Der Arbeitskreis Hallesche Auenwälder zu Halle (Saale) e.V. – AHA – verfolgt mit sehr großer Sorge die fortgesetzten bzw. verstärkten massiven Eingriffe in unsere Meere, wozu auch die Errichtung von Windenergieanlagen zählt.
An dieser Stelle sei auf die grundsätzliche Bedeutung von Meeren hinzuweisen. So führt die Deutsche Allianz Meeresforschung (DAM) – welches aktuell ein Bündnis mit 25 universitären und außeruniversitären Einrichtungen darstellt, die Meeresforschung betreiben. Zusätzlich kooperieren es mit strategischen Partnern, um den nachhaltigen Umgang mit Küsten, Meeren und Ozeanen zu stärken – folgendes aus Zitat:

Ein stabiles Klima, gesunde Meere und intakte Ökosysteme sind von existenzieller Bedeutung für die Zukunft der Menschen. Sie zu stabilisieren und zu erhalten, stellt eine große gesamtgesellschaftliche Aufgabe dar. Trotz vielerlei internationaler Ansätze und Bemühungen, die Erderwärmung zu bremsen und Ökosysteme zu erhalten, fehlen bisher wirksame Maßnahmen zum Schutz und der nachhaltigen Nutzung der Meere und Ozeane und ihrer Ressourcen.“, Zitat Ende

Weiterhin führt die Deutsche Allianz Meeresforschung (DAM) aus, Zitat:

FAKTEN ZUM HINTERGRUND: MEERE UND OZEANE ALS LEBENSGRUNDLAGE

Die Meere und Ozeane sind entscheidend für das Leben auf der Erde:

Meere und Ozeane sind Nahrungs- und Einkommensquelle für Millionen von Menschen: Mehr als ein Drittel der Weltbevölkerung wohnt weniger als 100 Kilometer von der Küste entfernt. Hunderte Millionen Menschen sind für Ihren Lebensunterhalt auf die Ressourcen aus den Meeren angewiesen. Zusätzlich sind Meere und Ozeane wichtige Transportwege, liefern erneuerbare Energie und sind zudem Orte der Erholung und Inspiration.

Sie sind ein wichtiger CO2-Speicher: Meere und Ozeane speichem mehr als 50-mal so viel Kohlenstoff wie die Atmosphäre und haben bislang ca. 25 Prozent des selt Beginn der Industrialisierung vom Menschen erzeugten Kohlendioxid-Emissionen aufgenommen und damit eine noch schnellere Erderwärmung verhindert.

Meere und Ozean übernehmen eine wichtige klimaregulierende Funktion: Sie haben bisher mehr als 90 Prozent der zusätzlichen Wärmeenergie aufgenommen, die durch menschengemachte Treibhausgasemissionen entsteht und die Auswirkungen des Klimawandels maßgeblich verzögert. Doch die Meere können nicht unbegrenzt Kohlendioxid und Wärme aufnehmen.

Meere und Ozeane sind einzigartige Ökosysteme und Orte der Biodiversität: Sie bieten Lebensraum für wahrscheinlich über eine Millionen Arten. Gut ein Drittel -insbesondere die Tiefsee sind noch nicht bekannt und erforscht. Wenn Arten stark dezimiert werden oder aussterben und damit ihre ökologischen Funktionen entfallen, kann das gravierende Folgen haben.

Doch die Meere und Ozeane gelangen an ihre Grenzen zu Lasten von uns Menschen:

Sie sind verschmutzt und überdüngt: Die Übernutzung der Meere und Ozeane durch Schifffahrt, den Abbau von Rohstoffen, Bautätigkelt, Tourismus sowie die Entsorgung von Müll im Meer sind Meere und Ozeane als Lebensräume erheblich gefährdet. Der hohe Eintrag von Schad- und Nährstoffen aus Industrie, Landwirtschaft und Haushalten führt zudem zu Sauerstoffarmut Im Wasser und zur Veränderung ganzer Stoffkreisläufe im Meer.

