Der Arbeitskreis Hallesche Auenwälder zu Halle (Saale) e.V. – AHA – sieht das dringende Erfordernis das 2.226,00 km² große Mittelgebirge Harz, welcher sich in den Bundesländern Niedersachsen und Sachsen-Anhalt sowie im Freistaat Thüringen befindet, als einer der bedeutsamsten Räume mit verschiedenen Natur- und Landschaftsräumen zu schützen, zu erhalten sowie einer naturnaheren Entwicklung zuzuführen. Die zahlreichen Wald- und Wiesengebiete sowie Felsenabschnitte und -bereiche sind mehr oder minder mit zahlreichen Fließ- und Standgewässern verbunden. Besonders sind da die Oker, Bode und Wipper sowie südlich angrenzend die Helme zu nennen. Ferner gehören deren Nebengewässer wie zum Beispiel Ecker, Ilse, Holtemme, Selke, Thyra, Zorge und Leine dazu.
Momentan bedrohen mehrere Planungen den Harz. Dazu gehören die Errichtung von zwei Hochwasserrückhaltebecken mit jeweils mindestens 15,00 m hohen und ca. 100,00 m breiten Hochwasserdämmen oberhalb von Straßberg und Meisdorf, das geplante Vorhaben Steintagebau „Harzer Grauwacke Ballenstedt“, die Planung von 18 Windkraftanlagen im Südharz sowie die drohende Vernichtung der Karstlandschaft Südharz durch den Abbau von Gips.
Ein weiterer vielfältiger, flächendeckender und massiver Eingriff in den Harz stellt das am 03.08.2016 baugenehmigte und am 07.05.2017 eröffnete Tourismusvorhaben TITAN RT & Gigaswing dar.

Bekanntlich bilden intakte und lebendige Umwelt, Natur und Landschaften die besten Grundlagen für eine gesunde und nachhaltige Existenz des gesamten Lebens auf der Erde. Sie bieten zahlreichen Tieren, Pflanzen und Pilzen Lebensraum und Nahrung, dienen als Wasser- und Sauerstoffspender, verbessern den Gehalt an Luftfeuchtigkeit, filtern Kohlendioxid, Feinstaub, Ruß und Ozonsmog aus der Luft sowie spenden Schatten. Sie tragen somit ebenfalls entscheidend zur Verbesserung des Klimas bei.
In dem Zusammenhang betrachtet stellen Fluss- und Auenlandschaften eine wichtige Einheit dar. Beide stehen in einer engen und sehr vielfältigen Wechselbeziehung zueinander. Die Auenlandschaften dienen den Flüssen als Ausbreitungsraum für Hochwasser und versorgen sie somit mit Wasser, Sedimenten und z.B. als Schwemmgut herangetragenes neues genetisches Material aus Tieren, Pflanzen und Pilzen. Im Umkehrschluss fungieren die Auenlandschaften als „Reinigungskraft“ für die Flüsse, indem beispielsweise Auenwälder das abgebremste Wasser von Sedimenten „befreien“ sowie Schwemmgut „herauskämmt“.
Diese langzeitige Wechselbeziehung hat somit eine der arten- und strukturreichsten Naturlandschaften der gemäßigten Zonen hervorgebracht, welche zahlreichen Tier-, Pflanzen- und Pilzarten Lebens- und Rückzugsraum bietet. Darüber hinaus trägt diese intensive Wechselbeziehung zur Verbesserung des Landschafts- und Ortsbildes urbaner Gebiete bei und sorgt als Kalt- und Frischluftentstehungsgebiet und -korridor für eine nachhaltige Verbesserung des Klimas.
Bei der fortgesetzten Gesamtbetrachtung haben Bäume und Sträucher (Gehölze) sehr wichtige Funktionen bei der Versorgung der Atmosphäre mit Sauerstoff, bei der Aufnahme und Verarbeitung von Kohlendioxid, beim Wasserkreislauf und -haushalt, bei der Entstehung von Kalt- und Frischluft sowie als Lebens- und Rückzugsraum von zahlreichen Tier-, Pflanzen und Pilzarten. Ferner dienen Gehölze der Erholung sowie der Aufwertung von Siedlungen und Landschaften.
Dabei üben Bäume und Sträucher diese lebensnotwendigen Funktionen als Einzelgehölze sowie im Verbund in Wäldern, in Gehölzstreifen und -gruppen aus. Der Mensch nutzte bzw. nutzt Wälder u.a. ebenfalls zur Holzgewinnung. Insbesondere der Mensch hat jedoch umfassend Wald- und Gehölzflächen rapide reduziert, indem eher Rodungen für die massenhafte Holzgewinnung, zur Gewinnung von Acker-, Siedlungs-, Industrie- und Verkehrsflächen sowie zum Abbau von Bodenschätzen vornahm bzw. vornimmt.
Innerhalb von Siedlungsgebieten aller Art verschärft sich die Situation der Gehölze durch unbegründete Fällungen, unsachgemäßen und respektlosen Umgang, Beschädigungen und Verletzungen aller Art, chemische Belastungen durch Auftaumittel etc. sowie nicht zuletzt durch Stress, welcher sich in Folge von Hitze, Niederschlagsarmut und Austrocknung entwickelt und verschärft. Hier gilt es nicht nur massiv Einhalt zu gebieten, sondern zudem den Schutz, den Erhalt und die Entwicklung von Gehölzen auf neue fachliche, ökologische, städtegestalterische, moralische und nicht zuletzt rechtliche Grundlagen zu stellen.

