Die Bürgerinitiative „Zerbst blüht auf“ und der Arbeitskreis Hallesche Auenwälder zu Halle (Saale) e.V. – AHA – führten am Samstag, den 02.05.2026 folgende gemeinsame Fahrradexkursion auf den Spuren des Bibers durch:

Samstag, den 02.05., um 10.00 Uhr
Gemeinsame Fahrradexkursion zum Rathsbruch
mit der Zerbst blüht auf e.V. zur Erläuterung seiner Wiedervernässung. Weiterer
Verlauf zum Kupferhammer Thießen, zum NSG „Buchholz“ und durch die Rosselaue bis zum Bahnhof Roßlau
Treffpunkt: Bahnhof Zerbst
Dauer: ca. 6 Stunden

Dabei ist ein sehr wichtiges Thema der Fahrradexkursion der heimische Biber und die Natur, in der er lebt. 

Unweit von Zerbst im Bereich der Mittleren Elbe, befand sich um die Mitte des vergangenen Jahrhunderts das letzte mitteleuropäische Bibervorkommen. Im Jahr 1945 gab es nur noch 150 bis 200 Tiere dieser Art, die in ihrem angestammten Lebensraum. Die Elbe, einer der letzten naturnahen Flüsse Mitteleuropas, bot als Flusslandschaft mit ihren Alt-Armen und Nebengewässern ein Rückzugsgebiet für die Elbebiber und sicherte so das Überleben dieser Art. Möglich war das nur durch das Engagement von Naturschützern:innen und den konsequenten Schutz der Art und ihrer Lebensräume. Inzwischen ist der Biber wieder an vielen Nebenflüssen der Elbe heimisch, so auch an Nuthe und Rossel. 

Start der Fahrradexkursion ist Zerbst die Route führt zuerst entlang der Boner Nuthe zum heute entwässerten Niedermoor im Rathsbruch. Dort finden die Biber einen optimalen Lebensraum vor, insbesondere da es Planungen für eine Wiedervernässung des Moores gibt. Im Anschluss an den Rathsbruch wechselt die Fahrradexkursion zu einem weiteren Nebenfluss der Elbe, der 25,00 km langen Rossel.

https://www.fgg-elbe.de/files/Download-Archive/Fachberichte/Allgemein/Fliessgw2015.pdf

Hier befindet sich das 40,24 ha große Naturschutzgebiet „Buchholz“.

https://lvwa.sachsen-anhalt.de/das-lvwa/landwirtschaft-umwelt/naturschutz-landschaftspflege-bildung-fuer-nachhaltige-entwicklung/naturschutzgebiete-in-sachsen-anhalt/buchholz

Auch die Rossel bietet dem Biber einen guten Lebensraum. Das Naturschutzgebiet „Buchholz“ ist ebenfalls ein mooriger Standort und geprägt durch Seggen-Erlen-Bruchwald. Eine weitere Besonderheit ist hier ein regelmäßiges Brutvorkommen der Gebirgsstelze. Außerdem steht ein kleiner Abstecher zum Kupferhammer in Thießen auf dem Programm. Wahrscheinlich vor 1600 errichtet, ist das Hammerwerk ein interessantes technisches Denkmal, welches bis in die 60iger Jahre des vergangenen Jahrhunderts in Betrieb war. 

Die Strecke war insgesamt etwa 34,00 Kilometer lang. Treffpunkt war am Samstag, den 02. Mai 2026 um 10:00 Uhr der Zerbster Bahnhof, die Fahrradexkursion endete am späten Nachmittag am Bahnhof in Roßlau und dauerte ca. 7,00 Stunden. Eine Teilnahme war kostenfrei und ohne Anmeldung möglich.

Die ca. 39,00 km lange Nuthe mit ihren drei Hauptquellflüssen, ihren Nebengewässern, Auen und angrenzenden Natur- und Landschaftsräumen sowie einem Einzugsgebiet von 566,00 km² bildet einen schützenswerten und schutzbedürftigen Teil von Umwelt, Natur und Landschaft in den Städten Zerbst (Anhalt) und Coswig (Anhalt), welche zu den sachsen-anhaltinischen Landkreisen Anhalt-Bitterfeld und Wittenberg gehören.