Sie sind überfischt: Drelviertel der marinen Fischbestände weltwelt gelten als überfischt oder bis zur Tragfähigkeitsgrenze genutzt. Etliche Fischbestände sind aufgrund zu hoher Fangmengen sogar bereits zusammengebrochen zu Lasten der Menschen, die von ihnen leben.

Sie sind zu sauer: Durch die Fähigkeit der Meere und Ozeane, Treibhausgas aus der Atmosphäre zu speichern, nimmt der pH-Wert des Meerwassers kontinuierlich ab dieser Prozess wirkt sich in vielerlei Hinsicht nachteilig auf marine Lebewesen, Nahrungsketten und Ökosysteme aus.

Sie sind zu warm: Durch die menschengemachte Erderwärmung steigen die Wassertemperaturen der Meere und Ozeane stetig an: Im Jahr 2024 lagen die Mittelwerte der Oberflächentemperatur aller Ozeane so hoch wie noch nie zuvor seit Beginn der Messungen in den 1980er-Jahren. Die durch die Erwärmung bedingte Sauerstoffarmut im Wasser gefährdet marine Lebewesen und Ökosysteme. Aufgrund erhöhter Verdunstung entstehen zudem häufigere und stärkere Stürme und Sturmfluten.

Sie sind zu hoch: Als Folge der Erderwärmung schmelzendes Eis an den Polkappen und wärmeres Wasser, das sich ausdehnt – Ist der Meeresspiegel. In den vergangenen 50 Jahren im Mittel um rund zehn Zentimeter gestiegen. Nach Einschätzung vieler Klimaforscher dürfte sich der Anstieg in den kommenden Jahrzehnten noch beschleunigen. Dabel gibt es große regionale Unterschiede.

Sie sind zu laut: Meeressäuger und andere Meeresbewohner leiden unter stetig ansteigendem Unterwasserlärm durch z.B. Schiffsverkehr, Baggerarbelten, Marinesonar, Munitionsexplosionen und Bautätigkeit. Meeressäuger werden in der Wahrnehmung überlebenswichtiger Schallsignale gestört. Durch mangelnde Rückzugsmöglichkeiten sind sie erheblichem Stress ausgesetzt, der bis zum Tod führen kann.“ Zitat Ende

https://www.allianz-meeresforschung.de/news/klimaschutz-waehlen-heisst-meere-schuetzen

https://www.allianz-meeresforschung.de/ueber-uns/mitglieder

https://www.meere-online.de/themen/meere-und-klima

Das Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung GmbH – UFZ gibt grundsätzlich u.a. an, Zitat:

„Unsere Ozeane bedecken sieben Zehntel der Erde und beherbergen als komplexer dreidimensionaler Raum die vielfältigsten und komplexesten Ökosysteme unserer Erde.“, Zitat Ende

https://www.ufz.de/global-commons/index.php?de=48168

Die Universität Wien führt ferner folgende Punkte zur Bedeutung von Ozeanen an, Zitat:

Auf einen Blick

  • Die Ozeane sind Klimapuffer: Sie speichern 90% der Extrawärme durch den Klimawandel und etwa ein Viertel der jährlichen CO2-Emissionen. Davon profitieren auch Binnenländer wie Österreich.
  • Die Folgen der Klimaerwärmung und die intensive Nutzung führen unter anderem zu einem starken Rückgang der Artenvielfalt. Damit nimmt auch die Widerstandsfähigkeit / Resilienz des Gesamtsystems ständig ab.
  • Im Jänner 2026 trat das BBNJ-Abkommen (Biodiversity Beyond National Jurisdiction) in Kraft, das erste internationale Instrument zum Schutz mariner Biodiversität auf hoher See. 89 Staaten, auch Österreich, haben es
  • bisher ratifiziert.
  • Viel wird noch im Detail verhandelt. Österreich könnte sich hier, wie schon in der Vergangenheit, aktiv für den Meeresschutz engagieren.
  • Wissenschaftler*innen der Uni Wien nehmen als Beobachter*innen und starke Stimme bei den Verhandlungen teil.
  • Forschungen in verschiedensten Meeresökosystemen zeigen: Auch der Mensch profitiert vom konsequenten Schutz großer Meeresgebiete und von Renaturierungsprojekten, etwa von Mangroven, Seegraswiesen und Kelpwäldern.“ Zitat Ende

https://ech.univie.ac.at/de/story/ozeane-am-limit-wie-wir-sie-schuetzen-wird-ueber-unsere-zukunft-entscheiden