Der heutige, am 23.02.1991 gegründete Arbeitskreis Hallesche Auenwälder zu Halle (Saale) e.V. – AHA – begrüßt schon seit dem Jahre 1980 wissenschaftlich-fachlich fundierte Schritte, welche dem Schutz, der Entwicklung, dem Erhalt und der Betreuung von Auen- und Waldlandschaft dienen.

Der Erhalt und der Schutz des Waldes muss eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe sein, welche es durch Politik und Verwaltungen in der Europäischen Union, der Bundesrepublik Deutschland, ihrer 16 Bundesländer und der jeweiligen Kommunen sowie die jeweiligen Flächeneigentümer umzusetzen gilt.
Jedoch mussten Mitglieder des der Arbeitskreis Hallesche Auenwälder zu Halle (Saale) e.V. – AHA – beispielsweise zum Abschluss der gemeinsam mit Bürgerinitiative Pro Südharz – Gegen Gipsabbau, dem Bund für Umwelt und Naturschutz, Kreisgruppe Mansfeld-Südharz und dem Naturschutzbund, Kreisverband Mansfeld-Südharz e.V. am Samstag, dem 24.01.2026, durchgeführten kombinierten gemeinsamen Neujahresfahrrad- und Fußwanderung zu den laut Zweitem Entwurf zur Neuaufstellung Landesentwicklungsplan Sachsen-Anhalt geplanten „Weißflächen“ im Landschaftsschutzgebiet „Harz und Vorländer“, Codierung: LSG0032___, Teilgebiet Landschaftsschutzgebiet „Harz und südliches Harzvorland“ feststellen, dass umfassende Waldeingriffe stattgefunden hatten:
Auf dem Rückweg von Breitungen nach Uftrungen über die Straße Breitunger Kietel waren massive und zerstörerische Eingriffe in einem Waldgebiet zwischen beiden Ortsteilen der Gemeinde Südharz zu erkennen. Dabei fanden Massenfällungen von jüngeren Baumstämmen von Rotbuche, Bergahorn, Birke und Europäischer Lärche statt. Hier fällte man entwicklungsfähige, jüngere Bäume, welche für den Bestand, die Verjüngung und sukzessive Weiterentwicklung zu naturnahen Waldbeständen dringend erforderlich sind. Zudem erfolgten starke Verwüstungen in der Strauchzone und in den Rückegassen, welche sich durch zerfahrene und verdichtete Waldböden, umgeknickte und herausgerissene Gehölze sowie massive Auflichtungen zeigen.
Diese massiven Schäden im Waldbestand an Gehölzen führte zu starken Bodenverdichtungen sowie Zerstörungen an der Vegetation und der Funga im Bodenbereich. Mit den Auflichtungen drohen nun verstärkte Windeinwirkungen mit Baumbruch und Verstärkung der Verdunstung sowie zunehmender Sonneneinstrahlungen, welche insbesondere in den Sommermonaten zu vermehrter Erhitzung und damit verbundener umfassenderen Verdunstung von Wasser führt.
Der Arbeitskreis Hallesche Auenwälder zu Halle (Saale) e.V. – AHA – fordert endlich einen naturnaheren und nachhaltigeren Umgang mit Waldgebieten ein, um sie als Lebens- und Rückzugsraum für Fauna, Flora und Funga, Wasserspeichergebiete, Teil von Biotop- und Grünverbundräume, Stätten der Erzeugung und Verteilung von Frisch- und Kaltluft sowie Orte der Naherholung für die Bevölkerung im Blick zu haben.
Im konkreten Fall fordert der Arbeitskreis Hallesche Auenwälder zu Halle (Saale) e.V. – AHA – das Land Sachsen-Anhalt und den Landkreis Mansfeld-Südharz auf die Verantwortlichen zu ermitteln und angemessen zur Verantwortung zu ziehen.
Nach Auffassung des Arbeitskreises Hallesche Auenwälder zu Halle (Saale) e.V. – AHA – haben hier Politik und Verwaltungen sowie der Waldeigentümer komplett versagt.
Dass nun die NABU-Stiftung Nationales Naturerbe von der Ritter von Kempski Privathotels GmbH unter der Geschäftsführung von Dr. Clemens Ritter von Kempski 989,70 ha mit öffentlichen Mitteln im Umfang 31,77 Mio. Euro des über das Aktionsprogramm Natürlicher Klimaschutz (ANK) des Bundesministeriums für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMUKN) gekauft hat sowie weitere 23,00 ha Waldfläche aus Eigen- und Spendenmittel für 740.000 Euro erwerben möchte, ist daher dem häufigen Versagen und Fehlverhalten von Politik und Verwaltungen sowie der jeweiligen Waldeigentümern im Umgang mit Waldgebieten zu Grunde zu legen. Insofern ist die Entscheidung von Dr. Clemens Ritter von Kempski insgesamt 1.012,70 ha = 10,127 km² schützenswerter und geschützter Waldfläche an die die NABU-Stiftung Nationales Naturerbe zu verkaufen nur zu begrüßen.

