhaltliche Konsequenzen, damit sich eine derartige Antihaltung gegenüber bürgerschaftlichem Engagement nicht wiederholen kann!
Ferner hat der AHA das dringende und zwingende Bedürfnis seine ablehnende Haltung zu den Plänen der Stadt Dessau-Rosslau eine Nordumgehung zu bauen und dabei eine neue Muldequerung zu schaffen, zu begründen. Neben der einen grundsätzlichen Tatsache, dass Verkehrsprobleme nicht mit neuen Straßen und Brücken lösbar sind, droht hier eine Zerschneidung wertvoller Kultur- und Naturlandschaft. Bereits der Ausbau der B 184 im Mündungsgebiet der Mulde in die Elbe trägt schon zu erheblichen Störungen und Zerstörungen bei.

Ebenso hält es der AHA für dringend geboten erneut und verstärkt auf die dringende Notwendigkeit einer naturnahen Waldentwicklung im und am Naturschutzgebiet „Untere Mulde“ hinzuweisen. Die gegenwärtig stattfindenden Abholzungen an Teilen der Exkursionsstrecke werden seitens des AHA massiv kritisiert und als ungeeignet angesehen die Gehölzstruktur ökologisch vernünftig entwickeln zu lassen, was zudem zur finanziellen Entlastung der öffentlichen Haushalte beiträgt.

Darüber hinaus ist vorgesehen, dass gegenwärtig mit der Stadt Dessau-Rosslau in Abstimmung befindliche Vorhaben zur Übernahme des Schutzes, der Betreuung und der Pflege von Streuobstwiesen im Stadtgebiet zu erläutern. Hierzu beabsichtigt der AHA Interessenten zu gewinnen, welche daran Interesse haben mitzuwirken. Darüber hinaus möchte der AHA die Zielstellung und die Aktivitäten der Ortsgruppe Dessau-Rosslau vorstellen.

Treff ist um 10.00 Uhr Bahnhof Rosslau

Wer noch mehr zur Exkursion und zu den Aktivitäten der AHA-Ortsgruppe Dessau-Rosslau erfahren möchte, wende sich bitte an folgende Anschrift sowie kann nachfolgende Sprechzeit persönlich oder telefonisch nutzen:

Arbeitskreis Hallesche Auenwälder
zu Halle (Saale) e.V. (AHA)

Ortsgruppe Dessau-Rosslau
Schwabehaus
Johannisstraße 18
06844 Dessau
Internet: https://www.aha-halle.de
E-mail: aha_halle@yahoo.de
Tel.: 0340 – 66158320
Fax.: 0180 – 573 737 6961 (Verbindungen deutschlandweit zum Ortstarif)
Sprechzeit:
Donnerstag: von 19.00 bis 20.00 Uhr

AHA führt Exkursion in Fuhneaue durch

Der Arbeitskreis Hallesche Auenwälder zu Halle (Saale) e.V. (AHA) führt am Samstag, den 16.04.2016 eine ca. sechsstündige Wanderexkursion entlang der Fuhne bis zur Brödelgraben-Einmündung durch. Marschroute: Kurzer Aufenthalt im Naherholungsgebiet „Fuhneaue“ Wolfen mit dem Gondelteich zwecks Besichtigung, Fortsetzung der Wanderung über den Fuhnetalweg bis zum Erlen-Eschen-Wald „Reudener Busch“ im Wolfener Naherholungsgebiet und Landschaftsschutzgebiet „Fuhneaue“ und anschließend bis zur Einmündung des Brödelgrabens in die Fuhne, Fuhne-Überquerung über die Brücke unweit der Ortsumgehungsstraße von Salzfurtkapelle, Fortsetzung der Tour über den Feld- und Wiesenweg bis zum Brödelgraben-Tunnel unter der BAB 9, weiter über den Brödelgrabenweg – vorbei am Kiesabbaugebiet Reuden-West – bis nach Reuden, Rückmarsch über den Fuhnetalweg, die Leipziger Straße (B 184) und die Eisenbahnstraße zum Wolfener Bahnhof.