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Zudem bildet die gesamte Nutheaue einen sehr bedeutsamen Biotop- und Grünverbundraum zwischen der Elbe und ihrer Aue sowie dem Hohen Fläming.

Im direkten Stadtgebiet von Zerbst prägen insbesondere die Boner Nuthe, die Stadtnuthe, Schützenhausnuthe und die Werder-Nuthe das vielfältige System der Nuthe und ihrer Nebengewässer. Ab Hamathen im Stadtgebiet von Zerbst (Anhalt) fasst sich das Nuthesystem mit Einmündung der Werder-Nuthe als Hauptnuthe zusammen, welche nordwestlich des ca. ca. 46,00 ha großen Naturschutzgebietes „Dornburger Mosaik“ in die Elbe mündet.

https://lvwa.sachsen-anhalt.de/das-lvwa/landwirtschaft-umwelt/naturschutz-landschaftspflege-bildung-fuer-nachhaltige-entwicklung/naturschutzgebiete-in-sachsen-anhalt/dornburger-mosaik

Das ca. 46,00 ha große Naturschutzgebiet „Dornburger Mosaik“ ist Bestandteil des 43.000,00 ha großen Landschaftsschutzgebietes „Mittlere Elbe“ und des 4.205,00 ha großen Landschaftsschutzgebietes „Mittlere Elbe-Steckby“ sowie des ca. 6.598,00 ha großen FFH-GEBIETES “ELBAUE ZWISCHEN SAALEMÜNDUNG UND MAGDEBURG“(EU-CODE: DE 3936-301, LANDESCODE: FFH0050) .

https://lau.sachsen-anhalt.de/fachthemen/naturschutz/schutzgebiete-nach-landesrecht/landschaftsschutzgebiet-lsg/lsg23-lsg51

https://lau.sachsen-anhalt.de/fachthemen/naturschutz/schutzgebiete-nach-landesrecht/landschaftsschutzgebiet-lsg/lsg102

https://www.natura2000-lsa.de/schutzgebiete/natura2000-gebiete/elbaue-zwischen-saalemuendung-und-magdeburg-.html

https://www.bfn.de/natura-2000-gebiet/elbaue-zwischen-saalemuendung-und-magdeburg

Der Landschafts- und Naturraum zwischen Aufteilung Boner Nuthe und Schützenhaus – Nuthe sowie Rathsbruch ist durch eine vielfältige Natur und Landschaft geprägt. Dazu gehören Fließ- und Standgewässer, moorige Wiesen, intensivere Agrarflächen, Obstalleen sowie Wald- und Hochstaudengebiete. Diese Vielfalt an Struktur bildet die Basis für Lebens- und Rückzugsräume für zahlreiche Tier-, Pflanzen- und Pilzarten, welche sich u.a. in Bauten des Bibers, Beobachtungen von Graugänsen, Haubentauchern, Teichrohrsängern, Rotmilanen, Nachtigallen etc. manifestieren.
Eine weitere Aufwertung kann der Gesamtraum durch flächendeckende Wiedervernässung erfahren, welche die Arten- und Strukturvielfalt sowie das Wasserrückhaltevermögen erhöhen. Mit dem Rückhaltebecken Bone besteht eine intensivere Form der Wasserrückhaltung, was sich einerseits als umfassender Lebens- und Rückzugsraum für zahlreiche Tier-, Pflanzen- und Pilzarten, aber auch als Verdunstungsraum manifestiert.
Problematisch in dem Gesamtraum ist die nunmehrige Existenz eines umfassenden Solarfeldes im Gebiet zwischen der Kernstadt Zerbst, dem Stadtteil Pulspforde und der Boner Nuthe zu sehen. Diese Anlage kommt einer Fastversiegelung von Boden gleich, verhindert die Nutzung durch Bodenbrüter, fällt als Jagdgebiet für Greifvögel aus und schränkt die botanische Entwicklung ein. Abgesehen davon stören die Bauten das gesamte Landschaftsbild. Anstatt die Anbringung auf bestehenden Bauten voranzutreiben und zu befördern, verbaut man immer mehr Agrarflächen und offene Landschaften. Eine Entwicklung, welche nicht nachhaltig und zukunftsfähig ist und daher zu stoppen gilt. Ebenso ist über Rückbau solcher umwelt-, natur- und landschaftsschädigender Bauten anzugehen.