Global Citizen fasst die Bedeutung von Meeren in nachfolgenden fünf Fakten zusammen:

https://www.globalcitizen.org/de/content/5-facts-that-prove-our-oceans-are-worth-saving

Das Umweltbundesamt vermerkt zu der Bedeutung von Meeren, Zitat:

Die Meere und Ozeane sind für alles Leben auf der Erde entscheidend. Sie produzieren die Hälfte des globalen Sauerstoffs, beheimaten etwa 80 Prozent aller Tierarten und bedecken fast Dreiviertel der Erdoberfläche. Die Meere spielen eine Schlüsselrolle im Klimasystem, da sie über den natürlichen Gasaustausch etwa ein Drittel des vom Menschen verursachten Kohlendioxids (CO2) aus der Atmosphäre aufnehmen. Gleichzeitig sind sie wichtige Komponenten des weltweiten Wasserkreislaufs und verteilen Wärme über ihre Strömungen.“, Zitat Ende

https://www.umweltbundesamt.de/themen/wasser/schutz-der-meere-wie-kann-er-gelingen

Zudem sei auf weitere Quellen zur Bedeutung unserer Meere verwiesen:

https://www.ifaw.org/de/journal/alltagstipps-fur-den-schutz-der-meere-und-der-meereslebewesen

https://www.international-climate-initiative.com/iki-medien/artikel/schutz-und-nachhaltige-nutzung-der-weltmeere

https://www.umweltbundesamt.de/themen/gemeinsam-fuer-den-schutz-der-meere

https://www.stiftung-meeresschutz.org/themen/schutzgebiete/uebersicht-meeresschutzgebiete

https://www.derbund.ch/meeresschutz-unep-zehn-prozent-der-ozeane-unter-schutz-427572242414

https://www.orca.com/de-de/blog/7-things-for-saving-the-ocean

https://www.energiezukunft.eu/umweltschutz/un-abkommen-zum-schutz-der-hochsee-tritt-in-kraft

https://www.bundesumweltministerium.de/themen/meeresschutz/ueberblick-meeresschutz

https://www.bne-portal.de/bne/de/news/schutz-der-ozeane.html

Das Umweltbundesamt gibt folgende Einschätzung zur Nutzung der Windenergie auf den Meeren an Deutschlands Küsten ab.

https://www.umweltbundesamt.de/themen/klima-energie/erneuerbare-energien/windenergie-auf-see-offshore-windenergie#strom

Konkret sind massive Auswirkungen auf Meeressäuger und Fische durch Schallbelastungen, die Vogelwelt und Fledermäuse durch Barrierewirkungen, der Fauna und Flora am Meeresgrund durch Errichtung der Fundamente und Verlegung von Seekabeln sowie Veränderungen von Luftströmen und des Meeres im Zusammenhang mit Offshore Windparks zu nennen.

https://www.bfn.de/offshore-windkraft

https://www.hereon.de/communication_media/news/104924/index.php.de

https://www.forschung-und-wissen.de/nachrichten/umwelt/windparks-veraendern-die-meeresstroemungen-in-der-nordsee-133711035

https://www.erneuerbare-energien-hamburg.de/de/news/details/offshore-windparks-ver%C3%A4ndern-str%C3%B6mungsmuster-in-der-nordsee.html

https://www.bfn.de/sites/default/files/2022-03/Schallschutzkonzept_Schweinswale_bf.pdf

https://www.bfn.de/publikationen/bfn-schriften/bfn-schriften-366-zwischen-naturschutz-und-energiewende-herausforderung

https://www.bfn.de/sites/default/files/BfN/service/Dokumente/skripten/skript_366.pdf