Im Rahmen der Exkursion beabsichtigt der AHA die ökologische Bedeutung der gesamten Gebiete, ihre damit verbundene Schutzwürdigkeit sowie eigene Überlegungen zum Schutz, Erhalt und Entwicklung der Fuhneaue und ihrer Bestandteile darzulegen. Ferner möchte der AHA Möglichkeiten ehrenamtlicher Mitwirkung aufzeigen und Interessenten die Aktivitäten der Ortsgruppe Bitterfeld-Wolfen vorstellen. Treff: um 10.00 Uhr am Eingang Bahnhof Wolfen.

Wer sich noch mehr zu der Exkursion bzw. den Aktivitäten des AHA erkundigen möchte, kann dies unter folgender Anschrift tun:

Arbeitskreis Hallesche Auenwälder zu Halle (Saale) e.V. – (AHA)
Ortsgruppe Bitterfeld-Wolfen
Sprechzeit nach telefonischer Vereinbarung
über Evangelisches Kirchspiel Wolfen
OT Wolfen
Leipziger Straße 81
06766 Bitterfeld-Wolfen
Tel.: 0173 – 9917836
E-Mail AHA: aha_halle@yahoo.de
Internet: https://www.aha-halle.de

AHA hält verstärkten Schutz der Auenlandschaften zwischen den Städten Bernburg und Könnern für dringend geboten

Der Arbeitskreis Hallesche Auenwälder zu Halle (Saale) e.V. (AHA) sieht nach wie vor umfassende Defizite beim Schutz, Erhalt und der Entwicklung der Auenlandschaften zwischen den Städten Bernburg und Könnern. Diese Feststellung und verbunden mit gemeinsamen Überlegungen zu einer Optimierung des Schutzes, des Erhaltes und der Entwicklung der Auenlandschaften zwischen den Städten Bernburg und Könnern zu beraten, welche hauptsächlich von der Saale, aber auch von den Mündungsgebieten von Fuhne und Wipper, in Alsleben von „Wiesenbach“ und Schlackenbach sowie in Gnölbzig vom „Salzbach“ geprägt sind, bildeten die Basis einer ca. siebenstündigen Fahrradexkursion am 02.04.2016.

Die erste Station bildete in Bernburg der Fuhneverlauf ab der Brücke Parkstraße bis zur Einmündung in die Saale im Bereich der Köthenschen Straße. Während der erste Teil dieses Fuhneabschnitts und die direkte Einmündung in die Saale weitgehend durchaus naturnahere Strukturen aufweisen, zeugen Abschnitte dazwischen von massiven Ufer- und Sohlbefestigungen mit Beton und Steinen. Hier gilt es Möglichkeiten wissenschaftlich zu untersuchen, ein Rückbau der Befestigungen zu prüfen, um dem Fließgewässer eine freie Entwicklung zu ermöglichen.
Mit dem westlich angrenzenden Gelände von Solvay und der unweit des Fuhnemündungsbereich befindlichen Müllverbrennungsanlage verbinden die ExkursionsteilnehmerInnen die berechtigten Proteste der Bürgerinnen und Bürger Bernburgs sowie ihrer Vereine, Verbände und Initiativen für eine saubere Müllverwertung, welche insbesondere im Jahre 2008 mit Petitionen, Protestexkursionen, Offenen Briefe und Presseerklärungen ihren besonderen Höhepunkt fanden.
Mit Unverständnis nahmen die Exkursionsteilnehmerinnen und Exkursionsteilnehmer zur Kenntnis, dass noch immer Deichsysteme ein ungehindertes Ausbreiten von Hochwasser im Dröbelschen Busch auf der Nordseite der Saale ausschließt. Hier vertreten die ExkursionsteilnehmerInnen die Auffassung, dass hier Schlitzungen dieses Deichsystems Abhilfe schaffen können.

Auf dem Weg zum Dröbelschen Busch in Höhe Am Werder, mussten die ExkursionsteilnehmerInnen feststellen, dass massive Abwassereinleitungen erfolgen, welche auf Grund von aufsteigenden kondensiertem Wasserdampf, von erhöhten Wassertemperaturen sowie Ablagerungen im Auslaufbereich von belastetem Abwasser zeugen. Angesichts heutiger technischer Möglichkeiten von Wasserkreisläufen in Betriebseinrichtungen und der Reinigung von Abwasser waren sich die ExkursionsteilnehmerInnen einig, dass nach einer unverzüglichen Untersuchung der Qualität des Abwassers sofortige Abhilfe zu schaffen ist. Die Saale ist bereits sehr weit über Gebühr mit Nährstoffen, Schwermetallen und Salzen belastet.