Ein besonders schützenswerten Teil des Gesamtgebietes, welches von Neuen Graben und Boner Nuthe durchflossen ist, bildet der zu den Städten Zerbst (Anhalt) und Coswig (Anhalt) sowie zu den sachsen-anhaltinischen Landkreisen Anhalt-Bitterfeld und Wittenberg gehörige Rathsbruch. Kernstück bildet das bereits am 30.03.1961 angeordnete, 11,69 ha große Naturschutzgebiet „Rathsbruch“

https://lvwa.sachsen-anhalt.de/das-lvwa/landwirtschaft-umwelt/naturschutz-landschaftspflege-bildung-fuer-nachhaltige-entwicklung/naturschutzgebiete-in-sachsen-anhalt/rathsbruch

https://lvwa.sachsen-anhalt.de/fileadmin/Bibliothek/Politik_und_Verwaltung/LVWA/LVwA/Bilder/Landw_Umwelt/407/naturschutzgebiete/verordnungen/verordnung61.pdf

https://lvwa.sachsen-anhalt.de/fileadmin/Bibliothek/Politik_und_Verwaltung/LVWA/LVwA/Bilder/Landw_Umwelt/407/naturschutzgebiete/ansichten_karten/karten/rathsbruch.pdf

Das Naturschutzgebiet „Rathsbruch“ ist eingebettet in das „mit einer Gesamtgröße von ca. 820,00 ha und linienhaften Teilen mit einer Gesamtlänge von ca. 44,00 km“ nach der europäischen Fauna-Flora-Habitat (FFH) ausgewiesene Schutzgebiet Obere Nuthe-Läufe (FFH0059) sowie des 9.816,4534 ha großen Landschaftsschutzgebietes „Westfläming“ und des 5.228,73 ha großen Landschaftsschutzgebietes „Zerbster Nuthetäler“

https://www.natura2000-lsa.de/front_content.php?idart=129&idcat=33&lang=1

https://www.natura2000-lsa.de/upload/2_natura_2000/LVO/Pdf/FFH0059.pdf

https://www.bfn.de/natura-2000-gebiet/obere-nuthe-laeufe

https://lau.sachsen-anhalt.de/naturschutz/schutzgebiete-nach-landesrecht/landschaftsschutzgebiet-lsg/lsg68

https://lau.sachsen-anhalt.de/fileadmin/Bibliothek/Politik_und_Verwaltung/MLU/LAU/Naturschutz/Schutzgebiete/LSG/Dateien/TK/tk_lsg68.pdf

https://lau.sachsen-anhalt.de/naturschutz/schutzgebiete-nach-landesrecht/landschaftsschutzgebiet-lsg/lsg77

https://lau.sachsen-anhalt.de/fileadmin/Bibliothek/Politik_und_Verwaltung/MLU/LAU/Naturschutz/Schutzgebiete/LSG/Dateien/TK/tk_lsg77.pdf