https://naturerbe.nabu.de/spenden-und-helfen/spenden/waldwildnis-harz.html?utm_campaign=g-ads-sp-wald-sl-ha&utm_source=g-ads&utm_medium=cpc&gad_source=5&gad_campaignid=20972908961&gclid=EAIaIQobChMI8p6B1Iy9kgMVgZeDBx0v_Re6EAAYASACEgKWQfD_BwE

https://naturerbe.nabu.de/naturparadiese/sachsen-anhalt/stolberg/index.html

https://www.z-u-g.org/klimawildnis/foerderrichtlinie-klimawildnis

https://naturerbe.nabu.de/aktiv/waldschutz/waldschutzfonds.html?utm_campaign=g-ads-sp-wald&utm_source=g-ads&utm_medium=cpc&gad_source=5&gad_campaignid=20972908961&gclid=EAIaIQobChMI8p6B1Iy9kgMVgZeDBx0v_Re6EAAYASAAEgIJevD_BwE

https://www.rittervonkempski.de

Dass das nun Kritik von Waldbesitzerverband Sachsen-Anhalt e.V., Schutzgemeinschaft Deutscher Wald Landesverband Sachsen-Anhalt e.V. sowie der FDP-Fraktion im Landtag von Sachsen-Anhalt findet, ist nicht verwunderlich.

https://www.presseportal.de/pm/47409/6185437

Diese drei Organisationen sind bisher nicht unbedingt, hauptsächlich und glaubhaft mit der Betrachtung des Waldes als schützenswerten und zu schützenswerten Natur- und Landschaftsraum in Erscheinung getreten, sondern sehen ihn vorrangig als Holzlieferant und Wirtschaftsfaktor. Dass auch hier öffentliche Mittel fließen, erwähnen diese drei Organisationen nicht.

https://www.bmleh.de/DE/themen/wald/wald-in-deutschland/duerrehilfen-waldbesitzer.html#:~:text=Für%20die%20GAK%20-Maßnahmen%20″Waldumbau,für%20die%20GAK%20-Waldmaßnahmen%20eingeplant.