Im Bereich der 30.227 m² = 3,02 ha großen Gartensparte Stadtbreite e.V. nahmen die Exkursionsteilnehmerinnen und Exkursionsteilnehmer u.a. gemeinsam mit Vereinsvorsitzenden Gunther Seyffert das Gelände in Augenschein. Dabei besprachen die Anwesenden die Zukunft der einst im Jahr 1931 errichteten Gartenanlage, welche bis zum 31.10.2016 beräumt sein soll. Während der gemeinsamen Begehung zeigte der Vorsitzende der Gartensparte einen Standort, wo Fledermäuse übernachten und überwintern. Ebenso entdeckte man gemeinsam eine Wechselkröte, welcher noch die Kältestarre anzusehen war. Im Rahmen der Begehung waren sich die Anwesenden vom Grundsatz her einig, dass eine Aufgabe der Kleingartenanlagen im Hochwassereinzugsgebiet der Saale durchaus Sinn macht. Die anwesenden AHA-Mitglieder ergänzten, dass die Beräumung andere Entwicklungsmöglichkeiten eröffnen, welche in der Saaleaue Bestand haben können. Eine flächendeckende Zerstörung von Bauten sowie Gehölzen, Wiesen- und Staudenflächen stößt bei allen Anwesenden auf vollkommenes Unverständnis. Während nach Auffassung des AHA die Beräumung sämtlicher Bebauungen –außer die Bauten, welche z.B. als Unterschlupf für Fledermäuse und Vogelarten dienen – und Versorgungsleitungen dringend erforderlich erscheint, gilt Gehölze, Wiesen- und Staudenflächen zu erhalten. So wäre denkbar, die Obstgehölze in eine künftige Streuobstwiese zu integrieren, Wiesen- und Staudenflächen zu erhalten sowie Sukzessionsflächen für auentypische Gehölze zu ermöglichen.

Nach Auffassung aller Anwesenden erscheint es sinnvoll eine wissenschaftliches Schutz- und Entwicklungskonzeption für die zu beräumenden Kleingartenanlagen zu erstellen. Es bietet sich dazu an, wenn Wissenschaftler und Studierende der Hochschule Anhalt in Bernburg eine derartig wichtige wissenschaftliche Bearbeitung durchführen. Daher appelliert der AHA an den Landkreis Salzlandkreis, den Flächeneigentümer Stadt Bernburg sowie nicht zuletzt an die Hochschule Anhalt in Bernburg unverzüglich ein derartiges Vorhaben anzugehen. Der AHA bietet im Rahmen seiner ehrenamtlichen und gemeinnützigen Möglichkeiten seine Mithilfe an.

Gleichermaßen ist an die Beräumung der Kleingartenanlagen des 4,6427 ha großen Gartenvereins Grosse Aue e.V., des 1,2199 ha großen Saalestrand e.V. sowie der 3,0171 ha großen Kleingartensparte „Eisenbahner“ e.V. Die in den Jahren 1922, 1932 und 1920 gegründeten Kleingartenanlagen können somit zur Bereicherung auch nach ihrer baulichen Beräumung beitragen.

Eine Beräumung wie sie momentan in der einst im Jahr 1953 gegründeten und 2,7995 ha großen Kleingartenanlage Paradies unweit der Wipper geschieht, erscheint für die Exkursionsteilnehmerinnen und Exkursionsteilnehmer nicht erstrebenswert. Hier zerstörte man fast komplett den Gehölzbestand.

32 Bernburg Dröbelscher Busch

32 Bernburg Dröbelscher Busch

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AHA erwartet in Sachsen-Anhalt Politikwechsel in Sachen Umwelt-, Natur- und Landschaftsschutz

Im Ergebnis der Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt am 13.03.2016 führten CDU, SPD und Bündnis 90/Die Grünen Sondierungen zur Bildung einer gemeinsamen Regierung durch. Nunmehr haben die führenden Gremien der drei Parteien beschlossen Koalitionsverhandlungen für eine schwarz-rot-grüne Landesregierung aufzunehmen. Nach Ansicht des Arbeitskreis Hallesche Auenwälder zu Halle (Saale) e.V. (AHA) besteht nunmehr die sehr große Möglichkeit und Chance im Land Sachsen-Anhalt die Grundlagen für einen massiven Politikwechsel in Themenfeldern Soziales, Kultur, Bildung, Wissenschaft, Wirtschaft und Arbeit sowie nicht zuletzt im Umgang mit Umwelt, Natur und Landschaft zu schaffen.