Einen der bedeutsamsten Teile dieses Gebietes der Nutheaue bildet der hauptsächlich von Fließ- und Standgewässern, Auen- und Bruchwäldern, Wiesen und Moorlandschaften geprägte Rathsbruch.
Die Auen-, Bruch- und Moorlandschaft Rathsbruch stellt bereits im gegenwärtigen Zustand ein arten- und strukturreichen Natur- und Landschaftsbestandteil dar. Dabei waren in der Vergangenheit u.a. einen Eisvogel und Tagpfauenaugen bei der Bestäubung von Wasserdost zu beobachten. Zudem existieren von Bibern angelegte Altdämme in der Boner Nuthe und im Rathsbruch, welche schon einen deutlich Eindruck für eine künftige wiedervernässte Moorfläche vermitteln. Im Kerngebiet des Naturschutzgebietes „Rathsbruch“ befindliche Waldgebiete, welche eine Mischung aus Auen- und Bruchwald darstellen. Hauptgehölzarten sind u.a. Gemeine Esche, Schwarzerle, Spitz- und Bergahorn, Frühblühende Traubenkirsche, Gemeine Hasel und Flatterulme, tragen zur Bereicherung des Gesamtnatur- und landschaftsraumes bei. In angrenzenden Gebieten kommen zum Beispiel noch Stieleiche, Grauerle, Zitterpappel, Spätblühende Traubenkirsche, Faulbaum und Kreuzdorn hinzu. Die Wiesen- und Gewässerrandbereiche sind u.a. von Blutweiderich, Wasserdost, Schwertlilien, Gänsefingerkraut, Kohldistel, Simsenarten und Sumpfziest geprägt. Auf einigen Teilen der Wiesen sind Sukzessionen der Schwarzerle erkennbar. Positiv auffällig ist die naturnahere Entwicklung der Wiesen.
Insbesondere im Gebiet nördlich des Neuen Gräben sind mit Zutun der Biber aufgestaute Feucht- und Moorgebiete entstanden, welche in Folge der bisher besseren Niederschlagssituation im Jahr 2024 gut mit Wasser gefüllt sind.
Diese Feucht- und Moorgebiete vermittelten einen Grobüberblick wie einer Wiedervernässung des Gesamtgebietes Rathsbruch mit den Kerngebieten um Boner Nuthe und Neuen Graben aussehen kann.
Jedoch zeigte das Gesamtgebiet und der Umfeld erste, unübersehbare Austrocknungserscheinungen auf Grund ausbleibender Niederschläge sowie windbedingter Verdunstungen und Austrocknungen.
Im Rahmen dieser Exkursion verschafften sich die Exkursionsteilnehmenden einen Überblick zum gegenwärtigen Zustand des arten- und strukturreichen Natur- und Landschaftsbestandteiles. Dabei nahmen sie einen von Bibern angelegten Altdamm in der Boner Nuthe in Augenschein. Erfreulich festzustellen waren ferner u.a. die im Kerngebiet des Naturschutzgebietes „Rathsbruch“ befindlichen Waldgebiete, welche eine Mischung aus Auen- und Bruchwald darstellen. Hauptgehölzarten sind u.a. Gemeine Esche, Schwarzerle, Spitz- und Bergahorn, Frühblühende Traubenkirsche, Gemeine Hasel und Flatterulme. In angrenzenden Gebieten kommen zum Beispiel noch Stieleiche, Grauerle, Zitterpappel, Spätblühende Traubenkirsche, Faulbaum und Kreuzdorn hinzu. Die Wiesen- und Gewässerrandbereiche sind u.a. von Blutweiderich, Wasserdost, Schwertlilien, Gänsefingerkraut, Kohldistel, Simsenarten und Sumpfziest geprägt. Auf einigen Teilen der Wiesen sind Sukzessionen der Schwarzerle erkennbar. Positiv auffällig ist die naturnahere Entwicklung der Wiesen.
Insbesondere im Gebiet nördlich des Neuen Gräben sind mit Zutun der Biber aufgestaute Feucht- und Moorgebiete entstanden, welche in Folge der bisher besseren Niederschlagssituation in den Jahren 2024 bis 2026 gut mit Wasser gefüllt sind.
Diese Feucht- und Moorgebiete vermittelten einen Grobüberblick wie einer Wiedervernässung des Gesamtgebietes Rathsbruch mit den Kerngebieten um Boner Nuthe und Neuen Graben aussehen kann.
Jedoch zeigte das Gesamtgebiet und der Umfeld erste, unübersehbare Austrocknungserscheinungen auf Grund ausbleibender Niederschläge sowie windbedingter Verdunstungen und Austrocknungen.
Die Exkursionsteilnehmer waren sich grundsätzlich einig, dass der Zerbst blüht auf e.V. und der Arbeitskreis Hallesche Auenwälder zu Halle (Saale) e.V. – AHA – ihre Zusammenarbeit im Rahmen ihrer ehrenamtlichen und gemeinnützigen Möglichkeiten aufbauen und vertiefen sollten, um eben ein nachhaltiges Engagement zum Schutz, zum Erhalt und zur Entwicklung der Nutheaue im Allgemeinen und des Rathsbruches im Speziellen entwickeln und entfalten zu können.