Der Arbeitskreis Hallesche Auenwälder zu Halle (Saale) e.V. – AHA – weist jedoch ebenfalls darauf hin, dass die NABU-Stiftung Nationales Naturerbe nicht nur – nach eigenen Angaben – rund 115.000 Euro pro Jahr aufzubringen hat, sondern auch die Schutzwürdigkeit und den bestehenden Schutz zu beachten ist. Immerhin befindet sich das insgesamt 1.012,70 ha = 10,127 km² große, schützenswerte und geschützte Waldgebiet im ca. 3.678,00 ha großen FFH-GEBIET “BUCHENWÄLDER UM STOLBERG“ (EU-CODE: DE 4431-301, LANDESCODE: F97/S30: TEIL FFH), vom 230,00 ha großen Naturschutzgebiet „Großer Ronneberg-Bielstein“ und vom 9,71 ha großen Naturschutzgebiet „Pferdekopf“ geprägt ist sowie nicht zuletzt im 30.034,00 ha großen Biosphärenreservat „Karstlandschaft Südharz“ und im 157.596,00 ha großen Landschaftsschutzgebiet „Harz und Vorländer“ liegt.

https://www.natura2000-lsa.de/schutzgebiete/natura2000-gebiete/buchenwaelder-um-stolberg-.html?changelang=1

https://www.bfn.de/natura-2000-gebiet/buchenwaelder-um-stolberg

https://lvwa.sachsen-anhalt.de/das-lvwa/landwirtschaft-umwelt/naturschutz-landschaftspflege-bildung-fuer-nachhaltige-entwicklung/naturschutzgebiete-in-sachsen-anhalt/grosser-ronneberg-bielstein

https://lvwa.sachsen-anhalt.de/das-lvwa/landwirtschaft-umwelt/naturschutz-landschaftspflege-bildung-fuer-nachhaltige-entwicklung/naturschutzgebiete-in-sachsen-anhalt/pferdekopf

https://lau.sachsen-anhalt.de/fachthemen/naturschutz/schutzgebiete-nach-landesrecht/biosphaerenreservat-br#c305019

https://lau.sachsen-anhalt.de/fachthemen/naturschutz/schutzgebiete-nach-landesrecht/landschaftsschutzgebiet-lsg/lsg32

Damit verbunden sieht der Arbeitskreises Hallesche Auenwälder zu Halle (Saale) e.V. – AHA – die Notwendigkeit das insgesamt 1.012,70 ha = 10,127 km² große, schützenswerte und geschützte Waldgebiet nun eine naturnahe Entwicklung erfährt, als ungestörter Lebens- und Rückzugsraum für Fauna, Flora und Funga dienen kann, als Raum für positive Klimaentwicklung fungiert sowie Wissenschaft, Forschung, Bildung, Tourismus und Naherholung dem vollumfänglich angepasst ist.
Zudem darf das Waldgebiet keinesfalls, welch auch immer gearteten, Abbau von Rohstoffen – wie Gips – zum Opfer fallen.
Der Arbeitskreis Hallesche Auenwälder zu Halle (Saale) e.V. – AHA – möchte auf jeden Fall im Rahmen seiner ehrenamtlichen und gemeinnützigen Möglichkeiten die Entwicklung dieses Waldgebietes begleiten.
Dazu dient auch der Aufbau seiner ehrenamtlichen Regionalgruppe Nordhausen-Sangerhausen.
Wer noch mehr zu den entsprechenden Aktivitäten des Arbeitskreises Hallesche Auenwälder zu Halle (Saale) e.V. – AHA – erfahren bzw. in seiner, im Aufbau begriffenen ehrenamtlichen Regionalgruppe Nordhausen-Sangerhausen möchte, wende sich bitte an folgende zentrale Kontaktmöglichkeit:

Arbeitskreis Hallesche Auenwälder
zu Halle (Saale) e.V. – AHA

Große Klausstraße 11

06108 Halle (Saale)

E-Mail AHA: aha_halle@yahoo.de

Andreas Liste
Vorsitzender

Halle (Saale), den 08.02.2026

Fotos: Andreas Liste