Für den AHA bedarf allein das Spektrum zum Schutz, Erhalt und Entwicklung von Umwelt, Natur und Landschaft einen massiven Wandel in einer künftigen Regierungspolitik. Dazu zählen die bereits erwähnten Unterlassungen von Ausbaumaßnahmen der Elbe, Veränderungen in der Energiepolitik mit Hinwendung zur Stärkung der vielfältigen dezentralen Nutzung von regenerierbarer Energie und der Ausstieg aus der energetischen Nutzung fossiler Brennstoffe aller Art. Ebenso gilt es in der Landwirtschaft nicht nur die industriell betriebene Massentierhaltung mit dem ebenso massenhaften Aufkommen von Gülle zu stoppen, sondern bestehende derartige Anlagen zu Gunsten alternativer Haltungen zu schließen, umzubauen und umzustrukturieren.

In Bezug auf die Landwirtschaft muss sich eine künftige Landesregierung ferner für eine Rückkehr und Ausweitung der Vielfalt des Anbaus von Feldfrüchten einsetzen und dazu alle gesetzlichen Rahmenbedingungen und finanziellen Möglichkeiten und Anreize auf den Weg zu bringen. Dazu gehören aber auch Fließgewässern einen beidseitigen Gewässerschonstreifen von jeweils mindestens 10 m Breite als hydrologischen und ökologischen Entwicklungsraum sowie Biotop- und Grünverbund einzuräumen. Gleiches gilt für den Schutz, Erhalt und Entwicklung bestehender und neuer Flurholzstreifen und –inseln in Form von Obstbaum- und Kopfweidenbeständen, gepflanzter und sukzessiv entstandener bzw. entstehender Baum- und Strauchbeständen mit Kraut- und Wiesensaumen. Dies alles befördert nicht nur die Verbesserung des Landschaftsbildes und die Vielfalt an Struktur und Arten sowie die Ausweitung von Lebens- und Rückzugsräumen, sondern dämmt erheblich die Bodenerosion durch Wind und Wasser ein und ermöglicht verstärkte ökologische Kreisläufe und Gleichgewichte. Eine so sich umweltfreundlicher entwickelnde Landwirtschaft trägt somit zur Gesundung der Böden sowie von Oberflächengewässern, Grund- und Schichtwasser bei.

Nach Auffassung des AHA muss Sachsen-Anhalt ebenfalls seinen Beitrag zur Reduzierung der gegenwärtigen deutschlandweiten täglichen Flächenversiegelung laut Umweltbundesamt und Statistischem Bundesamt im Umfang von 70 bis 80 ha leisten. Dazu gehören nicht nur der Stopp von weiteren Verbauungen und damit verbundener Neuversiegelung von Böden für Verkehrs-, Wohn- und Gewerbebauten, sondern die Prüfung von Rückbau und Renaturierung von verbauten und versiegelten Flächen. Damit verbunden ist eine drastische Änderung der Verkehrs- und Baupolitik erforderlich. Eine deutliche Hinwendung zur Beförderung des Öffentlichen Personen- und Schienennahverkehrs trägt zudem zum Schutz und Verbesserung von Klima und Lärm bei. Eine Einführung von fahrscheinlosen Öffentlichen Personen- und Schienennahverkehr, verbunden mit der Wiederherstellung bereits gestrichener Bahn- und Busstrecken müssen dabei wesentlicher Bestandteil der Überlegungen und Planungen sein.
Eng damit verbunden ist der sparsame Umgang mit Bodenschätzen und Rohstoffen aller Art. Dazu zählt, dass ökologisch, historisch, archäologisch und landschaftlich bedeutsame Felsgebiete und ihr näheres Umfeld –wie der Burgstetten im Landkreis Saalekreis- von gnadenlosem Abbau von Rohstoffen verschont bleiben müssen.