Im Anschluss daran führte Weg der Fahrradexkursion im Stadtgebiet von Coswig (Anhalt) über Ragösen nach Thießen in der Flusslandschaft der 25,00 km langen Rossel mit einem Einzugsgebiet im Umfang von 194,00 km².

https://www.fgg-elbe.de/files/Download-Archive/Fachberichte/Allgemein/Fliessgw2015.pdf

Beispielsweise in Thießen an dem Kupferhammer und in Dessau-Roßlau im Bereich der Buchholzmühle zeigen sich mehr minder fehlende Durchgängigkeit. Da helfen Fischtreppen – wie in Thießen- und Schwellen im Bereich der Buchholzmühle, verhältnismäßig wenig.
Es gilt eher der nach Naturnähe und Mäandrierung strebenden Rossel entsprechende Räume zurückzugeben. Das ist auch im Sinn der RICHTLINIE 2000/60/EG DES EUROPÄISCHEN PARLAMENTS UND DES RATES vom 23. Oktober 2000 zur Schaffung eines Ordnungsrahmens für Maßnahmen der Gemeinschaft im Bereich der Wasserpolitik und hier insbesondere der Artikel 1, 2, 4 und 5.

https://eur-lex.europa.eu/legal-content/DE/TXT/PDF/?uri=CELEX:02000L0060-20141120&from=DE

https://eur-lex.europa.eu/resource.html?uri=cellar:5c835afb-2ec6-4577-bdf8-756d3d694eeb.0003.02/DOC_1&format=PDF

Große Teile des Rosseltales ist in das FFH-GEBIET “ROSSEL, BUCHHOLZ UND STREETZER BUSCH NÖRDLICH ROẞLAU“ (EU-CODE: DE 4039-301, LANDESCODE: FFH0062) eingebunden. Laut § 1 Absatz 2 der ANLAGE NR. 3.73 GEBIETSBEZOGENE ANLAGE FÜR DAS FFH-GEBIET “ROSSEL, BUCHHOLZ UND STREETZER BUSCH NÖRDLICH ROẞLAU“ (EU-CODE: DE 4039-301, LANDESCODE: FFH0062) definiert sich der Geltungsbereich folgendermaßen, Zitat: „Das Gebiet besteht aus 4 Teilflächen mit einer Gesamtgröße von ca. 203 ha und linienhaften Teilen mit einer Gesamtlänge von ca. 21 km.“, Zitat Ende.

https://www.natura2000-lsa.de/schutzgebiete/natura2000-gebiete/rossel-buchholz-und-streetzer-busch-noerdlich-rosslau-.html

https://www.bfn.de/natura-2000-gebiet/rossel-buchholz-und-streetzer-busch-noerdlich-rosslau

Im Gebiet der Fahrradexkursion ist darin das 40,24 ha große Naturschutzgebiet „Buchholz“ enthalten. Das arten- und strukturreiche Waldgebiet, welches u.a. aus Stiel- und Traubeneichen, Rot- und Weißbuchen, Frühblühender Traubenkirsche, Buschwindröschen etc. geprägt ist, wies zum Zeitpunkt der Fahrradexkursion ein älteres und jüngeres sukzessives Entwicklungspotential auf, wozu die obengenannten Gehölzarten gehören. Der unmittelbare Einzugsbereich der Rossel ist feuchter geprägt und lässt sich als Mischung von Auen- und Bruchwald definieren. Eine forstwirtschaftliche Nutzung, Neubau und Befestigung von Wegen etc. gilt es für immer auszuschließen.

https://www.natura2000-lsa.de/schutzgebiete/naturschutzgebiete/buchholz.html

https://lvwa.sachsen-anhalt.de/das-lvwa/landwirtschaft-umwelt/naturschutz-landschaftspflege-bildung-fuer-nachhaltige-entwicklung/naturschutzgebiete-in-sachsen-anhalt/buchholz