Ein „Positionspapier des Geschäftsbereichs des Bundesumweltministeriums zur kumulativen Bewertung des Seetaucherhabitatverlusts durch Offshore-Windparks in der deutschen AWZ der Nord- und Ostsee als Grundlage für eine Übereinkunft des BfN mit dem BSH“, Veröffentlichung am 09.12.2009 befasst sich laut Bundesministerium für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMUKN) mit folgendem Thema, Zitat:

Bisherige Untersuchungen in ausländischen Offshore-Windparks zeigen, dass die Errichtung von Offshore-Windparks zu einer Verdrängung der Seetaucher aus den betroffenen Gebieten führt. Der in diesem Positionspapier verfolgte Ansatz wurde erst möglich auf der Basis der inzwischen vorgelegten langjährigen Untersuchungsergebnisse aus Forschungsvorhaben und UVS für Offshore-Windparks zu Vorkommen und Verbreitung der Seetaucher in der deutschen Nordsee.“, Zitat Ende

https://www.bundesumweltministerium.de/download/positionspapier-zur-kumulativen-bewertung-des-seetaucherhabitatverlusts-durch-offshore-windparks

Bereits alle diese Fakten lassen deutlich erkennen, dass eine derartige Umwandlung von Windenergie in elektrische Energie alles anderes als nachhaltig erscheint.
Hinzu kommt ja zudem die Verteilung der erzeugten elektrischen Energie in die gesamte BRD. Hierzu sei beispielhaft die nachfolgende Stellungnahme 12.01.2025 zitiert:

Stellungnahme zum Antrag auf Planfeststellungsbeschluss nach § 19 NABEG zur Netzanbindung Südharz (BBPlG Nr. 44):
„Höchstspannungsleitung Schraplau/Obhausen – Wolkramshausen – Vieselbach; Drehstrom Nennspannung 380 kV“

I. Grundsätzliches

Die grundsätzliche Sichtweise des Arbeitskreises Hallesche Auenwälder zu Halle (Saale) e.V. – AHA – geht davon aus bestehender Natur und Landschaften zu erhalten sowie von störenden Einflüssen wie Verbauung, Verlärmung und Verschmutzungen aller Art freizuhalten. Dabei gilt es vom gegenwärtigen Bestand an Fauna und Flora sowie Belastungen aller Art auszugehen sowie auf wissenschaftlichen Grundlagen Schutz- und Entwicklungskonzeptionen zu erstellen, welche die Grundlage für weitere Entwicklungen und Vorhaben bilden müssen.
Dabei ist folgendes zu beachten:
In dem Zusammenhang sei erwähnt, dass das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, nukleare Sicherheit und Verbraucherschutz (BMUV) zur aktuellen täglichen Neuausweisung von Siedlungs- und Verkehrsflächen in der Bundesrepublik Deutschland folgendes angibt, Zitat: „Ausweislich der amtlichen Flächenstatistik des Bundes wurden in Deutschland im Vierjahresmittel 2020 bis 2023 jeden Tag durchschnittlich rund 51 Hektar als Siedlungsflächen und Verkehrsflächen neu ausgewiesen. Dies entspricht einer Fläche von circa 71 Fußballfeldern täglich. Damit nahm der Flächenverbrauch gegenüber dem Vorjahreszeitraum geringfügig um durchschnittlich zwei Hektar pro Tag zu. 35 Hektar der Flächenneuinanspruchnahme entfielen auf den Bereich Wohnungsbau, Industrie und Gewerbe sowie öffentliche Einrichtungen, 17 Hektar auf Sport-, Freizeit- und Erholungs- sowie Friedhofsflächen. Insgesamt machten Flächen für Siedlung und Verkehr in Deutschland im Jahr 2023 14,6 Prozent, das heißt etwa ein Siebtel der Gesamtfläche aus.

Im August 2025 wurden in der amtliche Flächenstatistik des Bundes die seit 2020 berechneten Vierjahresmittelwerte einer Revision unterzogen und wie folgt nach unten korrigiert: Vierjahreszeitraum 2017-2020 – bisher 54 Hektar, neu 53 Hektar; Vierjahreszeitraum 2018-2021 – bisher 55 Hektar, neu 53 Hektar; Vierjahreszeitraum 2019-2022 – bisher 52 Hektar, neu 49 Hektar. Dies ist im folgenden Link zur amtlichen Flächenstatistik näher erläutert.