Der AHA sieht ferner massiven Handlungsbedarf beim Schutz, Erhalt und Entwicklung der Waldbestände und des öffentlichen Grüns in bzw. an den Gemeinden. Die bisherige Kommerzialisierung der Forstwirtschaft hat zu massiven, zerstörerischen Eingriffen in den Gehölzbeständen Sachsen-Anhalts geführt. Selbst Naturschutzgebiete wie z.B. der Hakel, der Plötzkauer Auwald und die Sprohne blieben bzw. bleiben von diesen Eingriffen nicht verschont. Das muss nach Meinung des AHA ein Ende haben. In dem Zusammenhang gilt es die Ausweitung von Wald- und Gehölzflächen zu prüfen sowie einen sorgsamen Umgang mit ihnen zu verknüpfen. Gleiches gilt es für das Grün innerhalb der Städte und Gemeinden anzusetzen, um immer wieder zu beklagende Massenabholzungen entlang von Straßen und Wegen sowie in Wohngebieten und Parks zu beenden.

Bekanntlich prägen Flusssysteme und Auen von Elbe sowie ihrer großen Nebenflüsse wie Mulde, Saale und Havel große Teile des Landes Sachsen-Anhalt. Sie gehören zu den arten- und strukturreichsten Landschaften der Erde, bieten zahlreichen Tier- und Pflanzenarten Lebens- und Rückzugsraum, beeinflussen den Wasserhaushalt und bieten naturgemäß Hochwasser Ausbreitungs- und Gestaltungsraum sowie der Bevölkerung Raum zur Erholung und Entspannung. Dem kommt zu Gute, dass beispielsweise zu den am wenigsten ausgebauten Flüssen der Erde zählen.
Der AHA hält es nicht nur erforderlich die bestehenden Fluss- und Auenlandschaften von Elbe, Mulde, Saale und Havel sowie ihrer zahlreichen und bedeutsamen Nebengewässer zu schützen und zu erhalten, sondern auch zahlreiche Altauen wieder an die jeweiligen Flüsse anzuschließen. Die somit wiederhergestellten Wechselbeziehungen zwischen Fließgewässern und Auen ermöglichen nicht nur eine Ausweitung von arten- und strukturreichen Natur- und Landschaftsbestandteilen, sondern erhöht umfassend wieder den Ausbreitungsraum von Hochwasser. Spätestens seit den jüngsten Hochwassereignissen in den Jahren 2011 und 2013 sollten das klargestellt haben. Daher sind ernsthaft, wissenschaftlich fundiert massive Deichrückverlegungen oder gar Deichaufhebungen zu prüfen und unverzüglich umzusetzen. Dazu sind aber auch länderübergreifende Vernetzungen nach Flusssystemen dringend erforderlich, um dabei ebenfalls die Revitalisierung von einst baulich abgeschnittenen Fließgewässerabschnitten wissenschaftlich zu planen und darauf beruhend umzusetzen. Dabei darf der Rückbau bestehender Bebauungen in Überflutungsgebieten nicht nur kein Tabu sein, sondern gilt es gezielt in die Überlegungen einzubeziehen.

Bauliche Eingriffe und Störungen von Flusslandschaften wie der Saaleseitenkanal, der Saale-Elster-Kanal, sogenannte Hochwasserrückhaltebecken -z.B. an Selke und Querne- , Steg- und Bootsanlegeanlagen aller Größen und Art, sowie nicht zuletzt die vermehrten Planungen von Polder –z.B. an Elbe, Mulde, Saale, Havel, Weißer und Schwarzer Elster- tragen eher zur Beeinträchtigung der wertvollen Auen und angrenzender Natur und Landschaft sowie zur Unterbrechung von Kalt- und Frischluftbahnen bei und bedürfen eines unverzüglichen Stopps.
Damit eng verbunden ist, dass bestehende und künftige Tourismuskonzepte sich unbedingt in die Notwendigkeit, Belange und Erfordernisse zum Schutz von Umwelt, Natur und Landschaft einzuordnen haben und nicht umgekehrt. Nur so sind nachhaltige Störungen, Zerstörungen und Beeinträchtigungen von Umwelt, Landschaft und Natur ausgeschlossen und das eigentliche Ansinnen –Erlebnis Natur und Landschaft- ernsthaft umsetzbar.