Wie bereits die Boner Nuthe ist ebenfalls die Rossel von massiver Verockerung gekennzeichnet.
Das zunehmende und sich flächendeckend immer mehr bedrohlich entwickelnde Problem der Verockerung ist zu mindestens europaweit erkannt, aber es gibt bisher noch keine belastbaren und nachhaltigen wissenschaftlichen Lösungen im Umgang mit dem durch verschiedenes menschlich verursachten Problems.

https://dserver.bundestag.de/btd/18/048/1804880.pdf

https://www.bmuv.de/fileadmin/Daten_BMU/Pools/Forschungsdatenbank/fkz_3717_24_2280_renaturierung_fliessgewaesser_bf.pdf

https://www.umweltbundesamt.de/sites/default/files/medien/378/publikationen/texte_43_2014_strategien_zur_optimierung_von_fliessgewaesser-renaturierung_0.pdf

https://www.lfu.bayern.de/wasser/gewaessernachbarschaften/themen/feinmaterialeintrag/doc/arbeitshilfe_feinmaterial.pdf

https://www.igb-berlin.de/news/gewaesser-richtig-renaturieren

https://www.hb.fh-muenster.de/opus4/frontdoor/deliver/index/docId/15293/file/Tophoff.pdf

https://www.bayklif.de/wp-content/uploads/downloads/Piatka-et-al-2022_DWA.pdf

https://www.uan.de/fileadmin/UAN/Dokumente/Service/Publikation_Downloads/2019-09-10_Sammelmappe_GU.pdf

https://umweltanwendungen.schleswig-holstein.de/Natura2000/pdf/mplan_inet/1219-391/tgschafflundmuehle/1219-391Mplan_TGSchafflundMuehle_Ockerproblematik_Text.pdf

https://www.salmonidenfreund.de/media/54631-Ocker/LT2006%20-%20Ocker%20-%20klein.pdf

https://www.wasserblick.net/servlet/is/156278/E01_A0_RegenerationFliessgewaesser.pdf?command=downloadContent&filename=E01_A0_RegenerationFliessgewaesser.pdf

https://eur-lex.europa.eu/legal-content/DE/TXT/PDF/?uri=CELEX:02000L0060-20141120&from=DE

https://www.lmbv.de/wp-content/uploads/2023/07/Broschuere-EHS_20230720_Web.pdf

https://www.lmbv.de/wp-content/uploads/2021/04/LMBV-Loesungen-fuer-die-Spree-Nordraum-2020.pdf

Dabei gilt es als gesichert, dass im Rahmen der Oxidation von Eisen bei Kontakt zu Wasser zu Eisenhydroxid kommt es zu einer umfassenden Sauerstoffzehrung und Versauerung durch Abgabe eines Protons. Darüber hinaus sorgen Bakterien beim Abbau von Eisensulfid, auch als Pyrit bekannt, zum weiteren Sauerstoffabbau und Bildung von Schwefelsäure. Neben dem fehlenden Sauerstoff im Gewässer beeinträchtigen geringer Lichteintrag und Verklebungen den Wasserpflanzenbestand, was wiederum zu einer Erschwerung der Laichmöglichkeiten für Fische beitragen könnte. Bei Auftreten von Sauerstoffmangel besteht die Möglichkeit, dass durch Reduktionen des Eisenhydroxids, die Mikroorganismen sich Sauerstoff zum Leben abspalten, das reduzierte Eisen, wenn es in die Kiemen der Fische gelangt zur Erstickung der Tiere führen kann. Darüber hinaus besteht mit der Versauerung der Böden die vermehrte Gefahr der Freisetzung von Schwermetallen.
Auf Grund der bedrohlichen und flächendeckenden Verockerung ganzer Fließgewässersysteme ist es dringend geboten bestehende wissenschaftliche Erkenntnisse zusammenzutragen und neue Forschungsaufträge an die Universitäten, Akademien, Hochschulen und Fachhochschulen Mitteldeutschlands zu vergeben.
Im Abschnitt der Rossel zwischen Wasserburg und Oberluch erachtet es der Arbeitskreis Hallesche Auenwälder zu Halle (Saale) e.V. – AHA – für wichtig die Bestrebungen der Rossel zu befördern, Mäandrierungen zu entwickeln, welche den deutlich wasserbaulich begradigten Charakter des Fließgewässers aufhebt, zu einem strukturell vielfältigen Fließgewässer und einem Stopp der weiteren Eintiefung des Flussbettes beiträgt. Mit Skepsis nimmt der Arbeitskreis Hallesche Auenwälder zu Halle (Saale) e.V. – AHA – den Nutzen des Schöpfwerkes Roßlau auf. Nach seiner Auffassung ist eher die Beseitigung der Hauptursachen für vermehrtes Hochwasser wie u.a. Flächenversiegelung sowie das Fehlen einer nachhaltigen Forst- und Landwirtschaft anzugehen. Ebenso sind umfassende Reserven bei Deichrückverlegungen vorhanden. Die Deichrückverlegungsmaßnahme im Oberluch gehört eindeutig zu den Schritten in die richtige Richtung.