Die Siedlungs- und Verkehrsfläche darf nicht mit „versiegelter Fläche“ gleichgesetzt werden, da sie auch unversiegelte Frei- und Grünflächen enthält. Nach Schätzungen des Statistischen Bundesamtes sind etwa 45 Prozent der Siedlungs- und Verkehrsfläche versiegelt.

Die Reduzierung des Flächenverbrauchs ist ein zentrales umweltpolitisches Anliegen. Fläche ist eine begrenzte Ressource. Flächenverbrauch ist mit erheblichen negativen Folgen für die Umwelt verbunden. Dies umfasst den Verlust von Naturräumen, den Verlust von Klimaschutzleistungen (CO2-Senken), Verlust von Optionen für die Klimaanpassung, insbesondere für die Hochwasser- und Starkregenvorsorge, und nicht zuletzt den Verlust wertvoller Ackerflächen. Das bedeutet, dass der Mensch mit der Ressource Fläche sparsam umgehen muss, um ihre ökologischen Schutzfunktionen angesichts vielfältiger wirtschaftlicher und sozialer Nutzungsansprüche an den Raum im Sinne einer nachhaltigen Entwicklung zu erhalten.“, Zitat Ende
Ferner ist folgendes ausgeführt, Zitat:
In der Deutschen Nachhaltigkeitsstrategie hat sich die Bundesregierung zum Ziel gesetzt, den täglichen Zuwachs an Siedlungs- und Verkehrsfläche in Deutschland von heute rund 51 Hektar pro Tag bis zum Jahr 2030 auf unter 30 Hektar pro Tag zu reduzieren, um bis zum Jahr 2050 einen Flächenverbrauch von netto Null im Sinne einer Flächenkreislaufwirtschaft zu erreichen. Dabei geht es auch um den Schutz und die Erhaltung landwirtschaftlicher Flächen.

Wegen seiner Relevanz für den Klimaschutz (CO2-Senken) bildet das Ziel der Flächenkreislaufwirtschaft zudem ein wichtiges Element des Klimaschutzplans 2050 der Bundesregierung.

Die Zielerreichung kann gelingen, wenn der Nachnutzung von Grundstücken und dem Bauen im Bestand konsequenter Vorrang vor der Neuausweisung von Siedlungsflächen gegeben wird. Die Neuinanspruchnahme von Flächen ist so weit wie möglich zu vermeiden. Der Innenentwicklung ist Vorrang zu geben. Das Leitbild der dreifachen Innenentwicklung nimmt dabei flächensparendes Bauen, ausreichende Grünversorgung und Verkehrsvermeidung gleichermaßen in den Blick, um dem Anspruch an eine zukunftsfähige, ökologisch intakte und klimaresiliente Stadtentwicklung gerecht zu werden.

Um den zunehmenden Flächennutzungskonkurrenzen gerade in einem dicht besiedelten Land wie Deutschland gerecht zu werden, bedarf es einer sorgfältigen planerischen Konfliktbewältigung. Der Bund stellt den Ländern und Kommunen mit dem Raumordnungsgesetz, dem Baugesetzbuch und dem Bundesnaturschutzgesetz ein umfassendes rechtliches Instrumentarium zur Steuerung der Flächeninanspruchnahme zur Verfügung. Das Baugesetzbuch verpflichtet die Kommunen als Träger der Bauleitplanung zum sparsamen und schonenden Umgang mit Grund und Boden und zur Begrenzung der Bodenversiegelung auf das notwendige Maß. Nach dem Bundesnaturschutzgesetz sind Eingriffe in Natur und Landschaft soweit wie möglich zu vermeiden.