Gleiches gilt auch für die zu bevorzugende Reduzierung und Wiederverwendung von Müll. Es ist unverantwortlich, dass eine Auslastung von Müllverbrennungsanlagen zum Import von Müll führt. Ebenso ist es unverantwortlich, dass man selbst einsturzgefährdete und von Grundwasser beeinflusste Gruben, wie die Einlagerung von Dickstoffversatz im Grubenfeld Angersdorf, noch immer nicht einem klaren und deutlichen Verbot unterliegt.
Ein derartiges, bestimmt nicht vollständiges Paket zum Schutz, Erhalt, Entwicklung und Betreuung von Umwelt, Natur und Landschaft erfordert jedoch eine umfassende und rechtzeitige Einbeziehung der Bevölkerung sowie ihrer Verbände, Vereine und Initiativen. Ebenso bedarf es einer massiven Beförderung der Umweltbildung an Schulen, Volkshochschulen sowie bei Behörden sowie nicht zuletzt der Wissenschaft und Forschung.

Der AHA fordert daher die potenziellen Koalitionspartner auf, im Koalitionsvertrag und im künftigen Handeln der Landesregierung Sachsen-Anhalts die Umkehr im Umgang mit Umwelt, Natur und Landschaft klar, eindeutig sowie verbindlich zu verankern und entsprechend umzusetzen.
In dem Atemzug ruft der AHA die Bevölkerung auf echte Demokratie zu leben und sich gezielt einzubringen. Dazu bietet der ehrenamtliche und gemeinnützige AHA allen Interessenten sich als Organisation an, um daran mitzuwirken.

Wer Interesse hat sich mit dem AHA in Verbindung zu setzen, kann dies unter folgenden Kontakten tun:

Arbeitskreis Hallesche Auenwälder
zu Halle (Saale) e.V. – (AHA)

Große Klausstraße 11
06108 Halle (Saale)
Tel.: 0345 – 2002746
Fax.: 01805-684 308 363
E-Mail AHA: aha_halle@yahoo.de
E-Mail UBM: ubh2004@yahoo.de
Internet: https://www.aha-halle.de

Arbeitskreis Hallesche Auenwälder
zu Halle (Saale) e.V. – (AHA)

Regionalgruppe Merseburg-Leuna-Bad Dürrenberg
/Umweltbibliothek Merseburg „Jürgen Bernt-Bärtl“
Weiße Mauer 33
06217 Merseburg
Tel.: 0176 – 52562945
Fax.: 0180-5684 308 363 (deutschlandweit zum Ortstarif)
E-Mail AHA: aha_halle@yahoo.de
E-Mail UBM: ubh2004@yahoo.de

Arbeitskreis Hallesche Auenwälder
zu Halle (Saale) e.V. – (AHA)

Regionalgruppe Leipzig und Umland
Otto-Adam-Straße 14
04157 Leipzig
Tel.: 0176/84001924
Fax.:01805-684 308 363
E-Mail: aha_halle@yahoo.de
Internet: https://www.aha-halle.de

Arbeitskreis Hallesche Auenwälder
zu Halle (Saale) e.V. – (AHA)

Ortsgruppe Dessau-Roßlau
Donnerstag von 19.00 bis 20.00 Uhr
im Schwabehaus
in der Johannisstraße 18
06844 Dessau-Roßlau
Tel.: 0340 – 66158320
Fax.: 0180 – 573 737 6961
(beide Verbindungen deutschlandweit zum Ortstarif)
E-Mail: aha_halle@yahoo.de
Internet: https://www.aha-halle.de

Arbeitskreis Hallesche Auenwälder
zu Halle (Saale) e.V. – (AHA)

Regionalgruppe Wettin-Könnern-Bernburg
Dienstag: von 18.00 bis 19.00 Uhr
attac-Villa Könnern
Bahnhofstraße 06
06420 Könnern (Saale)
Tel.: 034691/52435
Fax.: 01805-684 308 363 (deutschlandweit zum Ortstarif)
E-Mail: aha_halle@yahoo.de
Internet: https://www.aha-halle.de

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