Die letzte Station der Fahrradexkursion bildete der Mündungsbereich der Rossel in die Elbe im Stadtgebiet von Dessau-Roßlau, Stadtteil Roßlau. Hier gilt es nach fortgesetzter Auffassung des Arbeitskreises Hallesche Auenwälder zu Halle (Saale) e.V. – AHA – den entwickelten naturnaheren Charakter des Gebietes mit seiner ausgeprägten Weichholzaue, nitrophilen Staudenflächen und vereinzelten Hartholzaue unbedingt zu erhalten. Die voranschreitende Sukzession führt zur Entstehung eines arten- und strukturreichen Auenwaldes, welcher vielen Tier- und Pflanzen Lebens- und Rückzugsraum sowie dem Hochwasser von Elbe und Rossel Ausbreitungsraum bieten kann. Jedoch ist es dringend geboten, die Kopfweiden am Nordrand des Gebietet zu schneiden, um sie erhalten zu können.

Zusammengefasst ist anzumerken, dass der Raum der Fahrradexkursion durch die Einzugsgebiete von Nuthe und Rossel von umfassenden Arten- und Strukturreichtum geprägt ist. Dazu gehört insbesondere, dass der Biber fester Bestandteil dieses Natur- und Landschaftsraumes ist. Einzelne nationale und internationale Schutzgebiete unterstreichen nicht nur das Schutzbedürftigkeit, sondern auch die Schutzwürdigkeit.
Es gilt jedoch verstärkt alle Aktivitäten auf mehr Naturnähe der Fließgewässer, verstärkte Wiedervernässung des Landschafts- und Naturraumes anzugehen sowie den Biotop- und Grünverbund zwischen den Einzugsgebieten von Elbe, Nuthe, Rossel und Fläming zu festigen und zu vertiefen. Ein Überbrückungsgebiet zwischen den ebengenannten Flussgebieten stellt das 1.460,00 ha große Landschaftsschutzgebiet „Spitzberg“ dar.

https://lau.sachsen-anhalt.de/fachthemen/naturschutz/schutzgebiete-nach-landesrecht/landschaftsschutzgebiet-lsg/lsg70

Eine Neuordnung bzw. Erweiterung bestehender und die Schaffung neuer Schutzgebiet bedürfen einer umfassenden wissenschaftlich fundierten Schutz- und Entwicklungskonzeption für den Gesamtraum von Elbe, Nuthe, Rossel und Fläming. Beim Fläming erscheint es sinnvoll zu sein, dass dies übergreifend in den Ländern Sachsen-Anhalt und Brandenburg stattfindet.
Zudem ist die Schaffung eines Landschaftsschutzgebietes Rossel von Quelle bis zur Einmündung in die Elbe anzuregen.

Die Bürgerinitiative „Zerbst blüht auf“ und der Arbeitskreis Hallesche Auenwälder zu Halle (Saale) e.V. – AHA – rufen die Bevölkerung zur umfassenden Mitwirkung auf.
Rückfragen sind per E-Mail mail@zerbst-blueht-auf.de möglich.
Ebenso unter folgender Anschrift:

Arbeitskreis Hallesche Auenwälder
zu Halle (Saale) e.V. – AHA

Große Klausstraße 11

06108 Halle (Saale)

E-Mail AHA: aha_halle@yahoo.de
Tel.: 0345 – 200 27 46

Andreas Liste
Vorsitzender

Halle (Saale), den 04.05.2026