Seit 2017 sieht das Raumordnungsgesetz (ROG) des Bundes einen Grundsatz der Raumordnung zu Vorgaben für quantifizierte Flächensparziele vor. Zudem gilt seit September 2023 der gesetzliche Grundsatz der Raumordnung, dass die Brachflächenentwicklung einer neuen Flächeninanspruchnahme nach Möglichkeit vorgezogen werden soll. Diese Grundsätze sind auf den nachgelagerten Ebenen gemäß § 4 ROG zu berücksichtigen, wovon die Länder Gebrauch machen. Im Rahmen der Deutschen Nachhaltigkeitsstrategie werden die Flächensparziele der Bundesregierung in einem breiten Dialog aller Akteure bilanziert und fortentwickelt.“, Zitat Ende

https://www.bundesumweltministerium.de/themen/nachhaltigkeit/strategie-und-umsetzung/reduzierung-des-flaechenverbrauchs

https://www.bundesregierung.de/breg-de/service/archiv/nachhaltigkeitspolitik/deutsche-nachhaltigkeitsstrategie-318846#:~:text=Nachhaltigkeit%20bedeutet:%20Nur%20so%20viel,Wirtschaft%20und%20Gesellschaft%20antworten%20wollen.

https://www.bundesregierung.de/resource/blob/975274/1873516/9d73d857a3f7f0f8df5ac1b4c349fa07/2021-03-10-dns-2021-finale-langfassung-barrierefrei-data.pdf?download=1

https://www.bundesregierung.de/resource/blob/2277952/1875184/583beac2346ebc82eb83e80249c7911d/Deutsche_Nachhaltigkeitsstrategie_2021_Kurzfassung_bf_neu_17-05-2021.pdf?download=1

https://www.bundesumweltministerium.de/themen/nachhaltigkeit/strategie-und-umsetzung/nachhaltigkeitsstrategie

Das ergibt im Jahr einen Flächenverbrauch im Umfang von 18.615,00 ha. Im Vergleich dazu hat die Stadt Wanzleben-Börde eine Fläche von 18.150,00 ha = 181,50 km².

https://www.destatis.de/DE/Themen/Laender-Regionen/Regionales/Gemeindeverzeichnis/Administrativ/05-staedte.html

Das Statistische Bundesamt kommt auf die gleichen besorgniserregenden Feststellungen.

https://www.destatis.de/DE/Themen/Branchen-Unternehmen/Landwirtschaft-Forstwirtschaft-Fischerei/Flaechennutzung/Methoden/anstieg-suv.htm

https://www.destatis.de/DE/Themen/Branchen-Unternehmen/Landwirtschaft-Forstwirtschaft-Fischerei/Flaechennutzung/_inhalt.html

https://www.destatis.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/2025/08/PD25_286_412.html

https://www.destatis.de/DE/Themen/Branchen-Unternehmen/Landwirtschaft-Forstwirtschaft-Fischerei/Flaechennutzung/Methoden/anstieg-suv.pdf?__blob=publicationFile&v=27

https://www.bundesumweltministerium.de/themen/nachhaltigkeit/strategie-und-umsetzung/nachhaltigkeitsstrategie

Daher sind alle neuen Flächenverbräuche in unverbauten Teilen von Umwelt, Natur und Landschaften endlich zu unterlassen und stattdessen Rückbau- und Flächenentsiegelungsmaßnahmen anzugehen.

Darüber hinaus ist dringend eine Umstellung der Energieumwandlung erforderlich. Dazu gehört die Abwendung von fossilen und atomaren Energiequellen. Nur so ist das alternativlose Erreichen der Klimaziele und die Umsetzung der Lehren aus Katastrophen der Nutzung von Kernenergie wie in Harrisburg, Tschernobyl und Fukushima möglich.
Alternativ sieht der Arbeitskreis Hallesche Auenwälder zu Halle (Saale) e.V. – AHA – die Einbeziehung von Dächern und Fassaden auf bzw. an Wohngebieten und auf bzw. an gewerblich genutzten Gebäuden zur Nutzung der Sonnenenergie sowie die Errichtung ortsgebundener, dezentraler Windkraftanlagen.

II. Zu den Verfahrensunterlagen – Erläuterungsbericht

Das fortgesetzte Handeln in Richtung Nutzung erneuerbarer Energieformen in Form von großen zentralen Anlagen führt nicht nur an dem Standort selbst, sondern bei der Verteilung in der großräumigen Fläche zu massiven Eingriffen in Landschafts- und Naturräumen sowie Beeinträchtigungen von ökologisch, landschaftlich und historisch geprägten Räumen. Davon ist bei allen drei erwähnten Trassenverlaufvarianten auszugehen.
In dem Zusammenhang ist mit zahlreichen Vogelzugtrassen sowie Jagdräumen von Fledermäusen, Greifvögeln und Eulen zu rechnen. Eine Tatsache, welche sich über Jahrtausende herausgeprägt hat und bestimmend ist. Zudem behindern derartige Trassen die Bildung von Wäldern und anderweitiger Gehölzflächen und -streifen, was somit einen negativen Einfluss auf den Schutz und Erhalt bestehender sowie Wiederherstellung von vielfältigen Agrarlandschaften sowie Biotop- und Verbundräumen hat.
Im konkreten Fall sind laut Angaben unter Punkt „4.3.3.2. Auswahl prüfrelevanter Natura 2000-Gebieteinsgesamt“ sieben Natura-2000 Gebiete, davon vier FFH-Gebiete, drei SPA-Gebiete in Gefahr sind. Ferner ist mit dem ca. 90,00 ha großen Naturschutzgebiet „Hackpfüffler See“ im Landkreis Mansfeld-Südharz mindestens ein Naturschutzgebiet im Bestand bedroht.

https://lvwa.sachsen-anhalt.de/das-lvwa/landwirtschaft-umwelt/naturschutz-landschaftspflege-bildung-fuer-nachhaltige-entwicklung/naturschutzgebiete-in-sachsen-anhalt/hackpfueffler-see

Diese Schutzgebiete dienen als Lebens- und Rückzugsräume besonders wertvoller Tier- und Pflanzenarten und haben daher einen entsprechenden Schutzstatus. Jegliche Eingriffe sind hier auszuschließen. Zudem gilt es diese Schutzgebiete verstärkt über Biotop- und Grünverbundräume miteinander sowie darüber hinaus zu vernetzen. Das angedachte Bauvorhaben bedroht die genannten Schutzgebiete sowie die potentiellen sowie bestehenden Biotop- und Grünverbünde, wozu neben den Agrarräumen auch flächendeckend mit der Goldenen Aue massiv die Auen von Helme, Zorge, Thyra, Leine etc. betroffen sind.
Ferner ist vorgesehen wertvollen Boden in Anspruch zu nehmen. Diese Baumaßnahmen entziehen laut Punkt „2.2. Beschreibung der Freileitung / (vorhabens-)konkrete technische Angaben“, auf einer Mindestlänge des Trassenkorridors im Umfang von ca. 71,00 km weitere Bodenflächen zum Beispiel für die Aufstellung der Masten. Laut Punkt 4.1 Technische Angaben sind dabei folgende Daten alleine dafür zu Grunde zu legen:
Mindestlänge des Trassenkorridors: ca. 71,00 km; Mastabstände laut Punkt „2.2.2.1. Donau-Mastbild“, zwischen 350,00 und 450,00 m; Versiegelung durch die Fundamentköpfe beträgt laut Punkt „2.2.1. Gründungen / Fundamente“ pro Maststandort ca. 4,00 m² bis 8,00 m² ca. 71,00 km = 71.000,00 m : 450,00 m = 157,77 Masten, rund 158,00 Masten 71.000,00 m : 350,00 m = 202,85 Masten, rund 203,00 Masten

Versiegelung pro Maststandort ca. 4,00 m² bis 8,00 m²

203,00 Masten x 4,00 m²/Mast = 1.624,00 m²
203,00 Masten x 8,00 m²/Mast = 1.624,00 m²

158,00 Masten x 4,00 m²/Mast = 632,00 m²
158,00 Masten x 8,00 m²/Mast = 1.264,00 m²

Zudem ist mindestens während der Bauphase mit Zuwegungen zu rechnen. Ebenfalls schließen sich Stromtrasse und ungehindertes Gehölzwachstum sowie naturnahere Entwicklungen aus. Laut Punkt „2.2.2.1. Donau-Mastbild“ ist von einer „Schutzstreifenbreite von ca. 72 m“ auszugehen. Das bedeutet, dass bei ca. 71,00 km = 71.000 m Trassenlänge x 72,00 m = 5.112.000 m = 511,20 ha = 5,112 km² Fläche einer naturnaheren Entwicklung komplett entzogen sind.
Somit ist von dauerhaften und vielfältigen Beeinträchtigungen in Natur und Landschaften auszugehen.

Außerdem ist mit massiven Energieverlusten zu rechnen, was sich u.a. nach der jeweiligen Auslastung der Stromleitungen richtet. Damit gekoppelt verliert eine Nutzung und Verteilung von auf der Basis erneuerbarer Energien erzeugtem Strom jeglichen nachhaltigen Charakter.
Dazu gehören zudem die Belastungen durch elektrische und magnetische Felder.
Laut Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) gilt es bezüglich der Belastungsgefahr für Umwelt, Mensch und Natur zu beachten, Zitat: „Längere Hochspannungs-Gleichstromleitungen sind in Deutschland erst in der Planung. Messwerte aus der Umgebung der Leitungen liegen noch nicht vor.“, Zitat Ende

https://www.bfs.de/DE/themen/emf/netzausbau/basiswissen/feldbelastungen/feldbelastungen_node.html

Ferner sind folgende Aspekte zu berücksichtigen:

https://www.bfs.de/DE/themen/emf/netzausbau/schutz/grenzwerte/grenzwerte.html;jsessionid=1141F2A62AB1307BBE3C5FFB2C0B3D07.1_cid365

http://doris.bfs.de/jspui/handle/urn:nbn:de:0221-201011153619

https://www.energie-lexikon.info/hochspannungsleitung.html

Daher sind die Hinwendung, Nutzung und Förderung von Möglichkeiten dezentraler und zumeist ortsgebundener Anlagen zur Nutzung erneuerbarer Energien unerlässlich.

III. Schlussbemerkungen

Die gegenwärtige politische Situation in Europa hat zum wiederholten Male zur Beeinträchtigung der mühsam erarbeiteten Nachkriegsordnung nach Beendigung des Zweiten Weltkrieges im Jahr 1945 geführt. Einhergehend mit der momentanen katastrophalen Friedens- und Energiepolitik nimmt man weiterhin verstärkte Eingriffe und Folgen für Umwelt, Natur und Landschaft in Kauf. Dazu zählen bauliche Eingriffe mit Folgen für Mensch, Fauna, Flora, Funga, Hydrologie und Klima.

Der Arbeitskreis Hallesche Auenwälder zu Halle (Saale) e.V. – AHA – betrachtet u.a. aus obengenannten Gründen diese Entwicklung und somit das angedachte Vorhaben sehr kritisch und sieht sie im Widerspruch zu einer notwendigen lebenserhaltenden, ökologischen, friedlichen und sozialen Entwicklung auf unserer Erde, welche nach gegenwärtigem Erkenntnisstand, als einziger Planet die Bedingungen für Leben aufweist und somit eines besonderen Schutzes bedarf. „, Zitat Ende

Bei einer Betrachtung der Profiterwartung zahlreicher Unternehmen erschließt sich der Druck auf Politik und Verwaltungen derartige Einrichtungen zu errichten.
So sei folgende Angaben zitiert:

Der Offshore-Plattform-Elektrifizierungssektor, der im Jahr 2025 mit einem anfänglichen Wert von USD 0,9 Millionen (ca. 0,83 Millionen €) bewertet wird, steht vor einer erheblichen Expansion und prognostiziert eine durchschnittliche jährliche Wachstumsrate (CAGR) von 9,9 % bis 2034.“, Zitat Ende

https://www.datainsightsreports.com/de/reports/elektrifizierung-von-offshore-plattformen-444548?tab=summary

Hier lässt sich ableiten, woher der eigentliche Druck entsteht, um Offshore-Plattformen zu errichten.
Daher lehnt der Arbeitskreis Hallesche Auenwälder zu Halle (Saale) e.V. – AHA – die Errichtung derartiger Anlagen strikt ab.

Andreas Liste
Vorsitzender

Halle (Saale), den 28.06.2026